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 Peru

 

 

 

 

                   

         

 

 

 

 
Peru
Hauptstadt: Lima
 
 

Fläche 1 285 216  qkm
Zeitzone Mitteleuropäische Zeit - 6 Std.
Einwohner 27,9 Mio.
Währung 1 Neuer Sol = 100 Céntimos
Amtssprachen Spanisch, Ketschua, Aymará
KFZ-Kennzeichen PE

Peru war das ehemalige Zentrum des Inkareichs.
Es diente in der spanischen Kolonialzeit als wichtiger Rohstofflieferant.
In der neueren Zeit wurde das Land jahrzehntelang von Diktatoren und Terrorismus heimgesucht.
Heut versucht Peru, sich von den diesen Schatten seiner jüngsten Vergangenheit zu befreien.

Lima, die Hauptstadt, liegt am Rimac, 14 km vom Hafen Callao entfernt. Sie liegt auf 34 802 qkm und beherbergt etwa 6,5 Mio. Einwohner. Es gibt zahlreiche Universitäten (die älteste wurde 1551 gegründet), Bibliotheken, Museen, Theater; eine historische Altstadt mit einem Franziskanerkloster (Weltkulturerbe seit 1991) und einer Kathedrale (16. Jh.). Es ist das wichtigste Industrie- und Handelszentrum Perus. Selbstverständlich gibt es einen internationalen Flughafen, den Aeropuerto Internacional Jorge Chávez. Er liegt am nördlichen Rand in der angrenzenden Stadt Callao, direkt am Pazifischen Ozean, ca. 10 Kilometer vom Zentrum Limas entfernt. Diese Stadt ist nur per Flugzeug oder mit dem Boot über den Amazonas zu erreichen.

Das Land gliedert sich in die Küstenzone, die Anden sowie das Andenvorland und das Amazonasbecken. In der schmalen, über 2000 km langen wüstenhaften Küstenregion im Westen wachsen nur an einigen Stellen Kakteen und Dornensträucher. Aber Oasen mit intensiver Bewässerungswirtschaft ziehen sich an den etwa 40 Flüssen hin, die, von den Anden kommend, sich durch die flache Landschaft schlängeln. Die Anden liegen im Zentrum des Landes und nehmen etwa ein Viertel der Landesfläche ein. Sie fächern sich in mehrere, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Stränge. Im Süden umrahmen die West- und Ostkordilleren das trockene Hochbecken mit dem weitbekannten Titicacasee.
Das östliche Andenvorland und das sich anschließende Amazonastiefland werden von zahlreichen Flüssen durchquert. In der Montaña wächst ein immergrüner Nebelwald (Wie der Name sagt, ist er bei feuchter Witterung fast immer in Wolken oder Nebel eingehüllt). Im feuchtheißen Amazonasbecken befindet sich ein dichter und artenreicher tropischer Regenwald.

Die mit der Höhe abnehmenden Temperaturen schwanken im Verlauf des Jahres nur wenig. Der kalte Humboldtstrom sorgt in der Küstenregion für eine extreme Trockenheit, er verhindert, dass feuchtwarme Luft von der Pazifikküste her einströmt. Aber in unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahren  wird durch das Klimaphänomen El Ninod der Humboldtstrom erwärmt und die Küstenwüsten erhalten sintflutartige Regenfälle. In der Sierra herrscht ein subtropisches Höhenklima mit einer sommerlichen Regenzeit. Auf Iquitos im feuchtheißen Amazonastiefland gehen fast 3000 mm nieder. Iquitos ist mit über 400 000 Einwohnern die größte Stadt in Perus tropischem Regenwald und die Hauptstadt der Region Loreto sowie der Provinz Maynas.

Fast die Hälfte der Einwohner zählt zur indigenen Bevölkerung, die meisten von ihnen leben als Kleinbauern im Altiplano. Mehr als ein Drittel sind Mestizen. Die weiße Oberschicht konzentriert sich auf die Städte.
Die Hälfte aller Peruaner lebt an der Küste, davon ein Drittel im Großraum Lima, wo sich die Slums durch den Zuzug vom Land weiter ausdehnen. Ein Drittel der Peruaner siedelt in den Anden, die Selva hingegen ist kaum bewohnt. Die Hälfte der Bevölkerung fristet ein Dasein unterhalb der Armutsgrenze.
Der Besuch einer zweijährigen Vorschule ist obligatorisch. Ab dem 6. Lebensjahr besteht eine neunjährige Schulpflicht. Der Besuch der staatlichen Schulen ist unentgeltlich, mittellose Studierende werden von den Studiengebühren befreit. Trotzdem sind die Chancengleichheit und die Ausstattung der Schulen nicht gut. Die meisten Angehörigen der Oberschicht besuchen daher private Schulen und Hochschulen. Von den über 50 Universitäten ist die 1551 in Lima gegründete Universidad Nacional Mayor de San Marcos die älteste ganz Amerikas.

In den 1990er Jahren stabilisierte sich die peruanische Wirtschaft, die soziale Situation jedoch verschlechterte sich, sodass viele Peruaner ins Ausland emigrieren.
Die Landwirtschaft ist trotz des Rohstoffreichtums noch immer ein wichtiger Wirtschaftszweig. In den Flussoasen der Küstenzone werden überwiegend Baumwolle, Zuckerrohr und Reis angebaut. Kleinbauern betreiben in den Anden bis auf 4000 m Höhe Ackerbau zur Eigenversorgung. Der illegale Kokaanbau nimmt wie in
Kolumbien und Bolivien zu, denn der Exportwert der Kokapasta erreicht etwa den Wert der gesamten legalen Ausfuhr. In der Sierra werden Schafe, Ziegen, Rinder sowie Lama und Alpaka gezüchtet. In der Selva liegen Kautschuk-, Jute-, Zitrus- und Kaffeeplantagen. Der fischreiche Humboldtstrom hat Peru zu einer der wichtigsten Fischfangnationen der Welt gemacht, aber die Überfischung und das Klimaphänomen El Niño führt zu Einbußen. Die Wälder bedecken zwei Drittel des Landes, sie liefern neben Holz auch Naturkautschuk und Rohchinin.
Beim Silber-, Zink-, Zinn- und Kupferbergbau zählt Peru weltweit zu den wichtigsten Förderern, Gold und Blei werden in großen Mengen abgebaut. Wachsende Bedeutung kommt der Erdgas- und Erdölförderung zu. Die Industrie befindet sich häufig in ausländischer Hand und hat sich auf die Verarbeitung der Bergbau- und Agrarprodukte spezialisiert. Eine immer größere Rolle spielen die chemische Industrie, die Textil-, Schmuck- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeug- und Maschinenbau.

Der Ausbau der West-Ost-Verbindungen wird durch die Andenketten erheblich behindert. Wichtigste Straßenverbindung ist die von Norden nach Süden verlaufende Carretera Panamericana. Das Eisenbahnnetz besteht aus mehreren nicht miteinander verbundenen Streckennetzen. Die Binnenschifffahrt ist auf dem Titicacasee und den Flüssen des Amazonasgebietes von großer Bedeutung. Mit über 1 Million ausländischen Touristen konnte Peru seine Besucherzahl innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppeln. Neben Cuzco und den Ruinen von Machu Picchu, den Scharrbildern von Nazca und den Altstädten von Lima und Arequipa sind auch der Titicacasee und mehrere Nationalparks wichtige Touristenziele.

 

Seite geändert am 28.09.2010