Neuseeland
Hauptstadt: Wellington
Wen von uns lockt es nicht,
einmal Neuseeland zu sehen?
Neuseeland, mitunter auch Middle Earth
genannt, am "Ende der Welt", ist ein faszinierendes Land. Die leider
seltenen Berichte und Reportagen, die man sehen kann,
zeugen davon. Die Natur zeigt sich auf unterschiedlichste
Art: Dünen und Gletscher, Halbwüsten und Wasserfälle, Vulkane und
eiskalte Seen, Geysire und kühle Fjorde, Urwälder und
Schafweiden, sanfte Buchten und wilde Canyons.
Sehr schöne Landschaften prägen den Inselstaat zwischen
Äquator und Antarktis.
Neuseeland (englisch: New
Zealand; auf
maori üblich: Aotearoa)
ist ein Inselstaat. Er liegt im südlichen Pazifischen Ozean, die nächsten größeren
Landmassen sind das ungefähr 1500 km nördlich gelegene Neukaledonien, das durch die Tasmanische See
getrennte Australien, etwa
1600 km nordwestlich, und südlich das knapp 3000 km entfernt liegende antarktische Festland.
Neuseeland
besteht aus zwei Hauptinseln, der Nord- und der Südinsel, sowie zahlreichen
kleineren Inseln. Die größten darunter sind Stewart Island,
Great Barrier Island und Chatham Island.
Neuseeland kann
man weder geographisch noch kulturell eindeutig einem
bestimmten Kontinent zuordnen. Das Land liegt teils auf der Australischen,
teils auf der Pazifischen Platte, und die Bevölkerung
wurzelt überwiegend in zwei verschiedenen Kulturräumen: die Nachfahren der
größtenteils britischen Kolonisten im europäischen, die Maori im polynesischen Kulturkreis Ozeaniens.
Neuseeland gehört -
wie alle Länder an der Grenze zur Pazifischen
Platte - zum Pazifischen Feuerring. Das führt zu Erdbeben,
Verwerfungen und zu erhöhter vulkanischer Aktivität. In Neuseeland liegen einige der
aktivsten Vulkane der Erde. Diese befinden sich ausschließlich in der nördlichen
Hälfte des Landes, bes. in der Taupo Volcanic Zone, die sich im Zentrum
der Nordinsel befindet: So sind z. B. alle drei Vulkane der Zentralen
Hochebene noch aktiv, die letzte Eruption des Stratovulkans Ruapehu ereignete sich 1997. In der Gegend der
Bay of Plenty ist die
Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, sodass hier geothermische
Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem
Gebiet ist White Island, dessen letzte große Eruption
im Jahr 2000 stattfand. Hier zeigen sich die Kräfte der Erde auch in
Form der Geothermie, die als Geysire oder heiße Quellen (insgesamt 67 in
Neuseeland) zu Tage treten. Neben dem Gebiet um Taupo existieren noch 29 weitere solcher Bereiche in
Neuseeland, hauptsächlich auf der Nordinsel (z. B. Northland, die Hauraki
Plains und die Bay of Plenty), aber
auch auf der Südinsel, z. B. die heißen Quellen in Hanmer
Springs.
Neuseeland besitzt mit alpinen bis zu subtropischen Gegenden
ein großes Spektrum reizvoller Landschaften und zieht in zunehmendem Maße
Touristen an.
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bindungen an das
einstige Mutterland Großbritannien gelockert, denn seine politische und
wirtschaftliche Zukunft sieht Neuseeland immer mehr im pazifisch-asiatischen
Raum.
Natur und Klima
Das
Land ist etwa halb so groß wie Frankreich, zu ihm gehören neben den beiden
Hauptinseln die Stewartinsel, die Chathaminseln, die Kermadecinseln sowie
mehrere kleine Eilande. Die Cookinseln und Niue sind selbst verwaltete
assoziierte Territorien Neuseelands. Die Tokelauinseln, ein Überseeterritorium,
sprachen sich Anfang 2006 gegen eine Unabhängigkeit aus.
Höchster
Berg: Mt
Cook 3754m
Längster Fluss: Waikato
425km
Größter Gletscher: Tasman
29km
Höchster Vulkan: Mt
Ruapehu 2797m
Größter See: Taupo
606qkm
Größte heiße Quelle der Welt (200°C) Frying
Pan Lake (bei Rotorua) 38000qm
Südinsel mit Südalpen
Die Südlichen Alpen ziehen
sich über 500 km wie ein Rückgrat über die Südinsel; von den
20 Dreitausendern ist der Mt. Cook mit 3764 m der höchste. In der Eiszeit
überformten mächtige Gletscher das Gebirge, sie brachten Zungenbecken hervor, die
sich anschließend z. T. mit Wasser füllten. Heute findet man hier noch über
350 Gletscher, der 27 km lange Tasmangletscher ist der
längste von ihnen. Im Osten und Südosten sind dem Gebirge fruchtbare Hügel- und
Flachländer vorgelagert. Gegen Westen fallen die Südlichen Alpen steil zur
Tasmansee ab. Im äußersten Südwesten erstreckt sich das 2000 - 2500 m hohe, von
vielen Fjorden durchbrochene Gebirgsmassiv der Fjordlands.
Nordinsel mit Vulkanen
Jenseits der Cookstraße (23 km breit)
setzen sich die Ausläufer der Südlichen
Alpen auf der Nordinsel fort. Das Zentrum der Insel wird von Vulkanen beherrscht,
z.B. dem
2797 m hohen Mount Ruapetu, und von Kraterseen (z.B. dem Lake Taupo). Im Norden fächert sich die Insel in die zwei
stark gegliederten Coromandel- und Aucklandhalbinseln auf.
Neuseeland ist ein noch
junges, gebirgiges Land, das von Vulkanismus (der Mount Ruapehu und der Mount Ngauruhoe sind bis
heute aktiv) und Erdbeben
geprägt wird. Von einem lebhaften Vulkanismus zeugen ebenso zahlreiche
Thermalquellen und Geysire.
Geschützte Natur
Die meisten Pflanzen Neuseelands kommen nur in
in diesem Land vor. Ursprünglich waren immergrüne Lorbeer-, Koniferen- und
Südbuchenwälder weit verbreitet. Unter dem Einfluss des Menschen drangen aber
die
Tussockgrasflächen (eine Pflanzenwuchsform, bei der viele Triebe einer Pflanze eng
aneinander stehen. Diese Wuchsform entsteht durch eine basale Verzweigung der
Pflanze, ohne dass Ausläufer gebildet
werden. Die Seitentriebe stehen meist aufrecht. Eine Besonderheit sind die über
170 verschiedenen, teils mehr als 10 m hohen Farnarten; der Silberfarn ist die
Nationalpflanze Neuseelands.
Europäische Tiere haben die ursprüngliche Fauna
verdrängt, in der es keine Säugetiere gab, sondern besonders
flugunfähige Laufvögel wie Kiwis und Moas.
Heute steht fast ein Drittel Neuseelands unter Naturschutz, ein Zehntel liegt
innerhalb der 14 Nationalparks, deren ältester bereits 1887 errichtet wurde.
Ferner gibt es zahlreiche Wald-, Meeres- und Küstenschutzgebiete.
Feuchtmildes Klima
Im Norden herrscht ein subtropisches, ansonsten ein warmgemäßigtes Klima.
Aufgrund des ozeanischen Einflusses variieren die Temperaturen im Jahresverlauf
nur relativ wenig. So schwanken z.B. in Auckland die Durchschnittstemperaturen zwischen
12 °C im Juni und 19 °C im Januar. Das ganze Jahr fallen z.T. heftige
Niederschläge, in den meisten Regionen mehr als 1000 mm. Häufig wehen kräftige
Westwinde.
Bevölkerung
Nur etwas über vier Millionen Menschen leben in Neuseeland -
weite Teile sind nahezu unberührt. Der Großteil der Einwohner
sind Weiße mit meist angloirischer Abstammung. Etwa 15% der Bevölkerung zählen zu
den Maori, hinzu kommen noch Zuwanderer aus Polynesien und Asien. Die
polynesischen Maori konnten erst nach langen Auseinandersetzungen mit der
weißen Mehrheit die Anerkennung und Neubelebung ihrer Kultur durchsetzen.
Drei Viertel der
Neuseeländer leben auf der Nordinsel, die Südinsel ist nur dünn besiedelt.
Obwohl Neuseeland bis heute ein Einwanderungsland ist, emigrieren seit den
1970er Jahren viele Neuseeländer nach Australien und Großbritannien.
Wirtschaft
und Verkehr
Um 1970 erlebte Neuseeland eine schwere wirtschaftliche
Rezession, ausgelöst durch sinkende Weltmarktpreise für die
Hauptausfuhrerzeugnisse und durch steigende Ölpreise. Aber auch der Eintritt Großbritanniens in
die EG war für Neuseeland nachteilhaft, da dieser den Absatz in einem der wichtigsten Abnehmerländer drastisch
einschränkte. Mit der Erschließung neuer Märkte, vor allem in Australien, Japan
und den USA, sowie durch Deregulierungen und Privatisierungen erfuhr die
Wirtschaft einen neuen, nachhaltigen Aufschwung.
Über die Hälfte der Landesfläche dient als Weidefläche, auf der ca.
46 Mio.
Schafe grasen. Obwohl die
Landwirtschaft weniger als ein Zehntel zur Wirtschaftsleistung beiträgt, stellen
land- und forstwirtschaftliche Produkte über die Hälfte des Exportvolumens. Eine
immer größere Rolle spielt der Fischfang.
Neuseeland verfügt über nur wenige Rohstoffe, in erster Linie Kohle,
Eisensande und Gold; auch werden Erdöl und Erdgas gefördert. Die meist auf der
Nordinsel angesiedelte Industrie hat ihre Schwerpunkte in der Nahrungsmittel-
und
Textilindustrie, aber auch in der Holzbranche. Bedeutend sind auch die Stahl- und Aluminiumerzeugung
und der Maschinen-, Kfz- und Flugzeugbau.
Handel
und Tourismus
Aufgrund der großen Entfernung zu den wichtigsten Außenhandelspartnern kommt
dem Luftverkehr auch für den Gütertransport große Bedeutung zu. Die meisten
Waren werden aber aus Kostengründen per Schiff ausgeführt. Im Binnenverkehr
spielt das gut ausgebaute Straßennetz die dominierende Rolle; Eisenbahnen gibt
es nur an den flachen Küstenabschnitten.
Obwohl
die großen Reisenationen weit entfernt sind, kommt dem Tourismus
wachsende Bedeutung zu. Neuseelands Naturschönheiten, vor allem der
Tongariro-Nationalpark, der Fjordland-Nationalpark und die zahlreichen Gletscher der Südlichen Alpen, aber
auch Städte wie Auckland, Wellington, Christchurch, Napier und Dunedin ziehen
jedes Jahr mehr als 2 Millionen ausländische Touristen an.
White
Island
Auf White Island, einer Insel östlich der Nordinsel, befindet
sich das beeindruckendste Thermalgebiet Neuseelands - inklusive einem aktiven
Vulkan.
Beißender Schwefelgeruch hängt über dem Land, der beim Anblick des in
allen Farben schillernden Kratersees aber sofort vergessen ist. Gasmasken
schützen die Besucher.
Wer sich an dieser außergewöhnlichen Landschaft nicht
satt sehen kann, sollte das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland besuchen, das
farbenprächtigste Thermalgebiet Neuseelands.
Der schönste
Wanderweg der Welt Milford Track
Ein wanderbegeisterten Neuseeländer
möchte mit großer Wahrscheinlichkeit, dass er einmal
im Leben auf dem Milford Track wandern kann.
Über vier Tage legt man 53
Kilometer quer durch das Fjordland zurück - vorbei an den Sutherland Falls, die
weltweit zu den längsten Wasserfällen zählen, und über den 1073 Meter hohen
Mackinnon-Pass. Da täglich nur 90 Personen den Track beginnen dürfen, sind die
Touren über Monate ausgebucht - wer also eine der schönsten Landschaften
Neuseelands kennenlernen möchte, sollte sich frühzeitig um einen Platz
kümmern.
neuseeland.auswärtiges.amt.de
Reisen
nach Neuseeland
Seite geändert: 23.07.2010