Österreich
Hauptstadt
der Parlamentarisch bundesstaatlichen
Republik
ist Wien.

Das
Land
Lage
Österreich
liegt in Mitteleuropa
Grenzen Im Norden Deutschland und Tschechische Republik, im Osten
Slowakei und Ungarn,
im Süden Slowenien und Italien,
im Westen Liechtenstein und
Schweiz
Fläche 83 859 qkm
(39% Wald, 18% Ackerland, 24%
Weideland)
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Ausdehnung |
von
West nach Ost 573 km, von Nord nach Süd 35 bis 294 km |
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Landesnatur |
Im Süden Ostalpen (zwei Drittel der Fläche), im Nordosten
Alpenvorland, weiter östlich Fortsetzung im Karpatenvorland, im Osten Wiener Becken,
im Norden Österreichisches Granit- und Gneisplateau |
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Höchster Punkt |
Großglockner (3797 m) |
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Gewässer |
Anteil an Donau, Drau, Inn, Enns, Salzach;
Neusiedler See, Attersee, Traunsee, Wörther See, Millstätter See,
Mondsee |
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Klima |
Mitteleuropäisches Übergangsklima, in höheren Lagen
alpines Klima; |
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Sehenswürdigkeiten |
Wien (Hofburg, Stephansdom, Schloss Belvedere,
Schloss Schönbrunn); Salzburg (Festung Hohensalzburg, Dom,
Residenz, Mozarthaus, Schloss Hellbrunn); Innsbruck (u.a. Hofburg, Goldenes
Dachl); Benediktinerabtei Stift Melk; Donau; Burg Hochosterwitz; Rieseneishöhle
am Dachstein, Eisriesenwelt im Tennengebirge, Großglockner, Salzbergwerk in
Hallstatt; Bad Ischl; Tauernkraftwerk Glockner-Kaprun;
Krimmler-Fälle |

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Die
Menschen |
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Bevölkerung |
rund
8,4 Mio. Ew. (91% Österreicher),
davon 64% Stadtbevölkerung |
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Sprache
Deutsch, Analphabetismus unter 5% |
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Wirtschaft |
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Anteil d.
Wirtschaft am BIP |
Landwirtschaft 2%, Industrie 34%, Dienstleistungen
64% |
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Importgüter |
Maschinen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse,
Textilien, Nahrungsmittel, Brennstoffe |
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Exportgüter |
Maschinen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse,
Textilien |
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Eisenbahn |
5672 km (3418 km elektrifiziert) |
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Straßen |
106 268 km (1589 km
Autobahn) |
Bei den zahlreichen ausländischen Besuchern, die es jährlich
in die Touristengebiete der Alpenrepublik zieht, entsteht z.T. der Eindruck,
dass Österreich nur vom Fremdenverkehr und von der Landwirtschaft lebe. Aber das beliebte Urlaubsland ist
eine moderne
Industrienation, und umfangreiche hochwertige Fertigwaren tragen den
Namen "Made in Austria" in alle Welt.
Dank des Reiches Österreich-Ungarn ist die
Hauptstadt unverhältnismäßig groß, in ihr lebt etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Wien war und ist eine politische Hauptstadt, aber auch
ein kulturelles Zentrum, von dem auch nach dem Ersten Weltkrieg noch bedeutende
Impulse für die Welt ausgegangen sind. Berühmte Künstler, Philosophen
und Wissenschaftler, z.B. Arnold Schönberg (19./20.Jh.), Sigmund Freud
(19./20.Jh.), begründeten die Bedeutung Wiens für unsere Zeit. Zu der eindrucksvollen
Atmosphäre tragen auch die letzten alten Wiener Kaffeehäuser, die
Treffpunkte der Intellektuellen und anderer Bürger sind, bei.
Hier hat auch schon
der deutsche Minnesänger Walther von der Vogelweide am Ende
des 12. Jh. das "Singen und Sagen" gelernt.
Die größeren Provinzstädte bilden sowohl kulturell als auch
wirtschaftlich ein deutliches Gegengewicht zu Wien: Salzburg - die Mozartstadt,
Graz - das Zentrum der neueren Literatur und Bregenz mit den Festspielen auf der
Seebühne. Neben der hohen Kunst der Festspiele und der Konzertsäle tragenauch
Künstler mit ihrer Volksmusik mit Geigen, Zithern und
Ziehharmonika bei.
Auch wenn Österreich ein kulturell sehr vielseitiges und
reiches Land ist, kommen doch die meisten Fremden wegen der Landschaft, der
Berge und Seen. Im Gegensatz zu den höheren Westalpen laden die Österreichischen
Alpen eher auch weniger ambitionierte Bergwanderer ein, sie zu
entdecken. Die großen, wildreichen Waldzonen der Ostalpen bieten im Sommer
schattige Wege. Auch für
die Auto-Touristen wurden hier die Berge schon frühzeitig erschlossen. Auf der
bereits 1935 fertig gestellten Großglockner-Hochalpenstraße können sie bis an
den Gletscher des Großglockners heranfahren.
Landschaft und Klima
Das österreichische Staatsgebiet erstreckt sich vom Bodensee
bis zum Neusiedler See. Das Gebirge nimmt etwa zwei
Drittel der Staatsfläche ein.
An die Ostalpen, dazu gehören die Nördlichen Kalkalpen, die
kristallinen Zentralalpen und die Südlichen Kalkalpen, schließt nach
Norden und Nordosten das Alpen- und Karpatenvorland an. Das Alpenvorland wird nach Norden durch die Donau
begrenzt, die über 345km Länge Österreich durchfließt. Enge Durchbruchstäler
wechseln mit weiten Senken und Stromebenen, zu denen auch das Wiener Becken
gehört. Nördlich der Donau erstreckt sich die wellig-hügelige Hochfläche. Im Osten reicht Österreich mit dem
"Burgenland" in die Randgebiete der Kleinen Ungarischen Tiefebene.
Österreich hat ein mitteleuropäisches Übergangsklima mit
zunehmend kontinentalen Zügen gegen Osten.



Bundesländer
Bundesländer
im Westen
Vorarlberg
Dieses
Bundesland liegt zwischen dem Ufer des Bodensees und den vereisten Gipfeln der
Silvrettagruppe (Piz Buin, 3312m), zwischen dem Rheintal und dem Skigelände des
Arlbergs. Es bietet alle landschaftlichen Schönheiten der nördlichen
Ostalpen. Im Zentrum liegen die sanften Hügel
und die Berge des Bregenzer Waldes, im Tal liegt die Bregenzer
Ache.
Durch die Lage entwickelten sich gute
wirtschaftliche Beziehungen zum benachbarten Ausland. Sehr viele Einwohner aus Vorarlberg arbeiten in Liechtenstein und im Kanton St. Gallen
(Schweiz).
In der Wirtschaft überwiegt die Viehzucht, hier werden große Mengen an
Milch, Butter und Käse produziert. Die Vorarlberger Textilindustrie ist über die
Grenzen hinaus bekannt. Eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben spielt im
Sommer wie im Winter der Fremdenverkehr.
Vorarlberg ist ein selbstständiges Bundesland. Die Vorarlberger sprechen Alemannisch, eine deutsche Mundart.
Tirol
Am Fuße des
Karwendelgebirges, im Tal des Inn, liegt die Hauptstadt von Tirol, Innsbruck. Das
ist eine alte Bischofs- und Universitätsstadt, ihre
Blütezeit erlebte sie um 1500 unter Kaiser Maximilian I. Hier findet man zahlreiche prächtige
historische Bauwerke, z.B. das "Goldene Dachl", ein spätgotischer Erker aus dem
Jahre 1501, ist besonders berühmt.
Der Fremdenverkehr gehört zu den größten Devisenbringern. Tirol
ist eine der Drehscheiben des europäischen Verkehrs: Die Inntal- und die
Brenner-Autobahn sind Europa-Straßen, der rund 14km lange Arlberg-Straßentunnel
ist eine wintersichere Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol.


Insbruck
Insbruck
Innerhalb der Industriewirtschaft genießen die Unternehmen Metallwerk Plansee (Pulvermetallurgie), Jenbacher Werke
(Dieselmotoren, Fahrzeuge) und Swarovski (optische Geräte) internationalen
Ruf.
1363 kam Tirol an die Habsburger und damit zu Österreich. 1805
musste Österreich Tirol an Bayern abtreten. Beim Ausbruch des
österreichisch-französischen Krieges von 1809 erhoben sich die Tiroler jedoch
unter der Führung von Andreas Hofer gegen die bayerisch-französische Herrschaft,
scheiterten aber nach beträchtlichen Anfangserfolgen. Hofer wurde verraten und 1810
in Mantua hingerichtet. Erst 1815 fiel ganz Tirol wieder an Österreich.
1919 kam das Gebiet südlich des Brenners "aus strategischen Gründen" an
Italien. Heute erstreckt sich Tirol vom Westen Österreichs bis in den Norden Italiens.
Salzburg
Salzburg
ist Mozarts Geburtsstadt und schon deshalb weit über die
Grenzen hinweg bekannt.
Salzburg liegt im Tal der Salzach, es
ist
die Hauptstadt des gleichnamigen österreichischen Bundeslandes. Die Altstadt wird vom Mönchsberg (505m)
und vom Festungsberg (542m) mit der im Jahre 1077 gegründeten
Hohensalzburg überragt.
Zentrum der Stadt ist der Residenzplatz mit der
erzbischöflichen Residenz (1595-1793). Südlich steht der im 17.Jh. erbaute Dom.
Wichtige Bauwerke sind ferner das erzbischöfliche Palais, die
Benediktinerabtei St. Peter mit der Stiftskirche, die gotische
Franziskanerkirche, der seit 1924 zum Festspielhaus umgebaute ehemalige Marstall
und Mozarts Geburtshaus. In den Stadtteilen rechts der Salzach sind besonders das
Schloss Mirabell und das Mozarteum, die Musikhochschule, zu nennen.
In der
Umgebung der Stadt liegen z.B. die Schlösser Leopoldskron und Hellbrunn mit Barockpark. Als Festspielstadt (seit 1920) gehört Salzburg zu den
beliebtesten Zielen des Fremdenverkehrs.
Das Land Salzburg umfasst im
Wesentlichen das Flussgebiet von Salzach und Saalach mit den umgrenzenden
Bergen.
In der Wirtschaft überwiegen Industrie, Bergbau (u.a.
Salzgewinnung) und Elektrizitätserzeugung (Tauernkraftwerke im Kapruner und
Stubachtal).
Zentren des Fremdenverkehrs sind neben der Landeshauptstadt das
Gasteiner Tal mit den Hauptorten Badgastein und Hofgastein sowie Zell am
See.
Salzburg, ehemals ein Fürstentum, kam erst 1803 zu Österreich.
Kärnten
Kärnten wird Österreichs "Sonnenbalkon" genannt. Es
liegt südlich des
zentralen Alpenwalls und verfügt über ein mildes, schon
südländisches Klima hat. Das Klagenfurter Becken ist der Kernraum des Landes. Nahe
der jugoslawischen und italienischen Grenze liegt Villach, ein bedeutender
Verkehrsknotenpunkt. Ackerbau, Forst- und Almwirtschaft, Holz- und
Papierindustrie sowie Bergbau (Braunkohle, Eisen-, Blei- und Zinkerze) sind
neben dem Fremdenverkehr die wichtigsten Erwerbszweige der Bevölkerung. Berühmt
für seine Jagdwaffen ist das Ferlacher Büchsenmachergewerbe.
Beliebte Ziele der
in- und ausländischen Feriengäste sind die
Badeorte an den schönen Seen, wie z.B. Wörther, Millstätter, Ossiacher und Klopeiner
See. Sie haben hohen Wassertemperaturen im
Hochsommer. Ein weiterer Anziehungspunkt ist Schloss Hochosterwitz, es steht auf einem 160
m hohen Felsen bei Sankt Veit an der Glan.
Kärnten wurde 1335 habsburgisches Erbland und 1849
österreichisches Kronland. Nach dem Ersten Weltkrieg beanspruchte Jugoslawien Südkärnten. Der Abwehrkampf der
Kärntner 1918-1920 verhinderte jedoch die Abtrennung von Österreich (Kärntner
Volksabstimmung vom 10.10.1920).
Bundesländer im Osten
Wien
ist die Hauptstadt der Republik Österreich,
aber auch ein eigenes
Bundesland.
Es
umfasst 415 qkm, im Stadtkern 170 m ü. M., hier
wohnen1,6 Mio. Einwohner.
Wien entstand auf
den Terrassen am Abhang des Wienerwalds, der bogenförmig das rechte Donauufer säumt,
und griff im Lauf der Zeit durch Eingemeindungen (Floridsdorf) auf das linke,
flache Donauufer über. Die Lage am Schnittpunkt der Bernsteinstraße (Nord-Süd)
mit der Donaustraße (West-Ost) sowie die Stellung als Residenz sind wesentlich
für den Aufstieg Wiens. Heute ist Wien Sitz der Bundesregierung, der
Landesregierung von Wien und zahlreicher internationaler Organisationen sowie
eines katholischen Erzbischofs, eines evangelischen Bischofs und eines
griechisch-orthodoxen Metropoliten. Die Altstadt gehört seit 2001 zum
Weltkulturerbe, sie wird umschlossen von der Ringstraße, die nach 1858 anstelle der Stadtmauern
angelegt wurde. Die Vorstädte Josefstadt und Wieden schließen sich an. Gegen Westen folgen Vororte, z. T. ehemalige
Dörfer.
Wahrzeichen Wiens ist der romanisch-gotische Stephansdom (13.-16. Jh.) im Stadtkern. Die meisten
bedeutenden Bauten stammen aus dem Barock, z.B. zahlreiche Kirchen (Karls-, Peters-,
Jesuitenkirche) und Adelspalais, wie die Anlagen für Prinz Eugen (Winterpalais
und Belvedereschlösser), Palais Starhemberg, Liechtenstein, Gardepalais und
Schönbrunn. Die Hofburg besteht aus verschiedenen Bauteilen (Hofbibliothek und
Winterreitschule von Fischer von Erlach).
Wien ist ein mitteleuropäisches
Kulturzentrum mit Universität (1365) und 7 weiteren Hochschulen, Sammlungen und
Archiven (u. a. kunsthistorische Museen, grafische Sammlung Albertina,
Österreichische Galerie, Museum des 20. Jh., Völkerkundemuseum,
naturhistorisches und technisches Museum), Nationalbibliothek, Akademie der
Wissenschaften. Wien ist eine führende Theaterstadt (Burgtheater, Staatsoper), Sitz
der zentralen Bundesbehörden und der niederösterreichischen Landesregierung,
Tagungsort der UN.
Wien ist
aber auch die wichtigste Handels- und auch Industriestadt Österreichs; es hat vor allem
chemische, feinmechanische, elektrotechnische, Metall verarbeitende,
Lederwaren-, Nahrungsmittelindustrie, grafisches und Kunstgewerbe. Bedeutend ist
der Fremdenverkehr. Es gibt 5 Kopfbahnhöfe, mehrere Hafenanlagen an der Donau
und den Flughafen Wien-Schwechat.
Größte und bekannteste Parkanlage Wiens ist sicherlich der
Prater. Das ehemalige kaiserliche Jagdrevier wurde 1766 von Kaiser Joseph II.
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und später allmählich zu einem Vergnügungspark
umgestaltet. Heute geht es hier am Abend dank Spielhallen, Loopingbahnen und
vielen anderen Attraktionen laut zu, aber an schönen Nachmittagen
ist der Prater von einer ruhigen Vergnüglichkeit. Eine Fahrt mit dem 1896/1897
anlässlich der Weltausstellung errichteten Riesenrad sollte man unbedingt wagen, denn es bietet einen schönen Blick über
die Stadt. Mit der Liliputbahn kann man eine kleine Erkundungsfahrt durch das
Gebiet des grünen Praters zum Praterstadion machen.
Zahlreiche, über die gesamte Parkanlage verteilte Lokale laden zum Verweilen
ein.
Geschichte
Etwa 500 v. Chr. bewohnten Kelten die Gegend des heutigen Wien.
Aus dem Namen der keltischen Siedlung Vêdunja ("Waldbach") leitet sich der
heutige Name ab. Daneben wurde um 70 die römische Lagerstadt Vindobona
gegründet. Aus ihr entwickelte sich das mittelalterliche Wien, 881 als Wenia
erwähnt. Karl der Große zerstörte das seit dem 6. Jh. dort
entstandene Awarenreich und gründete die Ostmark. Otto II. verlieh die
Markgrafschaft 976 an seinen Anhänger Leopold I. von Babenberg, dessen
Nachfolger (seit 1156 Herzöge) ihre Residenz vom Leopoldsberg nach Wien
verlegten. Leopold IV., Erbauer einer Burg am Platz der heutigen Hofburg,
verlieh 1221 das Stadtrecht.
Die Kreuzzüge begünstigten die Entwicklung bis 1237. Ottokar II. vom Böhmen gab
Wien 1274 seine Befestigungen, die etwa 600 Jahre erhalten blieben. Seit 1276 war Wien
Residenz der Habsburger. Herzog Rudolf IV. gründete 1365 die Universität
und ließ den Stephansdom ausbauen, 1469 wurde die Stadt zum Bistum erhoben.
1485-1490 war Wien vom Ungarnkönig Matthias Corvinus besetzt. Unter dem
kaiserlichen Feldhauptmann Graf Niklas Salm widerstand es 1529 dem
Angriff der Türken unter Süleiman dem Prächtigen. Im Dreißigjährigen
Krieg wurde Wien 1619 von böhmischen Protestanten unter Graf Matthias
Thurn und 1645 vom Schwedengeneral Torstenson belagert. 1683
verteidigte Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg die Stadt gegen das
Türkenheer unter Kara Mustafa bis zur Befreiung durch
kaiserliche und polnische Truppen. Unter der Regierung Karls VI. und der
Kaiserin Maria Theresia wurde Wien gesellschaftlicher und politischer
Mittelpunkt der Monarchie; im 18. und 19. Jh. entfalteten sich Kunst und
Kultur (Wiener Schule) zu glanzvoller Höhe. 1804 wurde
Wien Hauptstadt des
Kaiserreichs Österreich, 1805/06 von Franzosen besetzt. Der Wiener Kongress 1814/1815 bestimmte die Gestaltung des neuen
Europa nach dem Sturz Napoleons. Politische Reaktion und blutige
Aufstände 1848 endeten mit dem Sturz Metternichs. Unter Kaiser Franz
Joseph I. erhielt Wien das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. 1922 schied
Wien aus dem Verband Niederösterreichs aus und wurde ein eigenes Bundesland.
Nach dem "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland 1938 entstand durch
Eingemeindung der Reichsgau Groß-Wien. 1945-1955 stand Wien unter
Viermächteverwaltung. Die Einteilung in die heutigen Bezirke erfolgte 1954.
Oberösterreich
Oberösterreich erstreckt sich beiderseits der Donau zwischen
dem Böhmerwald im Norden und dem Dachstein im Süden, dem Unterlauf des Inns im
Westen und der Enns im Osten. Die Seenregion des Salzkammerguts zählt zu den
schönsten Teilen Österreichs - mit Atter-, Mond-, Traun- und Wolfgangsee.
An der Donau und ihrem Nebenfluss, der Enns, entstanden
einige Großkraftwerke. Die Landwirtschaft
nutzt je rund ein Viertel der Landesfläche als Ackerland bzw. als Grünland. Der
Anbau von Getreide, Zuckerrüben und Obst sowie die Viehzucht
konzentrieren sich auf das Alpenvorland.
Die Salzgewinnung im Salzkammergut war schon in
vorgeschichtlicher Zeit bedeutend und führte zur Ausbildung der Hallstattkultur.
Linz und Steyr sind die wichtigsten Standorte der Schwer-, Maschinen- und
chemischen Industrie Österreichs. In Steyr haben sich die
Steyr-Daimler-Puch-Werke zu einem bekannten Motoren-, Traktoren-,
Lastkraftwagen- und Kugellagerproduzenten entwickelt. In Ranshofen arbeitet eine
der größten Aluminiumhütten Europas.
Zentren des Fremdenverkehrs sind die Seen des Salzkammergutes, die
Gebirgslandschaften sowie die Heilbäder und Kurorte wie Bad Ischl, Bad
Schallerbach, Bad Hall, Gallspach und Bad Goisern.
Niederösterreich
Niederösterreich, das größte Bundesland, ist das historische
Kernland Österreichs. Einst zentral gelegen, wurde es später durch den Zerfall der
Habsburger Monarchie zum Grenzland.
Das Land erstreckt sich zu beiden Seiten der Donau, an der
Großkraftwerke entstanden sind.
Hauptstadt Niederösterreichs ist St. Pölten, Sitz der
Landesbehörden ist Wien. Weitere größere Städte sind Wiener Neustadt, Baden,
Klosterneuburg, Krems.
Die Landwirtschaft erzeugt neben Weizen und Zuckerrüben ein
Drittel des österreichischen Weins. Weine aus der Wachau, aus Gumpoldskirchen,
Baden oder Vöslau sind beliebt. Im südlichen Wiener Becken befinden sich
Großbetriebe der chemischen sowie der Eisen- und Metallindustrie, aber auch der
Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Die Wachau, das Gebiet um den
Semmeringpass, das Höllental sowie die Orte am Alpenostrand sind Zentren des
Fremdenverkehrs.
Burgenland
Das Burgenland, östlichstes Bundesland, ist historisch und
geographisch ein Grenzland. Es umfasst die Ausläufer der Alpen, aber auch die
Randflächen des Oberungarischen Tieflandes mit dem Neusiedler See, einem
beliebten Ausflugsziel für die Bevölkerung Wiens. Das Land hat zudem zahlreiche
Wehrburgen und Schlösser aufzuweisen. Im Norden reicht es fast bis zur Donau,
im Süden hat es eine nur wenig längere Grenze
mit der Slowakei,
im Osten grenzt
es an Ungarn und im Westen
an Niederösterreich und die Steiermark.
Landeshauptstadt ist Eisenstadt
Über 90% der Bevölkerung sprechen Deutsch als Muttersprache; 9%
sind Kroaten, ca. 2 % sind ungarischer Herkunft. Als ein Erbe der Zugehörigkeit zu
Ungarn ist der Anteil der protestantischen Bevölkerung (14%) größer als in jedem
anderen österreichischen Bundesland. Es gibt im Burgenland nur sechs Städte, die
bekanntesten sind Eisenstadt, Neusiedl am See, Mettersburg und
Rust.
Das Burgenland ist überwiegend ein Agrarland. Angebaut werden
Weizen, Mais, Obst, Gemüse, Zuckerrüben, Wein und Sonderkulturen wie
Edelkastanien und Tabak. Die wichtigsten Industriezweige des Landes sind die
Zuckerherstellung und die Konservenerzeugung.
Das Burgenland kam 1921 zu
Österreich. Es ging aus den vier vormaligen ungarischen Gebieten Preßburg,
Ödenburg, Eisenburg und Wieselburg hervor. Auf Grund einer Volksabstimmung
verblieb Ödenburg bei Ungarn.
Steiermark
Die Steiermark ist das zweitgrößte Bundesland. Im Nordwesten
hat sie Anteil an den Kalkbergen des Salzkammergutes. Die Kernlandschaft ist ein
von den Flüssen Mur und Mürz gebildetes Tal mit der Hauptstadt Graz, deren Altstadt vom Schlossberg mit dem Uhrturm überragt wird. Graz ist Sitz
einer Universität sowie einer Technischen Universität.
Im fruchtbaren Hügelland der Voralpen werden Weizen, Mais, Obst
und Wein angebaut, ebenso in den breiten Flusstälern von Mur, Mürz und Enns. In
höheren Lagen wird auf Almweiden Viehzucht betrieben. In den waldreichen
Gebirgen entwickelte sich eine rege Holz-, Papier- und Zelluloseindustrie. Der
wichtigste Bodenschatz ist das Eisenerz, das vor allem am 1465m hohen Erzberg
seit dem 12. Jh. im Tagebau abgebaut wird. Hier befinden sich auch
wichtige Betriebe der Eisen- und Stahlindustrie. Daneben gibt es reiche
Magnesitvorkommen.
Das Gebiet der heutigen Steiermark kam 1050 an die Grafen von
Steyr. 1180 wurde die Steiermark selbstständiges Herzogtum, genannt nach der
Hauptburg des Markgrafengeschlechts, Steyr. 1282 fiel sie an die Habsburger.
1918 wurde der Südteil mit der Stadt Marburg an Jugoslawien abgetreten, das
übrige Gebiet ist seitdem - abgesehen von 1938-45, als es Reichsgau war -
österreichisches Bundesland.
Die Österreicher
sind eine musikalische Nation
Musik spielt im Alltagsleben der Österreicher eine
entscheidende Rolle. Ob auf eigenen Instrumenten, im Konzert, in Cafés oder im Radio,
Strauß-Walzer oder Blasmusik erklingen überall. Schulkinder werden dazu angeregt, ein Instrument zu erlernen und in einem
Chor zu singen - wie wie erfolgreich sie sind, beweisen die
hervorragenden Wiener Sängerknaben. Musik spielt im Alltagsleben der Österreicher eine
entscheidende Rolle. Ob auf eigenen Instrumenten. Diese bedeutende musikalische Tradition reicht über 200 Jahre
zurück. Im "Goldenen Zeitalter" der österreichischen Musik (von Mitte des 18.
Jh. bis zum frühen 19. Jh.) zog Wien wie ein Magnet die
brillantesten Musiker und Komponisten Europas an. Viele deutschsprachige
Komponisten zog es in diese Stadt, darunter Christoph Willibald Gluck, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart,
Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Die Wiener Musikwelt jener Zeit glich einem kleinen
Klub, in dem sich alle Komponisten persönlich kannten.
Eine Reihe
von Gedenkstätten - Geburtshäuser, Wohnungen, Grabstätten und Denkmäler zu Ehren
der großen Wiener Komponisten - bewahrt die Erinnerung an die vertraute
Atmosphäre dieser Blütezeit. So können Wienbesucher das Haus, in
dem Haydn seine letzten Lebensjahre verbrachte, besichtigen. Das Geburtshaus
Schuberts und sein Sterbezimmer sind ebenfalls für die Öffentlichkeit
zugänglich, wie auch die Wohnung, in der Mozart "Die Hochzeit des Figaro"
niederschrieb, und das Haus, in dem Beethoven die Symphonie "Eroica"
komponierte, ferner die Wohnung, in der Johann Strauß den
Walzers "An der schönen blauen Donau" komponierte.
Durch eine zweite Welle bedeutender Komponisten, die die Stadt
angelockt hatte, setzte sich das Wiener Musiklebens bis ins
späte 19. und frühe 20. Jh. fort: Johannes Brahms kam als
29-jähriger nach Wien und verbrachte fast sein gesamtes Leben hier, Hugo Wolf
aus der Steiermark ließ sich in Wien nieder und entwickelte die von Schubert ins
Leben gerufene Tradition des deutschen Liedes weiter; Gustav Mahler, eines der
bedeutendsten musikalischen Talente Österreichs, wurde Direktor der Wiener
Staatsoper und der Wiener Philharmoniker, und der gebürtige Münchner Richard
Strauß übernahm einige Jahre später ebenfalls die Leitung der Staatsoper.
Musik hört man fast an jeder Straßenecke, wo junge Konservatoriumsstudenten vor Passanten spielen; Musik
erfüllt die Kaffeehäuser, Militärkapellen spielen Märsche, und Geigen, Zithern
und Hörner gehören zum Klang der alpenländischen Volksmusik
Bilder: © Michael
und Monika Frunzke
Seite
geändert: 27.09.2010