Liechtenstein
Hauptstadt:
Vaduz
Fürstentum
Liechtenstein
| KFZ-Kennzeichen |
FL |
| Fläche |
160 qkm |
| Einwohner |
35000 |
| Zeitzone |
Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache(n) |
Deutsch |
| Staatsform |
konstitutionelle Monarchie auf parlamentarischer Grundlage |
| Währung |
1 Schweizer Franken = 100 Rappen |
Hören
wir den Namen Liechtenstein, verbinden wir mit diesem relativ
kleinen Fürstentum Begriffe wie Steueroase, Briefkastenfirmen, Briefmarken. Doch der alpine Kleinstaat ist
weitaus mehr.
Liechtenstein ist ein landschaftlich reizvolles Gebiet. Es
erstreckt sich vom Rheintal in knapp 500 m Höhe bis ins Hochgebirge des Rätikons.
Und hier findet man immerhin Gipfel mit über 2000m Höhe:
den Vordergrauspitz (2599 m) und das Schwarzhorn (2574 m) als höchste Gipfel. In den
fruchtbaren Tälern beherrschen Wiesen, Äcker, Gemüse- und Obstgärten das Bild.
An den Berghängen findet man würzige Alpweiden, Wälder,
auch Rebstöcke. Aber hier gibt es auch
unwirtliche Schutt- und Felszonen.
Nur knapp
ein Viertel der Gesamtfläche des Fürstentums entfällt auf das flache Rheintal,
bei dem milden Klima hier wachsen Weizen, Mais und Tabak, ansonsten
herrscht in Liechtenstein die Vieh- und Forstwirtschaft traditionell vor.
Hier
noch einige Fakten:
| Das
Land |
| Lage |
Mitteleuropa; |
| Zeitzone |
MEZ |
| Fläche |
160 qkm |
| Ausdehnung |
Nord-Süd 25 km, West-Ost 12,5 km |
| Gewässer |
Anteil am Rhein
und Samina |
| Klima |
Relativ milde Winter, warme Sommer |
| Sehenswürdigkeiten |
Landesmuseum in Vaduz; Schloss
Vaduz |
| Die
Menschen |
| Bevölkerung |
34 000 Einwohner
(Liechtensteiner, 34 %
Ausländer: Schweizer, Österreicher, Deutsche) |
| Religion |
Römisch-katholische Kirche |
| Sprache |
Deutsch |
| Wichtige Orte |
Vaduz, Schaan, Balzers, Triesen,
Eschen, Mauren |
| Wirtschaft |
| Währung |
1 Schweizer Franken =
100 Rappen |
| Bruttoinlandsprodukt |
4,349 Mrd. Schweizer
Franken |
| Anteil d.Wirschaftssektoren am
BIP |
Landwirtschaft 1 %, Industrie 49 %,
Dienstleistungen 50 % |
| Eisenbahn |
18,5 km |
| Straßen |
250 km (überörtliche
Straßen) |
Vom Agrarland zum Industriestaat
Noch vor mehr als 30 Jahren war die Landwirtschaft ein
entscheidender Wirtschaftsfaktor des Fürstentums. Heute sind nur noch etwa 1 %
der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Liechtenstein kann
als ein Wirtschaftswunderland bezeichnet werden, denn innerhalb von wenigen
Jahrzehnten hat es sich vom unterentwickelten Bauernland zu einem der
reichsten Staaten der Welt entwickelt. Die Industrie konzentriert sich auf die
Erzeugung hochwertiger Spezialprodukte. Neben dem seit 1923 bestehenden
Währungs-, Wirtschafts- und Zollvertrag mit der Schweiz wirkte sich auch die
Steuergesetzgebung positiv auf die Entwicklung zum Industriestaat aus. Das Land
ist in internationalen Finanzkreisen als "Steueroase" und Bankplatz geschätzt.
Zahlreiche ausländische Unternehmen sind hier als "Briefkastenfirmen" vertreten,
und die Besteuerung dieser Gesellschaften bildet eine erhebliche Einnahmequelle
des Staates. Nachdem 1999 Vorwürfe gegen das Land erhoben wurden, illegale
Geldgeschäfte zu unterstützen, hat Liechtenstein seine Gesetzgebung angepasst,
um den Finanzplatz vor Kriminalität und Geldwäscherei zu schützen. Heute erfüllt
das Land hohe internationale Standards.
Geschichtliches
1999 feierte das Fürstentum Liechtenstein sein 280-jähriges Bestehen. Die
Geburtsstunde des Landes war das Jahr 1719, als Kaiser Karl VI. die Grafschaft Vaduz und
die Herrschaft Schellenberg, die die Familie Liechtenstein kurz zuvor durch Kauf
erworben hatte, zum Fürstentum erhob. Die Familie
Liechtenstein lässt sich bis in das 12. Jahrhundert nachweisen, sie war in
Niederösterreich ansässig; ihr Name leitet sich von der Feste Liechtenstein bei
Mödling vor Wien ab. Erst 1938 wurde Schloss Vaduz ständige Residenz.
Seit 1866 ist das Fürstentum Liechtenstein ein unabhängiger
neutraler Staat. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die starke Bindung an
Österreich zu Gunsten einer engen Anlehnung an die Schweiz aufgegeben.
Mit der Verfassung aus dem Jahr 1921 wurde das Fürstentum
Liechtenstein eine konstitutionelle Monarchie mit demokratisch-parlamentarischer
Regierungsform. 2003 sprach sich die Bevölkerung nach langjährigen
Auseinandersetzungen in einem Referendum für eine vom Fürsten lancierte
Verfassungsänderung aus.
Staatsoberhaupt ist der regierende Fürst. Die
25 Abgeordneten des Landtags (Parlament) werden auf 4 Jahre gewählt; für Männer
über 20 Jahren besteht Wahlpflicht, Frauen haben erst seit 1986 allgemeines
Stimmrecht. Nach dem Vorbild der Schweiz hat die Bevölkerung ein Initiativ- und
Referendumsrecht. In Ländern, in denen Liechtenstein keine eigenen Botschaften
hat, werden die Interessen durch die Schweiz wahrgenommen
| 1342 |
Die Grafschaft Vaduz
entsteht |
| 1712 |
Das Haus Liechtenstein erwirbt die
Garfschaft Vaduz |
| 1719 |
Die vereinten Herrschaften
Schellenberg und Vaduz werden zum Reichsfürstentum Liechtenstein
erhoben |
| 1815-1866 |
Liechtenstein ist Teil des Deutschen
Bundes |
| 1921 |
Liechtenstein erhält eine
parlamentarische Verfassung |
| 1923/1924 |
Zoll- und Währungsunion mit der
Schweiz |
| 1989 |
Franz Joseph II. stirbt; Nachfolger
wird sein Sohn Hans-Adam II. |
| 1990 |
Liechtenstein wird
UN-Mitglied |
| 1995 |
Liechtenstein beteiligt sich am
Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) |
| 2004 |
Hans-Adam II. überträgt die
Amtsgeschäfte auf Erbprinz Alois |
Seite
geändert: 19.05.2010