Türkei
Hauptstadt:
Ankara
Türkische
Riviera
Das idyllische Klima und die natürliche Schönheit der Südküste
der Türkei, von Marmaris im Westen bis zu Antakya nahe der syrischen Grenze,
haben ihr den Namen "Türkische Riviera" verliehen.
Marmaris selbst,
mit seinem exklusiven Yachthafen, zieht immer mehr wohlhabende Touristen an.
Aber man braucht keinen schnellen Ozeandampfer zu besitzen, um sich in dieser
wunderschönen Bucht auf Booten zu vergnügen. Man kann ein kleines Boot oder
Motorboot mieten oder mit dem Dolmus-Wassertaxi fahren, um die einsamen
Strände in der Nähe zu erkunden, von denen einige nur vom Meer aus zu erreichen
sind.
Obwohl Hoteltürme das Bild der
bekannten Ferienorte bestimmen, sind große Teile der Küste immer noch so
erhalten wie vor 3000 Jahren: eine
schmale, friedliche Ebene, durch das Taurusgebirge von der Anatolischen
Hochebene getrennt.
Wenn man zur richtigen Jahreszeit reist, kann das
Taurusgebirge, ein allgegenwärtiger Hintergrund der Küstengebiete, eine
zusätzliche Attraktion des Urlaubs mit Sonne, Sand und Meer bilden. Der größte
Touristenort der Küste ist Antalya, vor 1000 Jahren Wintersitz der
Seldschuken-Sultane. An einer von zwei Ausläufern des Taurusgebirges
umschlossenen Bucht gelegen, erfreut sich Antalya im März und April
Tagestemperaturen von mehr als 20°C. Sogar im Winter betragen die
durchschnittlichen Temperaturen entlang der Küste 10°C. Sportliche Touristen
können morgens schwimmen und nachmittags nach Saklikent fahren, nur 42km
landeinwärts, um auf den schneebedeckten Hängen des Taurus Ski zu fahren.
Im Hochsommer, wenn die Durchschnittstemperatur über 26°C
beträgt, bietet Antalya angenehme Strände sowie einen malerischen Hafen und
eine Altstadt mit einem geschäftigen Bazar. Als Abwechslung von dem im ganzen
Land erhältlichen Gericht aus Fleisch, den "kebabs", kann man auch
einmal Fisch probieren - eine Spezialität des Ortes ist "Sokor", auf
Holzkohle gegrillter Fisch- in einem von Antalyas berühmten Fischrestaurants.
In Antalya hat man auch am leichtesten Zugang zu einem anderen Merkmal der türkischen
Riviera: ihrer Fülle an Zeugnissen der Vergangenheit, viele in guterhaltenem
Zustand und von Archäologen unerforscht. In Antalya selbst befindet sich das
marmorne Hadrianstor aus dem Jahre 130 n.Chr. Eine preiswerte Fahrt in einem
"dolmus" bringt einen zu den bekannten Anlagen von Termessos, Perge
und Aspendos.
Termessos, von griechischen Siedlern um das 7. Jahrhundert
v.Chr. gegründet, erstreckt sich in einer Höhe von 1650m auf einem Berghang.
Die Reste dieser ausgedehnten Festungsanlage, einst so großartig, sagt man,
dass sogar Alexander der Große sie nicht einnehmen konnte, beinhalten ein
Theater, die Agora (Marktplatz) und Sportstätten. Nach einem steilen
Berganstieg durch die Ruinen zu dem höchsten Punkt erhält man nicht nur eine
großartige Aussicht über die bewaldeten Hügel und Ebenen bis hin zu der Bucht
von Antalya, sondern erblickt auch die große Nekropolis. Im nahegelegenen Perge
kommt man durch ein griechisches Tor und geht dann auf den Resten einer mit
Säulen bestandenen römischen Straße. In Aspendos gibt es ein Amphitheater aus
dem späten ersten Jahrhundert n.Chr., klein nach römischen Maßstäben
(Sitzplätze für 15000-20000 Zuschauer), aber guterhalten und jetzt Schauplatz
der jährlichen Sommerfestspiele.

Östlich von Antalya, etwa
1,5 Stunden Busfahrt vom Flugplatz in Antalya entfernt,
liegt Alanya. Das ist ein großer Badeort mit überwiegend
modernen Hotels, aber auch mit einem ansehenswerten Stadtkern,
mit seinen Bars und Diskotheken bis hin zu einer mittelalterlichen
Verteidigungsanlage. Wegen seiner günstigen Lage waren in
diesem Ort auch einmal Piraten ansässig, die von hier
aus ihre Raubzüge auf dem Meer starteten. Alanya ist auch
ein günstiger Ausgangsort, um die unterschiedlichsten
Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

In
Antalya gefällt uns sehr gut, deshalb verlebten wir hier
wiederholt unseren Urlaub, letztmalig im September 2011.


Von Antalia aus liegt
hinter Alanya
ein kleiner ruhiger Ort, Anamur. Hier
befindet sich einer der großartigsten Seldschuken-Bauten, die Burg von Anamur
(Anamur Kalesi). Um 1230 von einem Korsarenführer gebaut und später zu einer
Kreuzritterburg erweitert, steht die Burg direkt am Meer, und die Wellen
brechen sich an den Festungstürmen. Das Bauwerk erinnert an die oft blutige
Vergangenheit der "Türkisküste" der Türkei, an der das Meer sich
einst rot färbte. Die Straße verläuft entlang der Küste bis zur Hafenstadt
Mersin. Auf der Strecke liegen unzählige Burgen auf den felsigen Abhängen des
Taurusgebirges. Verteidigungsmauern umringen noch immer die Stadt Side, während
in der Nähe von Kizkalesi, einem kleinen, von türkischen Urlaubern bevorzugten
Dorf, die armenischen Könige von Kilikien wuchtige Bollwerke errichteten, die
noch heute die Küste beherrschen. Fern im Osten erhebt sich die moderne Stadt
Antakya auf den Ruinen von Antiochia, einst Hauptstadt des Kreuzritterreiches.

Westlich von Antalya sind die felsige Küstenlinie sowie
unzählige Inseln Grund genug, einen längeren Urlaub entlang der türkischen
Riviera zu machen. Wegen der zerklüfteten Küste bleibt der Golf von Fethiye vom
Touristenandrang einigermaßen verschont, aber seine vielen wunderbaren Strände
locken den Reisenden. An der Lagune von Olu Deniz, 14km von Fethiye entfernt,
findet man einige der schönsten Badestrände der Gegend, während die Stadt Kas
ein eindrucksvolles griechisches Theater und die Gräber der Insel Castellorizo
vorweisen kann.
Eine Reise entlang der türkischen Riviera wäre ohne den Besuch
von Bodrum unvollständig. Dieses Urlaubsstädtchen am Ägäischen Meer befindet
sich dort, wo einst die griechische Stadt Halicarnassos lag. Mit dem Museum für
Meeresarchäologie und dem gutausgerüsteten Hafen zieht die Stadt viele
Touristen an.
Bilder: © Michael
und Monika Frunzke