Die
Schweiz
Hauptstadt:
Bern
Tessin
Der
Tessin ist ein südschweizerischer Kanton zwischen dem St.-Gotthard-Massiv und dem
Rand der Poebene, die sog. "italienische Schweiz". Der Kanton ist
2812 qkm groß, hier leben ca. 30000
Einwohner. Der Kanton wird gegliedert in das Sopraceneri
im Norden und, jenseits der Passschwelle des Monte Ceneri, in das
Sottoceneri im Süden beiderseits des Luganer Sees. Das Klima ist nach
Süden zunehmend mediterran und weist sonnige, trockenwarme Sommer auf,
die für den Fremdenverkehr, eine der wichtigsten Erwerbsquellen, günstig
sind. Seine Zentren sind die Orte am Lago Maggiore und am Luganer See.
Die Hauptstadt
ist Bellinzona. In der Talenge von Bellinzona laufen soviele Passrouten zusammen, wie bei kaum
einem anderen südlichen Alpenausgang. Neben den für den Verkehr erschlossenen
Übergängen des Nufenen, Gotthard, Lukmanier und San Bernardino wurden in
früheren Epochen des Reit-, Saum- und Fußverkehrs auch Pfade über die Greina
sowie die West-Ost-Route Domodossola-Centovalli-San Jorio-Veltlin rege begangen.
All diese Routen bündelten sich bei Bellinzona auf einer Länge von wenigen
Kilometern zu einem einzigen Strang, der sich weiter südlich wieder in
verschiedene Achsen zu Wasser und zu Lande in die lombardische Ebene hinein
verzweigte. Die topografischen Voraussetzungen mit dem von der östlichen
Bergflanke her weit ins Tal vorgeschobenen Felsrücken luden zur
Errichtung der Befestigungsanlagen geradezu ein.
Die
Landwirtschaft betreibt neben Ackerbau und Almwirtschaft besonders im Süden auch
Gemüse-, Wein- und Obstanbau (Südfrüchte, Edelkastanien). Industriell betrieben
werden Textil-, Tabak- und Nahrungsmittelfabrikation (Teigwaren, Wurst,
Schokolade), ferner Metall- und Maschinenherstellung, Uhren- und chemische
Industrie.
Will Keller
sagte einmal: "Das Tessin ist ein Kaleidoskop; bei
jeder Drehung bietet es ein neues Bild." Und
der Allgäuer Schriftsteller Gerhard Köpf
meint: "Ist man erst einmal überm Berg, dann geht es geographisch bergab
und innerlich bergauf".
Die Vielfalt der Landschaftsbilder, das milde Klima,
die üppige Vegetation und nicht zuletzt das reiche Kulturerbe bewirken
die Faszination, die dieser südlichste Schweizer Kanton vor allem auf die
Menschen Nordeuropas ausübt.
Trotz
unübersehbarer Bausünden, die vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg
begangen wurden, ist das Tessin nach wie vor ein hervorragendes Urlaubsland mit
einer besonderen Qualität an Natur und Infrastruktur. Die Zentren des
Tourismus finden sich an den Ufern der beiden Seen, deren unvergleichliche
Lage zwischen den Gebirgsketten ebenso bezaubert wie die farbenprächtige
Flora, die sich vor allem im Frühjahr zu prachtvollen Blumenteppichen und
Blütenkaskaden entfaltet. Das Angebot an Wassersportarten, an Ausflügen
zu Schiff, mit dem Auto, per Seilbahn, Postbus oder mit den Regionalbahnen - der
Centovalli-Bahn oder dem Zug von Lugano nach Ponte Tresa - ist beinahe unerschöpflich. Seit den
Anfängen des Tourismus im Tessin gehört jedoch das Wandern zu den
großartigsten Erlebnissen. Vom erholsamen Spaziergang am Seeufer über
romantische Talwanderungen bis hin zu Hochgebirgstouren sind der Lust auf
Entdeckungen zu Fuß keine Grenzen gesetzt. Abseits der Siedlungen und lauten
Verkehrsadern lässt sich die ganz besondere Eigenart dieses Landes, der immer
wieder begeisternde Gegensatz von heroischen und lieblichen
Landschaftsformen erfahren.
Um das noch ursprüngliche, von Zersiedelung
und Überfremdung unberührte Tessin zu finden, sollte man auf die Höhen steigen
oder in die abgelegenen Täler gehen, wo sich traditionelle Dörfer in
einer weitgehend intakten Umgebung erhalten haben. Freilich lässt sich auch dort
nicht übersehen, dass die Abwanderung von Einheimischen und der Zuzug von
Nicht-Tessinern die Strukturen vielfach verändert haben. Wo früher die Bauern
ihrem mühseligen Beruf nachgingen, genießen mehr und mehr 'Zugewanderte' die
Schönheit der Landschaft. Sie kaufen und restaurieren die alten Häuser, die sie
dann nur zu bestimmten Zeiten des Jahres bewohnen können. Auf diese Weise
bleiben jedoch die Rustici des Nordens und die lombardischen
Arkadenhäuser des Südens erhalten.
Am Luganer See -
47 Kilometer lang und bis 300 Meter tief -herrscht jahrein, jahraus ein mildes
Mittelmeerklima. Aber sein Hauptreiz besteht
wohl darin, dass sich das südliche Klima mit
einer besonders reizvollen Landschaft traumhaft verbindet. Ein Sonnenstrahl
genügt, so sagt man hier, um den See lächeln zu lassen.
Er ist zwar neben dem Lago Maggiore und Lago
die Como der Kleinste im Bunde, aber für
Fans der allerschönste.
Fahren Sie hin, und lassen Sie sich
selbst verzaubern von den blühenden Kamelien oder Rhododendren.
Unter breitfächrigei Palmen die Uferpromenade entlang
flanieren, die Spiegelbilder der Häuser im
See betrachten,
die reine Luft einatmen ...
Von
allen Städten im Tessin ist Lugano hier ohne Zweifel die bezauberndste Stadt. Liebenswürdig, leichtsinnig und luxuriös. Hier und da
ein Basar modischer Eitelkeiten. Auf dem Rathausplatz ist freitags „Grüner Markt", ein Mekka für Blumenfans,
und samstags Flohmarkt. Schön ist die Kulisse dazu: alte Häuser, in Pastellfarben
gestrichen, die Balkone von farbenfrohen Geranien überwuchert. Die Altstadt ist Verführung
pur. Eine Galerie dicker Würste baumelt über den
Verkaufsständen mit Käse, Kuchen und anderen Köstlichkeiten.
Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack.
Besonders reizvoll
ist Morcote,
Ein buntes Urlaubsstadtchen im Süden, behütet von der schönen Kirche Santa Maria
del Sasso. Vom
Promenadencafe aus macht es Spaß zu gucken: Schiffe, Verliebte und gut Betuchte.
Eine ähnliche Perle ist das ehemalige Fischerdorf
Grandia (nördliches Seeufer) am Fuße
des fast tausend Meter hohen Monte Bré. Im Dorf selbst wecken enge Gassen den
Erkundungsgang.
In
Melide im Swissminiatur kann man in einer halben Stunde
durch die ganze Schweiz gehen. Die Schweiz in einer Miniaturausgabe.
Vorbei geht es dort am Bundespalast, am Matterhorn, am Schloss
von Chillon.... Auf dem Gelände von Swissminiatur stehen
über 120 Modelle von Patrizierhäusern, Burgen, Domkirchen
und anderen Bauten der Schweiz. Sämtliche Modelle wurden
im Maßstab 1 : 25 angefertigt. Außerdem gibt es hier 1550
verschiedene Pflanzen und 150000 Blumen zu bestaunen.
Kaum hat man die
Alpen am St.-Gotthard-, S.-Bernardino- oder Lukmanier-Pass überquert, beginnt
die 'andere', die italienische Schweiz als ein Land voller Wärme und
Sonnenschein. Die hohe Alpenkette hält die kalten Winde des Nordens fern,
während warme Luftströmungen aus dem Süden die Landschaft der Täler und Seen
verwöhnen. Erschauerte man eben noch vor der faszinierend rauen Gebirgswelt, so
bewundert man nur wenige Kilometer weiter ein mediterranes Ambiente mit
Palmen, Oleander, Mimosen und anderen subtropischen Pflanzen. Doch der Schritt
aus der Milde mittelmeerisch anmutender Zonen zurück in das kühle Gebirge bleibt
immer nur ein kleiner, denn hohe Berggipfel umgeben das Tessin bis beinahe ganz
in den Süden. Wie die Finger einer ausgestreckten Hand bohren sich die
Flusstäler des Ticino, Brenno, der Verzasca, der Maggia und der Melezza
in das bis in 3000 m Höhe aufragende Gebirge, dessen markanteste Spitzen
- das Rheinwaldhorn (3402 m), die Cristallina (2912 m), der Poncione di Braga
(2864 m) oder der Basódino (3274 m) - hochalpinen Charakter aufweisen. Nach
Süden hin werden die Berge sanfter und lieblicher, um schließlich vor den von
Palmen gesäumten Ufern des Lago Maggiore und des Lago di Lugano
Halt zu machen. Markante Akzente setzen - bevor die letzten Hügel in die
lombardische Ebene auslaufen - noch einmal Monte Tamaro, Monte Lema, die beiden
Hausberge Luganos, Monte Brè und Monte S. Salvatore, sowie der 'König'
des Südtessin, der Monte Generoso.