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 Österreich

 

 

 

 

                   

         

 

 

 
Österreich

Hauptstadt der
Parlamentarisch bundesstaatlichen Republik ist Wien.
 

 Das Land
 
Lage                            Österreich liegt in Mitteleuropa

 Grenzen                      Im Norden Deutschland und Tschechische                                      Republik, im  Osten Slowakei und Ungarn,
                                     im Süden Slowenien und Italien,
                                     im Westen Liechtenstein und Schweiz
 
 Fläche                         83 859 qkm
                                     (39% Wald, 18% Ackerland, 24% Weideland)

Ausdehnung

von West nach Ost 573 km, von Nord nach Süd 35 bis 294 km

Landesnatur

Im Süden Ostalpen (zwei Drittel der Fläche), im Nordosten Alpenvorland, weiter östlich Fortsetzung im Karpatenvorland, im Osten Wiener Becken, im Norden Österreichisches Granit- und Gneisplateau

Höchster Punkt

Großglockner (3797 m)

Gewässer

Anteil an Donau, Drau, Inn, Enns, Salzach; Neusiedler See, Attersee, Traunsee, Wörther See, Millstätter See, Mondsee

Klima

Mitteleuropäisches Übergangsklima, in höheren Lagen alpines Klima;

Sehenswürdigkeiten

Wien (Hofburg, Stephansdom, Schloss Belvedere, Schloss Schönbrunn); Salzburg (Festung Hohensalzburg, Dom, Residenz, Mozarthaus, Schloss Hellbrunn); Innsbruck (u.a. Hofburg, Goldenes Dachl); Benediktinerabtei Stift Melk; Donau; Burg Hochosterwitz; Rieseneishöhle am Dachstein, Eisriesenwelt im Tennengebirge, Großglockner, Salzbergwerk in Hallstatt; Bad Ischl; Tauernkraftwerk Glockner-Kaprun; Krimmler-Fälle

Die Menschen

Bevölkerung

rund 8,4 Mio. Ew. (91% Österreicher), davon 64% Stadtbevölkerung

 

Sprache Deutsch, Analphabetismus unter 5%

Wirtschaft

Anteil d. Wirtschaft am BIP

Landwirtschaft 2%, Industrie 34%, Dienstleistungen 64%

Importgüter

Maschinen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Textilien, Nahrungsmittel, Brennstoffe

Exportgüter

Maschinen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Textilien

Eisenbahn

5672 km (3418 km elektrifiziert)

Straßen

106 268 km (1589 km Autobahn)

Bei den zahlreichen ausländischen Besuchern, die es jährlich in die Touristengebiete der Alpenrepublik zieht, entsteht z.T. der Eindruck, dass Österreich nur vom Fremdenverkehr und von der Landwirtschaft lebe. Aber das beliebte Urlaubsland ist eine moderne Industrienation, und umfangreiche hochwertige Fertigwaren tragen den Namen "Made in Austria" in alle Welt.

Dank des Reiches Österreich-Ungarn ist die Hauptstadt unverhältnismäßig groß, in ihr lebt etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Wien war und ist eine politische Hauptstadt, aber auch ein kulturelles Zentrum, von dem auch nach dem Ersten Weltkrieg noch bedeutende Impulse für die Welt ausgegangen sind. Berühmte Künstler, Philosophen und Wissenschaftler, z.B. Arnold Schönberg (19./20.Jh.), Sigmund Freud (19./20.Jh.), begründeten die Bedeutung Wiens für unsere Zeit. Zu der eindrucksvollen Atmosphäre tragen auch die letzten alten Wiener Kaffeehäuser, die Treffpunkte der Intellektuellen und anderer Bürger sind, bei.
Hier hat auch schon der deutsche Minnesänger Walther von der Vogelweide am Ende des 12. Jh. das "Singen und Sagen" gelernt.
Die größeren Provinzstädte bilden sowohl kulturell als auch wirtschaftlich ein deutliches Gegengewicht zu Wien: Salzburg - die Mozartstadt, Graz - das Zentrum der neueren Literatur und Bregenz mit den Festspielen auf der Seebühne. Neben der hohen Kunst der Festspiele und der Konzertsäle tragenauch Künstler mit ihrer Volksmusik mit Geigen, Zithern und Ziehharmonika bei.

Auch wenn Österreich ein kulturell sehr vielseitiges und reiches Land ist, kommen doch die meisten Fremden wegen der Landschaft, der Berge und Seen. Im Gegensatz zu den höheren Westalpen laden die Österreichischen Alpen eher auch weniger ambitionierte Bergwanderer ein, sie zu entdecken. Die großen, wildreichen Waldzonen der Ostalpen bieten im Sommer schattige Wege. Auch für die Auto-Touristen wurden hier die Berge schon frühzeitig erschlossen. Auf der bereits 1935 fertig gestellten Großglockner-Hochalpenstraße können sie bis an den Gletscher des Großglockners heranfahren.

Landschaft und Klima
Das österreichische Staatsgebiet erstreckt sich vom Bodensee bis zum Neusiedler See. Das Gebirge nimmt etwa zwei Drittel der Staatsfläche ein.
An die Ostalpen, dazu gehören die Nördlichen Kalkalpen, die kristallinen Zentralalpen und die Südlichen Kalkalpen, schließt nach Norden und Nordosten das Alpen- und Karpatenvorland an. Das Alpenvorland wird nach Norden durch die Donau begrenzt, die über 345km Länge Österreich durchfließt. Enge Durchbruchstäler wechseln mit weiten Senken und Stromebenen, zu denen auch das Wiener Becken gehört. Nördlich der Donau erstreckt sich die wellig-hügelige Hochfläche. Im Osten reicht Österreich mit dem "Burgenland" in die Randgebiete der Kleinen Ungarischen Tiefebene.
Österreich hat ein mitteleuropäisches Übergangsklima mit zunehmend kontinentalen Zügen gegen Osten.


Bundesländer

Bundesländer im Westen

Vorarlberg
Dieses Bundesland liegt zwischen dem Ufer des Bodensees und den vereisten Gipfeln der Silvrettagruppe (Piz Buin, 3312m), zwischen dem Rheintal und dem Skigelände des Arlbergs. Es bietet alle landschaftlichen Schönheiten der nördlichen Ostalpen. Im Zentrum liegen die sanften Hügel und die Berge des Bregenzer Waldes, im Tal liegt die Bregenzer Ache.
Durch die Lage entwickelten sich gute wirtschaftliche Beziehungen zum benachbarten Ausland. Sehr viele Einwohner aus Vorarlberg arbeiten in Liechtenstein und im Kanton St. Gallen (Schweiz).
In der Wirtschaft überwiegt die Viehzucht, hier werden große Mengen an Milch, Butter und Käse produziert. Die Vorarlberger Textilindustrie ist über die Grenzen hinaus bekannt. Eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben spielt im Sommer wie im Winter der Fremdenverkehr.
Vorarlberg ist ein selbstständiges Bundesland. Die Vorarlberger sprechen Alemannisch, eine deutsche Mundart.

Tirol
Am Fuße des Karwendelgebirges, im Tal des Inn, liegt die Hauptstadt von Tirol, Innsbruck. Das ist eine alte Bischofs- und Universitätsstadt, ihre Blütezeit erlebte sie um 1500 unter Kaiser Maximilian I. Hier findet man zahlreiche prächtige historische Bauwerke, z.B. das "Goldene Dachl", ein spätgotischer Erker aus dem Jahre 1501, ist besonders berühmt.
Der Fremdenverkehr gehört zu den größten Devisenbringern. Tirol ist eine der Drehscheiben des europäischen Verkehrs: Die Inntal- und die Brenner-Autobahn sind Europa-Straßen, der rund 14km lange Arlberg-Straßentunnel ist eine wintersichere Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol.

        
                                 
    Insbruck                                                                                                                                                     Insbruck 
Innerhalb der Industriewirtschaft genießen die Unternehmen Metallwerk Plansee (Pulvermetallurgie), Jenbacher Werke (Dieselmotoren, Fahrzeuge) und Swarovski (optische Geräte) internationalen Ruf.
1363 kam Tirol an die Habsburger und damit zu Österreich. 1805 musste Österreich Tirol an Bayern abtreten. Beim Ausbruch des österreichisch-französischen Krieges von 1809 erhoben sich die Tiroler jedoch unter der Führung von Andreas Hofer gegen die bayerisch-französische Herrschaft, scheiterten aber nach beträchtlichen Anfangserfolgen. Hofer wurde verraten und 1810 in Mantua hingerichtet. Erst 1815 fiel ganz Tirol wieder an Österreich. 1919 kam das Gebiet südlich des Brenners "aus strategischen Gründen" an Italien. Heute erstreckt sich Tirol
vom Westen Österreichs bis in den Norden Italiens.

Salzburg
Salzburg ist Mozarts Geburtsstadt und schon deshalb weit über die Grenzen hinweg bekannt.
Salzburg liegt im Tal der Salzach, es ist die Hauptstadt des gleichnamigen österreichischen Bundeslandes. Die Altstadt wird vom Mönchsberg (505m) und vom Festungsberg (542m) mit der im Jahre 1077 gegründeten Hohensalzburg überragt.
Zentrum der Stadt ist der Residenzplatz mit der erzbischöflichen Residenz (1595-1793). Südlich steht der im 17.Jh. erbaute Dom. Wichtige Bauwerke sind ferner das erzbischöfliche Palais, die Benediktinerabtei St. Peter mit der Stiftskirche, die gotische Franziskanerkirche, der seit 1924 zum Festspielhaus umgebaute ehemalige Marstall und Mozarts Geburtshaus. In den Stadtteilen rechts der Salzach sind besonders das Schloss Mirabell und das Mozarteum, die Musikhochschule, zu nennen.
In der Umgebung der Stadt liegen z.B. die Schlösser Leopoldskron und Hellbrunn mit Barockpark. Als Festspielstadt (seit 1920) gehört Salzburg zu den beliebtesten Zielen des Fremdenverkehrs.
Das Land Salzburg umfasst im Wesentlichen das Flussgebiet von Salzach und Saalach mit den umgrenzenden Bergen.
In der Wirtschaft überwiegen Industrie, Bergbau (u.a. Salzgewinnung) und Elektrizitätserzeugung (Tauernkraftwerke im Kapruner und Stubachtal).
Zentren des Fremdenverkehrs sind neben  der Landeshauptstadt das Gasteiner Tal mit den Hauptorten Badgastein und Hofgastein sowie Zell am See.
Salzburg, ehemals ein Fürstentum, kam erst 1803 zu Österreich.

Kärnten
Kärnten wird Österreichs "Sonnenbalkon" genannt. Es liegt südlich des zentralen Alpenwalls und verfügt über ein mildes, schon südländisches Klima hat. Das Klagenfurter Becken ist der Kernraum des Landes. Nahe der jugoslawischen und italienischen Grenze liegt Villach, ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Ackerbau, Forst- und Almwirtschaft, Holz- und Papierindustrie sowie Bergbau (Braunkohle, Eisen-, Blei- und Zinkerze) sind neben dem Fremdenverkehr die wichtigsten Erwerbszweige der Bevölkerung. Berühmt für seine Jagdwaffen ist das Ferlacher Büchsenmachergewerbe.
Beliebte Ziele der in- und ausländischen Feriengäste sind die Badeorte an den schönen Seen, wie z.B. Wörther, Millstätter, Ossiacher und Klopeiner See. Sie haben hohen Wassertemperaturen im Hochsommer. Ein weiterer Anziehungspunkt ist Schloss Hochosterwitz, es steht auf einem 160 m hohen Felsen bei Sankt Veit an der Glan.
Kärnten wurde 1335 habsburgisches Erbland und 1849 österreichisches Kronland. Nach dem Ersten Weltkrieg beanspruchte Jugoslawien Südkärnten. Der Abwehrkampf der Kärntner 1918-1920 verhinderte jedoch die Abtrennung von Österreich (Kärntner Volksabstimmung vom 10.10.1920).

Bundesländer im Osten

Wien
ist die Hauptstadt der Republik Österreich, aber auch ein eigenes Bundesland.
Es umfasst 415 qkm, im Stadtkern 170 m ü. M., hier wohnen1,6 Mio. Einwohner.
Wien entstand auf den Terrassen am Abhang des Wienerwalds, der bogenförmig das rechte Donauufer säumt, und griff im Lauf der Zeit durch Eingemeindungen (Floridsdorf) auf das linke, flache Donauufer über. Die Lage am Schnittpunkt der Bernsteinstraße (Nord-Süd) mit der Donaustraße (West-Ost) sowie die Stellung als Residenz sind wesentlich für den Aufstieg Wiens. Heute ist Wien Sitz der Bundesregierung, der Landesregierung von Wien und zahlreicher internationaler Organisationen sowie eines katholischen Erzbischofs, eines evangelischen Bischofs und eines griechisch-orthodoxen Metropoliten. Die Altstadt  gehört seit 2001 zum Weltkulturerbe, sie wird umschlossen von der Ringstraße, die nach 1858 anstelle der Stadtmauern angelegt wurde. Die Vorstädte Josefstadt und Wieden schließen sich an. Gegen Westen folgen Vororte, z. T. ehemalige Dörfer.

Wahrzeichen Wiens ist der romanisch-gotische
Stephansdom (13.-16. Jh.) im Stadtkern. Die meisten bedeutenden Bauten stammen aus dem Barock, z.B. zahlreiche Kirchen (Karls-, Peters-, Jesuitenkirche) und Adelspalais, wie die Anlagen für Prinz Eugen (Winterpalais und Belvedereschlösser), Palais Starhemberg, Liechtenstein, Gardepalais und Schönbrunn. Die Hofburg besteht aus verschiedenen Bauteilen (Hofbibliothek und Winterreitschule von Fischer von Erlach).
Wien ist ein mitteleuropäisches Kulturzentrum mit Universität (1365) und 7 weiteren Hochschulen, Sammlungen und Archiven (u. a. kunsthistorische Museen, grafische Sammlung Albertina, Österreichische Galerie, Museum des 20. Jh., Völkerkundemuseum, naturhistorisches und technisches Museum), Nationalbibliothek, Akademie der Wissenschaften. Wien ist  eine führende Theaterstadt (Burgtheater, Staatsoper), Sitz der zentralen Bundesbehörden und der niederösterreichischen Landesregierung, Tagungsort der UN.
Wien ist aber auch die wichtigste Handels- und auch Industriestadt Österreichs; es hat vor allem chemische, feinmechanische, elektrotechnische, Metall verarbeitende, Lederwaren-, Nahrungsmittelindustrie, grafisches und Kunstgewerbe. Bedeutend ist der Fremdenverkehr. Es gibt 5 Kopfbahnhöfe, mehrere Hafenanlagen an der Donau und den Flughafen Wien-Schwechat.

Größte und bekannteste Parkanlage Wiens ist sicherlich der Prater. Das ehemalige kaiserliche Jagdrevier wurde 1766 von Kaiser Joseph II. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und später allmählich zu einem Vergnügungspark umgestaltet. Heute geht es hier am Abend dank Spielhallen, Loopingbahnen und vielen anderen Attraktionen laut zu, aber an schönen Nachmittagen ist der Prater von einer ruhigen Vergnüglichkeit. Eine Fahrt mit dem 1896/1897 anlässlich der Weltausstellung errichteten Riesenrad sollte man unbedingt wagen, denn es bietet einen schönen Blick über die Stadt. Mit der Liliputbahn kann man eine kleine Erkundungsfahrt durch das Gebiet des grünen Praters zum Praterstadion machen. Zahlreiche, über die gesamte Parkanlage verteilte Lokale laden zum Verweilen ein.

Geschichte
Etwa 500 v. Chr. bewohnten Kelten die Gegend des heutigen Wien. Aus dem Namen der keltischen Siedlung Vêdunja ("Waldbach") leitet sich der heutige Name ab. Daneben wurde um 70 die römische Lagerstadt Vindobona gegründet. Aus ihr entwickelte sich das mittelalterliche Wien, 881 als Wenia erwähnt. Karl der Große zerstörte das seit dem 6. Jh. dort entstandene Awarenreich und gründete die Ostmark. Otto II. verlieh die Markgrafschaft 976 an seinen Anhänger Leopold I. von Babenberg, dessen Nachfolger (seit 1156 Herzöge) ihre Residenz vom Leopoldsberg nach Wien verlegten. Leopold IV., Erbauer einer Burg am Platz der heutigen Hofburg, verlieh 1221 das Stadtrecht.
Die Kreuzzüge begünstigten die Entwicklung bis 1237. Ottokar II. vom Böhmen gab Wien 1274 seine Befestigungen, die etwa 600 Jahre erhalten blieben. Seit 1276 war Wien Residenz der Habsburger. Herzog Rudolf IV. gründete 1365 die Universität und ließ den Stephansdom ausbauen, 1469 wurde die Stadt zum Bistum erhoben. 1485-1490 war Wien vom Ungarnkönig Matthias Corvinus besetzt. Unter dem kaiserlichen Feldhauptmann Graf Niklas Salm widerstand es 1529 dem Angriff der Türken unter Süleiman dem Prächtigen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Wien 1619 von böhmischen Protestanten unter Graf Matthias Thurn und 1645 vom Schwedengeneral Torstenson belagert. 1683 verteidigte Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg die Stadt gegen das Türkenheer unter Kara Mustafa bis zur Befreiung durch kaiserliche und polnische Truppen. Unter der Regierung Karls VI. und der Kaiserin Maria Theresia wurde Wien gesellschaftlicher und politischer Mittelpunkt der Monarchie; im 18. und 19. Jh. entfalteten sich Kunst und Kultur (
Wiener Schule) zu glanzvoller Höhe. 1804 wurde Wien Hauptstadt des Kaiserreichs Österreich, 1805/06 von Franzosen besetzt. Der Wiener Kongress 1814/1815 bestimmte die Gestaltung des neuen Europa nach dem Sturz Napoleons. Politische Reaktion und blutige Aufstände 1848 endeten mit dem Sturz Metternichs. Unter Kaiser Franz Joseph I. erhielt Wien das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. 1922 schied Wien aus dem Verband Niederösterreichs aus und wurde ein eigenes Bundesland. Nach dem  "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland 1938 entstand durch Eingemeindung der Reichsgau Groß-Wien. 1945-1955 stand Wien unter Viermächteverwaltung. Die Einteilung in die heutigen Bezirke erfolgte 1954.
 

Oberösterreich
Oberösterreich erstreckt sich beiderseits der Donau zwischen dem Böhmerwald im Norden und dem Dachstein im Süden, dem Unterlauf des Inns im Westen und der Enns im Osten. Die Seenregion des Salzkammerguts zählt zu den schönsten Teilen Österreichs - mit Atter-, Mond-, Traun- und Wolfgangsee.
An der Donau und ihrem Nebenfluss, der Enns, entstanden einige Großkraftwerke. Die Landwirtschaft nutzt je rund ein Viertel der Landesfläche als Ackerland bzw. als Grünland. Der Anbau von Getreide, Zuckerrüben und Obst sowie die Viehzucht konzentrieren sich auf das Alpenvorland.
Die Salzgewinnung im Salzkammergut war schon in vorgeschichtlicher Zeit bedeutend und führte zur Ausbildung der Hallstattkultur. Linz und Steyr sind die wichtigsten Standorte der Schwer-, Maschinen- und chemischen Industrie Österreichs. In Steyr haben sich die Steyr-Daimler-Puch-Werke zu einem bekannten Motoren-, Traktoren-, Lastkraftwagen- und Kugellagerproduzenten entwickelt. In Ranshofen arbeitet eine der größten Aluminiumhütten Europas.
Zentren des Fremdenverkehrs sind die Seen des Salzkammergutes, die Gebirgslandschaften sowie die Heilbäder und Kurorte wie Bad Ischl, Bad Schallerbach, Bad Hall, Gallspach und Bad Goisern.

Niederösterreich
Niederösterreich, das größte Bundesland, ist das historische Kernland Österreichs. Einst zentral gelegen, wurde es später durch den Zerfall der Habsburger Monarchie zum Grenzland.
Das Land erstreckt sich zu beiden Seiten der Donau, an der Großkraftwerke entstanden sind.
Hauptstadt Niederösterreichs ist St. Pölten, Sitz der Landesbehörden ist Wien. Weitere größere Städte sind Wiener Neustadt, Baden, Klosterneuburg, Krems.
Die Landwirtschaft erzeugt neben Weizen und Zuckerrüben ein Drittel des österreichischen Weins. Weine aus der Wachau, aus Gumpoldskirchen, Baden oder Vöslau sind beliebt. Im südlichen Wiener Becken befinden sich Großbetriebe der chemischen sowie der Eisen- und Metallindustrie, aber auch der Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Wachau, das Gebiet um den Semmeringpass, das Höllental sowie die Orte am Alpenostrand sind Zentren des Fremdenverkehrs.

Burgenland
Das Burgenland, östlichstes Bundesland, ist historisch und geographisch ein Grenzland. Es umfasst die Ausläufer der Alpen, aber auch die Randflächen des Oberungarischen Tieflandes mit dem Neusiedler See, einem beliebten Ausflugsziel für die Bevölkerung Wiens. Das Land hat zudem zahlreiche Wehrburgen und Schlösser aufzuweisen. Im Norden reicht es fast bis zur Donau, im Süden hat es eine nur wenig längere Grenze mit der
Slowakei, im Osten grenzt es an Ungarn und im Westen an Niederösterreich und die Steiermark. Landeshauptstadt ist Eisenstadt
Über 90% der Bevölkerung sprechen Deutsch als Muttersprache; 9% sind Kroaten, ca. 2 % sind ungarischer Herkunft. Als ein Erbe der Zugehörigkeit zu Ungarn ist der Anteil der protestantischen Bevölkerung (14%) größer als in jedem anderen österreichischen Bundesland. Es gibt im Burgenland nur sechs Städte, die bekanntesten sind Eisenstadt, Neusiedl am See, Mettersburg und Rust.
Das Burgenland ist überwiegend ein Agrarland. Angebaut werden Weizen, Mais, Obst, Gemüse, Zuckerrüben, Wein und Sonderkulturen wie Edelkastanien und Tabak. Die wichtigsten Industriezweige des Landes sind die Zuckerherstellung und die Konservenerzeugung.
Das Burgenland kam 1921 zu Österreich. Es ging aus den vier vormaligen ungarischen Gebieten Preßburg, Ödenburg, Eisenburg und Wieselburg hervor. Auf Grund einer Volksabstimmung verblieb Ödenburg bei Ungarn.

Steiermark
Die Steiermark ist das zweitgrößte Bundesland. Im Nordwesten hat sie Anteil an den Kalkbergen des Salzkammergutes. Die Kernlandschaft ist ein von den Flüssen Mur und Mürz gebildetes Tal mit der Hauptstadt Graz, deren Altstadt vom Schlossberg mit dem Uhrturm überragt wird. Graz ist Sitz einer Universität sowie einer Technischen Universität.
Im fruchtbaren Hügelland der Voralpen werden Weizen, Mais, Obst und Wein angebaut, ebenso in den breiten Flusstälern von Mur, Mürz und Enns. In höheren Lagen wird auf Almweiden Viehzucht betrieben. In den waldreichen Gebirgen entwickelte sich eine rege Holz-, Papier- und Zelluloseindustrie. Der wichtigste Bodenschatz ist das Eisenerz, das vor allem am 1465m hohen Erzberg seit dem 12. Jh. im Tagebau abgebaut wird. Hier befinden sich auch wichtige Betriebe der Eisen- und Stahlindustrie. Daneben gibt es reiche Magnesitvorkommen.
Das Gebiet der heutigen Steiermark kam 1050 an die Grafen von Steyr. 1180 wurde die Steiermark selbstständiges Herzogtum, genannt nach der Hauptburg des Markgrafengeschlechts, Steyr. 1282 fiel sie an die Habsburger. 1918 wurde der Südteil mit der Stadt Marburg an Jugoslawien abgetreten, das übrige Gebiet ist seitdem - abgesehen von 1938-45, als es Reichsgau war - österreichisches Bundesland.

Die Österreicher sind eine musikalische Nation
Musik spielt im Alltagsleben der Österreicher eine entscheidende Rolle. Ob auf eigenen Instrumenten, im Konzert, in Cafés  oder im Radio, Strauß-Walzer oder Blasmusik erklingen überall. Schulkinder werden dazu angeregt, ein Instrument zu erlernen und in einem Chor zu singen - wie wie erfolgreich sie sind, beweisen die hervorragenden Wiener Sängerknaben. Musik spielt im Alltagsleben der Österreicher eine entscheidende Rolle. Ob auf eigenen Instrumenten. Diese bedeutende musikalische Tradition reicht über 200 Jahre zurück. Im "Goldenen Zeitalter" der österreichischen Musik (von Mitte des 18. Jh. bis zum frühen 19. Jh.) zog Wien wie ein Magnet die brillantesten Musiker und Komponisten Europas an. Viele deutschsprachige Komponisten zog es in diese Stadt, darunter Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Die Wiener Musikwelt jener Zeit glich einem kleinen Klub, in dem sich alle Komponisten persönlich kannten. Eine Reihe von Gedenkstätten - Geburtshäuser, Wohnungen, Grabstätten und Denkmäler zu Ehren der großen Wiener Komponisten - bewahrt die Erinnerung an die vertraute Atmosphäre dieser Blütezeit. So können Wienbesucher das Haus, in dem Haydn seine letzten Lebensjahre verbrachte, besichtigen. Das Geburtshaus Schuberts und sein Sterbezimmer sind ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich, wie auch die Wohnung, in der Mozart "Die Hochzeit des Figaro" niederschrieb, und das Haus, in dem Beethoven die Symphonie "Eroica" komponierte, ferner die Wohnung, in der Johann Strauß den Walzers "An der schönen blauen Donau" komponierte.

Durch eine zweite Welle bedeutender Komponisten, die die Stadt angelockt hatte, setzte sich das Wiener Musiklebens bis ins späte 19. und frühe 20. Jh. fort: Johannes Brahms kam als 29-jähriger nach Wien und verbrachte fast sein gesamtes Leben hier, Hugo Wolf aus der Steiermark ließ sich in Wien nieder und entwickelte die von Schubert ins Leben gerufene Tradition des deutschen Liedes weiter; Gustav Mahler, eines der bedeutendsten musikalischen Talente Österreichs, wurde Direktor der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker, und der gebürtige Münchner Richard Strauß übernahm einige Jahre später ebenfalls die Leitung der Staatsoper.
Musik hört man fast an jeder Straßenecke, wo junge Konservatoriumsstudenten vor Passanten spielen; Musik erfüllt die Kaffeehäuser, Militärkapellen spielen Märsche, und Geigen, Zithern und Hörner gehören zum Klang der alpenländischen Volksmusik

                                                                                                      Bilder: ©  Michael und Monika Frunzke 
Seite geändert: 27.09.2010