Jordanien
Hauptstadt: Amman

| Offiz. Name |
Haschemitisches Königreich Jordanien |
| KFZ-Kennz. |
JOR |
| Fläche |
89 342 km² |
| Einwohner |
5,7 Mio. |
| Zeitzone |
Mitteleuropäische Zeit +1 Std. |
| Amtssprache |
Arabisch |
| Staatsform |
konstitutionelle Monarchie |
Die überwältigende
Vielfalt der Naturlandschaften und historischen Denkmale machen das Land zwischen Jordan und Wüste zu einem der faszinierendsten
Reiseziele im Nahen Osten. Hier gewinnt das Geschehen des Alten und Neuen Testaments
Anschaulichkeit, wird die griechisch-römische Antike lebendig, hier erhält man Einblicke
in die islamische
Frühzeit. Das karge Leben der Beduinen wird
sichtbar, jeder Besucher stößt irgendwann auf die Spuren des
geheimnisumwitterten Arabien. Nicht minder legendär: die
Hedjas-Bahn, die gemächlich durch Geschichte und Gegenwart fährt, während die
Welt der Wüsten, Wadis und Felsenmeere im weiten, leeren Süden
zurückbleibt. Bekannt auch das Tote Meer, und das
fruchtbare Jordan-Tal verspricht Kühle und Frische. Der Staat Jordanien in seinen heutigen Grenzen entstand
im
20. Jh. Zuvor war das Gebiet immer ein Teil anderer Reiche, dann ein
Land zwischen den Interessen der westlichen Großmächte. Die gemäßigte
Haltung gegenüber Israel führte zu Konflikten mit den Palästinensern, die erst
nach blutigen Kämpfen beigelegt wurden. Im Gegensatz zu anderen Staaten
der arabischen Welt ist die politische und soziale Situation in dem Land, das
zum größten Teil aus Wüste besteht, sehr stabil.
Nach
Abtretung der 1950 annektierten Gebiete westlich des Jordans besteht das Land
aus der Ostflanke des großen Grabenbruchs der Jordansenke und den begleitenden
Zügen des ostjordanischen Berglandes mit den biblischen Landschaften Moab und
Edom. Nach Osten schließen sich die Tafelländer der Syrischen Wüste an.
Das Bergland ist bis zu 1700 m hoch, während die maximal 40 km breite
Jordansenke - die tiefste Depression der Erde - bis auf 400 m unter den
Meeresspiegel absinkt. Der 330 km lange Jordan mündet ins Tote Meer, einen stark
schrumpfenden Salzsee an der israelisch-jordanischen Grenze. Der Grabenbruch
setzt sich südlich des Toten Meeres bis zum Golf von Aqaba am Roten Meer fort.
Das Bergland wird von zahlreichen Trockentälern (Wadis) durchzogen, die sich nur
nach ergiebigen Regenfällen mit Wasser füllen.
An das Bergland, das den wirtschaftlichen Kern des Landes bildet,
schließt sich nach Osten ein ausgedehntes, 700-1000 m hohes Wüstenplateau an,
das teilweise als Weidegebiet von nomadisierenden Beduinenstämmen genutzt wird.
Wüsten und Wüstensteppen nehmen mehr als drei Viertel des Landes ein. Über weite
Strecken breiten sich monotone Basaltlavafelder aus.
Amman, Jordaniens Hauptstadt
Amman hat eine lange Geschichte hinter sich. Bei
den Ammonitern hieß sie "Rabbath", bei Griechen und Römern "Philadelphia". Jetzt
hat Amman über eine Million Einwohner und wächst schnell weiter - eine
internationale Metropole. Mit einer Zitadelle, auf der man die Ruinen eines
Herkules-Tempels, eines omaijadischen Palastes und einer historischen Stadtmauer
sehen kann. Am Fuß der Zitadelle liegt das römische Amphitheater mit 5000
Sitzen.
Amman bietet sich als ideale Ausgangsbasis für Exkursionen
in den nördlichen Landesteil an. Die jordanische Hauptstadt, einst auf sieben
Hügeln erbaut, ist heute eine moderne, sehr westlich geprägte Stadt mit
großzügig gestalteten Geschäfts- und Verwaltungszentren, erstklassigen Hotels,
vielen Museen und einer lebendigen Kunstszene. Aber sie kann auch mit
bemerkenswerten historischen Stätten aus ihrer langen Geschichte aufwarten.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsverteilung ist sehr ungleich. Während die Wüsten und
Wüstensteppen im Osten kaum besiedelt sind, konzentriert sich die Bevölkerung im
Nordwesten um die Hauptstadt Amman, der einzigen Millionenstadt, und um die
Städte Az Zarqa und Irbid. Bei einer Geburtenrate von 2,8% und einer guten
medizinischen Versorgung wächst die Bevölkerung jährlich um 2,6%.
98% aller Jordanier sind Araber, davon mehr als die Hälfte Palästinenser, die
nach dem Krieg mit Israel 1948 nach Jordanien geflohen waren, und deren
Nachkommen. Eine wichtige Rolle in der Politik spielen die etwa 5% Beduinen. Die
vor allem in Amman lebende kleine Minderheit muslimischer Tscherkessen bekleidet
im Militärwesen führende Positionen. Etwa 95% der Jordanier bekennen sich zum
Islam, davon sind über 80% Muslime sunnitischer Richtung. Die Zahl der Christen
wird mit knapp 5% angegeben.
Klima und
Reisezeit
Der
Westen Jordaniens mit dem Jordan-Graben und dem anschließenden Bergland liegt
noch im Einflussbereich des mediterranen Klimas mit trockenen, warmen Sommern
und milden, relativ regenreichen Wintern. Im Osten des Bergland-Hauptkamms
und in den südlichen Regionen herrschen Steppen- und Wüstenklima
mit von Norden nach Süden und von Westen nach Osten abnehmender
Niederschlagsintensität und ansteigenden Temperaturen
vor. In über drei Viertel
der Gesamtfläche Jordaniens herrscht ein extrem trockenes und heißes Klima. Aus
diesem Grund ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Bodens
nur auf etwa 4-6 % der Landesfläche
möglich, wenn keine künstliche Bewässerung erfolgen kann.
Angenehmste Reisezeit sind das Frühjahr und der Herbst. In den
Hochsommermonaten sollten nur Touristen große Teile des Landes bereisen, die
auch viel Hitze vertragen. Aber der Westen des Landes mit den Berghängen östlich des Jordangrabens hat
Mittelmeerklima mit winterlichen Niederschlägen, die in den oberen Lagen bei
etwa 800 mm im Jahr liegen und auch als Schnee fallen können. Die Ostflanken des
Berglandes erhalten nur noch jährliche Niederschlagsmengen. Im Süden
und Osten herrscht vorwiegend kontinental-trockenes Wüsten- und Steppenklima mit
Niederschlägen, die weit unter 100 mm im Jahr liegen können. Die sommerlichen
Tagestemperaturen steigen oft auf über 40 °C.
Das moderne Königreich, ein junges Land mit alter Geschichte, ist auch ein Ort traditioneller
Gastfreundschaft, die dem fremden Besucher die Gewißheit gibt, willkommen zu sein.
Der
Tourismus ist ein wichtiger Devisenbringer. Die Auslandsgäste kommen zum
größten Teil aus den arabischen Ländern, nur etwa 3% aus Europa. Neben der an
antiken Überresten reichen Hauptstadt Amman und dem Touristenzentrum bei Aqaba
sind die historischen Stätten wichtige Reiseziele: Petra, die alte Hauptstadt
der Nabatäer mit ihren Felsengräbern, das antike Gerasa, die Wüstenpaläste aus
der Omajjadenzeit, die byzantinische Stadt Madaba und das mittelalterliche Karak
mit seiner Kreuzritterfestung.
Neben einer Eisenbahnlinie (Teilstück der Hedjasbahn) ist die parallel laufende
und zum einzigen Hafen Aqaba führende Straße der wichtigste Verkehrsweg des
Landes. Das Straßennetz wird weiter ausgebaut und ist um die Hauptstadt sehr
dicht.
Seite geändert: 19.05.2010