Zypern
Hauptstadt:
Lefkosia (Nikosia)
| Offizieller Name |
Republik Zypern |
| KFZ-Kennzeichen |
CY |
| Fläche |
9251 km² |
| Einwohner |
808 000 |
| Zeitzone |
Mitteleuropäische Zeit +1 Std. |
| Amtssprache(n) |
Griechisch, Türkisch |
| Staatsform |
präsidiale Republik |
Zypern ist etwa halb so groß wie
Rheinland-Pfalz und liegt im östlichsten Teil des Mittelmeers. Die wechselvolle
Geschichte der Insel sorgt dafür, dass sie in zwei Republiken geteilt ist: die
südliche Hälfte ist griechisch-zypriotisch, die nördliche Hälfte türkisch. 1.200
UN-Soldaten sichern momentan den Frieden auf Zypern. Die beiden Staaten sind
voneinander völlig abgegrenzt, niemand darf den anderen Staat betreten.
Tourismus wird daher ebenfalls getrennt betrieben. Im Inselinnern bestimmen
Reben auf hellen Kalkböden das Bild der Hügellandschaft. An der Küste wachsen
Zitrusfrucht und Bananenplantagen.
Die heutigen Waldbestände, die knapp ein Fünftel der Insel bedecken, sind
zumeist das Ergebnis von groß angelegten Aufforstungsmaßnahmen. In der
Vorgebirgszone und nahe der Küste breitet sich Macchie aus. Die Messaria ist mit
Hilfe künstlicher Bewässerung ganz unter Kultur genommen.
Die Insel im östlichen Mittelmeer war stets Kreuzungspunkt europäischer und
vorderasiatischer Kulturen. Seiner Brückenfunktion zwischen Okzident und Orient
verdankt Zypern daher ein reiches kulturelles Erbe. Obwohl das Land seit 1974
geteilt ist, konnte der griechische Südteil 2004 Mitglied der Europäischen Union
werden. Die damit verbundenen Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung erfüllten
sich bislang nicht. Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel des Mittelmeeres.
Die gesamte südliche Hälfte der Insel nimmt das im Wesentlichen aus vulkanischen
Gesteinen aufgebaute Bergland Tróodos ein, das im 1952 m hohen Olympos gipfelt.
Im Norden erheben sich parallel zur Küste die 1000 m hohen, aus Kalken
aufgebauten Ketten des Kyreniagebirges, das nach Nordosten in der schmalen
Halbinsel Karpasia ausläuft. Zwischen den Gebirgen erstreckt sich die fruchtbare
Schwemmlandebene Messaria. Die rund 800 km lange Küste bietet ein
abwechslungsreiches Bild mit schroffen Felsen, Buchten, Kies- und Sandstränden.
Im Süden unterhält Großbritannien die Militärstützpunkte Dhekelia und Akrotiri.
Bevölkerung
Die überwiegende Mehrheit der Zyprer sind christlich-orthodoxe Griechen, etwa
11% sind muslimisch-sunnitische Türken. Armenier und Maroniten bilden kleine
Minderheiten. Die politischen Ereignisse Mitte der 1970er Jahre hatten eine
beträchtliche Binnenwanderung zur Folge. Durch Flucht, Zwangsvertreibung und
freiwillige Umsiedlung verloren etwa 200 000 Griechen und 50 000 Türken ihre
alte Heimat. Seither leben bis auf wenige Ausnahmen die griechischen Zyprer im
Süden und die türkischen Zyprer im Norden der Insel.
Die Trennung der Siedlungsgebiete sowie die erhebliche Zahl von türkischen
Zyprern, die für immer die Insel verließen, führte zu einer Überbevölkerung des
Süden und eine Unterbevölkerung des Norden. Daran konnte auch die Ansiedlung von
rund 70 000 Türken aus Ostanatolien nichts ändern.
Besonders dicht besiedelt sind die Messaria sowie die Küstenebenen im Westen
und Süden. Durch zunehmende Landflucht ist der Anteil der städtischen
Bevölkerung auf etwa 70% gestiegen. Größte Stadt ist die gemeinsame Hauptstadt
Nicosia (griechisch Lefkosia, türkisch Lefkosa), die durch die Demarkationslinie in
zwei Teile gespalten ist.
Bildung
Es besteht eine allgemeine neunjährige Schulpflicht, die sich aus dem Besuch
einer sechsjährigen Grundschule und einer dreijährigen Sekundarstufe (Gymnasion)
zusammensetzt. Danach können die Schüler weitere drei Jahre technische
Oberschulen oder Lyzeen mit alt- oder neusprachlichen, naturwissenschaftlichen
oder kaufmännischen Schwerpunkten besuchen. Neben der 1992 in Nicosia
gegründeten staatlichen Universität besitzt die Republik Zypern private
Hochschulen sowie berufsorientierte Fachhochschulen. 1986 wurde im türkischen
Landesteil in Famagusta die „Universität Östliches Mittelmeer“ eröffnet.
Geteiltes
Land und Volk
Seit
1974 ist Zypern in zwei Teile
gespalten. Der türkisch-sprachige
Norden ist von den Türken
besetzt, der größere und
griechischsprachige Süden
stellt die Regierung der unabhängigen,
international anerkannten
Republik Zypern.
Letztere war nach der Teilung
der Insel von den meisten
landwirtschaftlichen Ressourcen,
Industrieanlagen und
Handelszentren des Landes
abgeschnitten.
Sonnenreiches Mittelmeerklima
Auf der Insel herrscht mediterranes Klima mit heißen Sommern, milden Wintern
und jährlich über 300 Sonnentagen. Die sommerlichen Höchsttemperaturen liegen in
der zentralen Ebene im Sommer deutlich über 30 °C; im Winter werden hier
mittlere Temperaturwerte um 10 °C gemessen. Während im Sommer östliche Winde
große Trockenheit bringen und auch die Flüsse der Insel weitgehend austrocknen,
sind die winterlichen Westwinde regenreich. Im zentralen und nördlichen
Landesteil liegen die jährlichen Niederschlagsmengen zwischen 400 und 500 mm.
Der meiste Regen fällt mit 1000 mm im westlichen Tróodos. Die höheren Gipfel
sind im Winter schneebedeckt und erlauben sogar Wintersport.
Urlaub
Geografisch bietet diese facettenreiche Insel für jeden den passenden Platz. Den
Sonnenhungrigen lädt sie beinahe das ganze Jahr ein. Das milde Klima nutzen
zunehmend Radsportler und Wanderer zu Beginn und Ende des Jahres um ihrem Hobby
zu frönen und Zypern zu erkunden. Kulturinteressierten wird hier ein sehr
reichhaltiges Programm geboten. Doch der größte Luxus für einen Gast, ist die
ehrliche Freundlichkeit, gepaart mit der Gelassenheit des Südens, den die
Bevölkerung jedem entgegenbringt
Neben Wein und Wassermelonen
gedeihen hier Feigen und Früchte. Sehr schöne Hotels mit hohem Standard,
wunderbare Strände und die Gastfreundschaft der Inselbewohner machen Zypern zu
einem international beliebten Urlaubsziel. Aufgrund der geographischen Lage
zwischen Morgen- und Abendland findet man hier Spuren einer 8.000 jährigen,
wechselvollen Geschichte. An den Stränden und kleinen Badebuchten kann man
herrlich entspannen.
Mythologie
In der griechischen Mythologie ist Aphrodite auf Zypern dem Meer entstiegen, was der
Insel den Zusatz einbrachte „Insel der Aphrodite“. Aus der gleichen Zeit wie die
Mythen stammen viele historischen Zeugnisse. Berühmt sind die Mosaiken und
Königsgräber in Paphos. Aus jüngeren Tagen stammen die vielen byzantinischen
Kirchen der Insel mit den wunderschönen alten Fresken, die noch heute von der
Religiosität der Menschen zeugen. Anscheinend hat man auf diesem hoch aus dem Meer
ragende Stück eher Kontakt zur göttlichen Herrlichkeit.