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Südamerika

Einer unserer Träume - eine Reise durch Südamerika


Südamerika ist mit einer Fläche von 17,8 Millionen qkm der viertgrößte Erdteil. Östlich der zentralamerikanischen Landbrücke leiten die Inselketten der Antillen nach Nordamerika hinüber. Als zweiter Nachbar schließt sich im Süden jenseits der 1000 km breiten Drakestraße der antarktische Kontinent an. Die Westküste wird vom Pazifischen Ozean und die Ostküste vom Atlantischen Ozean umspült. Bis auf die vom Panamakanal durchschnittene zentralamerikanische Landbrücke wird Südamerika allseitig vom Meer umgeben.
In Südamerika leben rund 350 Millionen Menschen. Bis zur Überlagerung durch spanische und portugiesische Kolonisatoren setzte sich die Bevölkerung aus verschiedenen indianischen Völkern zusammen. Durch die Einfuhr von Sklaven kamen noch afrikanische Völker hinzu. Heute stellen in vielen südamerikanischen Staaten Mischlinge (Mestizen, Mulatten) die Mehrheit der Bevölkerung.

Geologie
Geologisch gesehen ist Südamerika ebenso wie Afrika, Australien und Indien ein Bruchstück des alten Südkontinents Gondwana, doch wird das heutige Landschaftsbild von jüngeren Entwicklungen geprägt. Charakteristisch ist der Gegensatz zwischen dem Hochgebirge der Anden mit seinen eisbedeckten Gipfeln und den weiten Tiefländern von Orinoco, Amazonas und Paranä-Paraguay.
Geologisch am jüngsten sind die Anden, deren Heraushebung im Wesentlichen erst im Tertiär erfolgt ist. Die Entstehung der Anden ist auf Bewegungen im Erdinnern zurückzuführen, die die Verschiebung von Erdkrustenplatten zur Folge haben. Die ozeanische Nazca-Platte schiebt sich unter die südamerikanische Kontinetalplatte. Verbunden mit diesem Vorgang sind Erdbeben und vulkanische Tätigkeiten. Die Plattentektonik ist auch für die enorme Reliefenergie verantwortlich:
Auf nur 300 km liegt zwischen dem Vulkan
Llullaillaco in Chile und dem vorgelagerten Atacama-Tiefseegraben ein Höhenunterschied von 14 000 m, die höchste auf der Erde vorhandene Reliefenergie.
Die Anden erreichen im
Aconcagua in Argentinien nahe der chilenischen Grenze 6960 m Höhe. Im Norden Südamerikas weichen die Ketten der Anden federartig auseinander. Die östlichste Kette verläuft als Küstenkordillere durch Venezuela und setzt sich in den Kleinen Antillen fort.

Klima und Vegetation

Der größte Teil Südamerikas, ungefähr dem Einzugsgebiet des Amazonas entsprechend, liegt in den immerfeuchten Tropen. Hier herrschen ganzjährig hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, ideale Bedingungen für den dichten tropischen Regenwald. Die "grüne Lunge" ist aber durch großflächige Abholzungen und Brandrodung stark gefährdet.
Nördlich und südlich der feuchten Tropenzone geht der Wald mit zunehmender Dauer der Trockenzeit in eine offene Landschaft mit lichtem Savannenwald über, der hier und da durch offene Grasfluren unterbrochen wird. Galeriewälder begleiten die Flussläufe. Dieser für den
Campo Cerrado am Nordrand des Brasilianischen Berglandes typischen Vegetation entsprechen die nur von kleinen Baumgruppen durchsetzten LIanos in Kolumbien und Venezuela. Im trockenen Küstenhinterland des brasilianischen Nordostens ist die Caatinga verbreitet, eine aus dornenbewehrten Baumarten, stacheligem Buschwerk und Kakteen zusammengesetzte Formation. Auch der Chaco im östlichen Vorland der Anden gehört zu den Trockengebieten des Kontinents. Im dichtbesiedelten Südosten Brasiliens ist die ursprüngliche Waldvegetation stark zurückgedrängt worden. Hier werden vor allem Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle angebaut.
Riesige Überschwemmungsgebiete begleiten den Rio Paraguay. Die Pampa ist eine nach Westen ansteigende Ebene im Übergangsbereich von den Tropen zu den gemäßigten Breiten. Die weitverbreiteten Grasfluren werden als Rinderweide genutzt. Fruchtbarer Boden schafft aber auch günstige Voraussetzungen für den Anbau von Weizen, Mais, Hirse und Sojabohnen. Nach Westen und vor allem nach Süden hin wird das Klima
rauer. Die karge Steppenlandschaft Patagoniens wird nur noch extensiv als Schafweide genutzt.

Gewässer
Die Haupt
ströme des Kontinents sind der Amazonas, der Orinoco, der Paraguay und der Paranä, die alle zum Atlantik fließen. Mit ihren Nebenflüssen ermöglichen sie die Verbindung großer Teile Südamerikas auf dem Wasserweg. Der Amazonas ist der wasserreichste und mit rund 6500 km nach dem Nil der zweitlangste Fluss der Erde.
In den Pazifik münden dagegen nur kurze Flüsse, da die die Wasserscheide zwischen At
lantik und Pazifik bildenden Anden den Kontinent weit im Westen durchziehen. Vor allem auf den Anden hochflächen befinden sich die größten Seen Südamerikas, so der Titicacasee und der Pooposee in Bolivien.

Staaten in Südamerika

Staat /
abhängiges Gebiet

Fläche (km²)

Bevölkerung
(Schätzungen 2005)

Bevölkerungsdichte
(Einwohner pro km²)

Argentinien

2.766.890

38.592.150

14,0

Bolivien

1.098.580

8.724.156

7,9

Brasilien

8.547.404

186.112.794

21,5

Chile

756.950

15.823.957

20,9

Kolumbien

1.138.910

42.310.775

37,0

Ecuador

283.560

13.212.742

46,0

Falklandinseln

12.173

2.967

0,2

Französisch-Guayana

91.000

191.300

2,0

Guyana

214.970

705.803

3,2

Paraguay

406.750

6.347.884

15,0

Peru

1.285.220

27.925.628

21,4

Suriname

163.270

492.829

3,0

Uruguay

176.220

3.415.920

19,0

Venezuela

916.445

25.017.387

27,0

Summe

17.818.508

355.070.540

19,9

Bevölkerung
Mit etwas mehr als 300 Mio. Einwohnern hat Südamerika einen Anteil von etwa 5 % an der We
ltbevölkerung. Sie ist mit einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 21 Einw./qkm sehr ungleich verteilt.
Obgleich es weite, wenig oder gar nicht besiedelte Territorien gibt, ist in Südamerika die Anziehungskraft der Bal
lungsräume und die damit ständig zunehmende Verstädterung sehr groß. Das hat dazu geführt, dass es heute in Südamerika 31 Millionenstädte gibt, allein 10 in Brasilien. Die großen Bevölkerungsballungen, wie Sao Paulo in Brasilien, Buenos Aires in Argentinien oder Santiago in Chile, liegen mehrheitlich am oder in der Nähe des Meeres.

Völker
Von den ursprünglichen indianischen Ureinwohnern leben unvermischte Restgruppen nur noch im Andenhochiand und im Amazonasgebiet. Der überwiegende Teil der heutigen Südamerikaner sind jedoch Mischlinge zwischen den indianischen Ureinwohnern, eingewanderten Europäern und Asiaten sowie den Nachkommen aus Afrika verschleppter Negersklaven.
Als Mestizen werden Mischl
inge europider und indianischer Ettemteile bezeichnet. Zambos (bzw. weibl. Zambas) haben negride und indianische Vorfahren. Mulatten sind aus negrid-europäischen Verbindungen hervorgegangen und leben vor allem in Brasilien und an den tropischen Küsten des Kontinents.
Die
Koionialzeit Südamerikas hat auch bei den Sprachen Spuren hinterlassen:

In der Mehrzahl der Länder ist Spanisch, in Brasilien Portugiesisch Amtssprache. In jüngerer Zeit nimmt auch die Akzeptanz indianischer Sprachen wieder zu. So sind heute in Peru und Bolivien beispielsweise die indianischen Sprachen Ketschua und Aimara als weitere Amtssprachen zugelassen.

Bei den Religionen dominiert auf dem Kontinent der Katholizismus mit einem Anteil von 90 %. Die altindianischen Religionen werden nur noch bei den isoliert lebenden Völkern in den Anden und Amazoniens praktiziert.

Der Lebensstandard hat sich in den Setzten Jahrzehnten in den meisten Ländern vor allem im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung und die Schulbildung positiv entwickelt. Dennoch lebt der größte Teil der Bevölkerung noch immer in Armut, z. T. am Rand des Existenzminimums. Das trifft besonders für die städtische Bevölkerung zu. Die Landflucht hat sich in den letzten Jahren verstärkt.
In der Hoffnun
g auf bessere Lebensbedingungen strömen die Menschen in die großen Metropolen, die unkontrolliert wachsen und deren Zentren häufig von Elendsvierteln, in Brasilien Favelas genannt, umgeben sind. Die tiefere Ursache der sozialen Notstände sind die traditionell ungleichen Besitzverhältnisse. In nahezu allen Ländern konzentriert sich der überwiegende Teil des Vermögens in den Händen einer verschwindend kleinen Oberschicht, die trotz einiger Demokratisierungserfolge nach wie vor auch die politische Macht ausübt.

Internetlinks

http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/~muehr/satbilder2.html#Samerika    
Südamerika - Satellitenbilder

http://www.ratgeber-suedamerika.de/     
Südamerika - Links und Informationen