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 Ukraine

 

 

 

 

                   

         

 

 

 

 
Die Ukraine
Hauptstadt: Kiew

Die Ukraine ist, abgesehen von Russland, der flächenmäßig größte Staat Europas.
Der Name Ukraine bedeutet "Grenzland". Diese Bezeichnung rührt aus der Zeit nach dem Mongoleneinfall im 13. Jh. her. Ursprünglich war das Land, das heute Ukraine heißt, nämlich keineswegs Grenzgebiet, sondern es war der Schauplatz der ersten ostslawischen Staatsbildung.
Die Ukraine ist ein überwiegend ebenes Land, das nur in den Waldkarparten (im Gowerla 2061 m) und im Süden der Krim (Krimgebirge, 1545 m) wirklich gebirgig ist und in der Wolynisch-Podolischen Platte, der Dnjeprschwelle und der Donezplatte geringe Erhebungen aufweist. Die Küste am Schwarzen Meer ist durch Limane stark gegliedert; die Halbinsel Krim ist durch die Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden.

                    
                                                             
In den Waldkarpaten

Auf das von ausgedehnten Mischwäldern bestandene Sumpfgebiet Polesje im Nordwesten folgen Wald- und trockenere Grassteppe mit fruchtbaren Schwarzerdeböden. Nur 16% der Landesfläche werden von Wäldern eingenommen. Das Klima ist gemäßigt kontinental, an der Südküste der Krim subtropisch.
Die Bevölkerung besteht zu 73% aus Ukrainern; die größte Minderheit bilden die Russen (22%), die vor allem im Osten des Landes und auf der Krim leben. Daneben gibt es kleine Gruppen von Weißrussen, Polen, Rumänen, Bulgaren und Ungarn. Stark zunehmend ist die Anzahl der während des Zweiten Weltkriegs vertriebenen und jetzt zurückgekehrten Krimtataren (1998: 250 000). Der Großteil der Bevölkerung gehört der orthodoxen Kirche an, die in drei Gruppen gespalten ist. Etwa 10% der Bevölkerung sind Katholiken (römisch-katholische Kirche, ukrainisch-unierte Kirche).
Das Land verfügt aufgrund der fruchtbaren Schwarzerdeböden über eine intensive Landwirtschaft; es werden Weizen, Mais, Roggen, Gerste, Hafer und Zuckerrüben angebaut, im Norden Kartoffeln, Flachs und Hanf, im Süden Sonnenblumen, auf der Krim Obst, Wein und Tabak. Daneben wird Fleisch- und Milchviehzucht sowie Holzwirtschaft betrieben. 44% der elektrischen Energie werden in den 13 Kernkraftwerken der Ukraine erzeugt; 2 weitere sind im Bau. Im mittlerweile stillgelegten Kernkraftwerk von Tschernobyl im Norden des Landes ereignete sich 1986 bei einer Reaktorschmelze das bisher schwerste Unglück in der zivilen Nutzung der Atomenergie.
Die Ukraine verfügt über eine relativ gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur. Der Binnenschifffahrt auf dem Dnjepr, Dnjestr und Donez kommt große Bedeutung zu. Die wichtigsten Seehäfen sind Odessa, Cherson und Sewastopol. Die Hauptstadt Kiew verfügt über einen internationalen Flughafen.

Kiew
liegt am Dnjepr, hier leben ca. 2,6 Mio. Einwohner. Die Stadt ist der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt der Ukraine. Sie verfügt über einen Flughafen, einen bedeutenden Flusshafen und ist der Verkehrsknotenpunkt.
Kiew  ist eine wunderschöne Stadt, dazu tragen natürlich auch viele Sehenswürdigkeiten bei: Zahlreiche Klöster, Kirchen und historische Bauten, z.B. die Sophienkathedrale (11.Jh., heute Museum, Weltkulturerbe seit 1990), die Andreaskirche (18.Jh.), die Wladimirkathedrale (19.Jh.), das Kiewer Höhlenkloster (im 11.Jh. gegründet; Weltkulturerbe seit 1990), das man gesehen haben sollte, das Goldene Tor (11.Jh.). 1834 wurde hier die Universität gegründet, aber es gibt noch weitere Hochschulen, hier ist der Sitz der Akademie der Wissenschaften...

In Kiew  entstand im 9. Jh. der Staat der "Kiewer Rus", der als Keimzelle des russischen Reichs angesehen wird. Kiew  gilt deshalb als "Mutter der russischen Städte". Im Jahre 1240 wurde es von den Mongolen zerstört. Das politische Zentrum verlagerte sich nach Nordosten - nach Wladimir, Susdal, schließlich nach Moskau. Von dort aus gesehen lag die immer wieder von mongolischen und tatarischen Reiterscharen heimgesuchte Ukraine tatsächlich am  Rande von Wirtschaft und Verkehr.

                            

Krim,
die Halbinsel in der südlichen Ukraine am Schwarzen Meer, ist ebenfalls sehr schön. Sie ist durch die 8 km breite Landenge von
Perekop mit dem Festland verbunden und 25 600 qkm groß. Im Norden findet man ein flaches, trockenes Steppenland mit einzelnen Salzseen, im Süden das Krimgebirge, dessen Südabfall zum Schwarzen Meer und der schmale Küstenstreifen üppige mediterrane Vegetation tragen. Hier leben 2,18 Mio. Einwohner, ihre Hauptstadt ist Hauptstadt Simferopol. Weitere größere Städte sind Sewastopol und Kertsch.

                                   

Literatur
Bereits im 16. Jh. verfügten die Ukrainer über ein beachtliches religiös-polemisches Schrifttum in kirchenslawischer Sprache. Für die Erhaltung des griechisch-orthodoxen Glaubens und des Kirchenslawischen als Literatursprache setzte sich Iwan Wyschenskyj ein. Als durch die Lubliner Union (1569) eine Polonisierung der ukrainischen Oberschicht und durch die Brester Union (1596) eine konfessionelle Trennung der West- von den Ostukrainern eintrat, übernahm die Kiewer Mohylanische Akademie (gegründet 1634) die Pflege eines religiösen Schrifttums in kirchenslawischer Sprache. Den Auftakt zu einer volkssprachlichen Literatur bot erst
I. P.
Kotljarewskyj mit einer Aeneis-Travestie (1798), und Hryhorij Kwitka-Osnowjanenko schuf mit Volkserzählungen eine Kunstprosa. Als Begründer der neueren ukrainischen Literatur in der Epoche der Romantik gilt T. H. Schewtschenko, der die nationale Eigenständigkeit thematisierte; bedeutend aufgrund ihres breiten poetischen Schaffens waren Lesja Ukrajinka und J. Franko, die westliche impressionistische Strömungen aufgriffen. Zur Zeit der Sowjetunion wurde das Ukrainische als Literatursprache unterdrückt und erst in den 1970er Jahren von oppositionellen Schriftstellern wiederentdeckt. Die jüngste Autorengeneration wird u. a. vertreten durch Oksana Sabushko (* 1969), den Lyriker Serhij Shadan (* 1974) oder den auf Russisch schreibenden Andrej Kurkow (* 1961).