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 Italien

 

 

 

                   

         

 

 

 
Italien
Hauptstadt: Rom

 

Italien findet man selbst auf einer Weltkarte sehr schnell: Man nimmt die Karte, sucht darauf einen Stiefel. Und man kann sicher sein - das ist Italien.
Italien(italienisch Italia) ist eine Republik in Südeuropa; sie grenzt im Norden an die Schweiz und an Österreich, im Osten an Slowenien und an das Adriatische Meer, im Süden an das Ionische Meer und an das Mittelmeer, im Westen an das Tyrrhenische und das Ligurische Meer und das Mittelmeer und im Nordwesten an Frankreich.
Die Staatsfläche Italiens beträgt 301 277 Quadratkilometer.

Festland und Inseln:
Das Festland im Norden Italiens umfasst den italienischen Alpenanteil an Westalpen und den Südlichen Kalkalpen sowie die norditalienische Tiefebene, besonders die
Poebene. Diese muss sehr schön sein, denn nicht umsonst hat J.W.Goethe dort zweimal längere Zeit verbracht. Er sagt dazu: "Der Po, ein freundlicher Fluß, zieht hier durch große Plainen, man sieht nur seine bebuschten und bewaldeten Ufer, keine Fernen. Hier wie an der Etsch sah ich alberne Wasserbaue, die kindisch und schädlich sind wie die an der Saale..."
Als Halbinsel-Italien (Mittel- und Süditalien) wird die vom
Apennin-Gebirge durchzogene Apenninenhalbinsel bezeichnet; der Westteil wird von einem beckenreichen Hügelland mit Vulkanismus und Ebenen an der buchtenreichen Küste eingenommen; auf der Ostseite grenzt das Apenninhügelland an die Ausgleichsküste (eine flach und geradlinig verlaufenden Küstenlinie); im Südosten ist die Kalktafel Apuliens angegliedert.

Zusätzlich zum Festland gehören die Mittelmeerinseln Elba, Sardinien, Sizilien und einige kleinere Inseln und Inselgruppen, u. a. die Toskanischen Inseln, Ischia, Capri und die Liparischen Inseln.
Die unabhängigen Staaten San Marino und Vatikanstadt stellen Enklaven innerhalb des Festlandes dar. Letzterer ist ein päpstlicher Staat und ist fast gänzlich von Rom, umgeben.

In Italien gibt es mehrere, z. T. noch aktive Vulkane (Ätna, letzter Ausbruch 2002); auch Erdbeben treten relativ häufig auf (vor allem in Mittelitalien).

Klima und Vegetation:
Das Klima ist in Norditalien eher mitteleuropäisch, südlich von Rom mediterran mit trockenheißen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern.
Die Pflanzenwelt trägt in Norditalien und den Gebirgen der Apenninhalbinsel mit Laub- und Nadelwäldern vorwiegend atlantisch-mitteleuropäischen Charakter.
Im Mittelmeer-Bereich herrschen Hartlaubgewächse, Pinien, Zypressen und Ölbäume vor.


Bevölkerung:
Die überwiegend römisch-katholischen Italiener bilden mit 94% den Hauptteil der Bevölkerung (Sprachinseln: u. a. Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal, Rätoromanisch in Friaul und in den Dolomiten). Die Bevölkerung konzentriert sich besonders in den fruchtbaren Ebenen und im Küstenland; 67% leben in Städten (Städteballung im Nordwesten).


In Verona: Romeos Haus                                       Julias Balkon

Wirtschaft:
Italien ist ein Industriestaat mit starken Nord-Süd-Gegensätzen; Problemgebiet ist der schwach entwickelte
Mezzogiorno (Süditalien wird als Mezzogiorno bezeichnet.). Italien verfügt nur über geringe Bodenschätze. Die Wasserkräfte in den Alpen und dem Apennin sowie die Erdöl- und Erdgaslager in Sizilien werden intensiv genutzt; dennoch ist Italien auf hohe Energieimporte angewiesen. Seit jeher als wertvoll gelten die Marmorbrüche von Carrara. In Westeuropa ist Italien der zweitgrößte Stahl-, Zement- und Kunstfaserproduzent sowie der viertgrößte Eisen- und Kunststofferzeuger. Das Land zählt zu den wichtigsten Herstellern von synthetischem Kautschuk, Papier, Woll- und Baumwollgeweben und Kunstdünger. Die Industrie ist vorwiegend in Nord- und Mittelitalien konzentriert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Textilien und Fahrzeuge; Hauptaußenhandelspartner sind Deutschland und Frankreich.

Die Landwirtschaft mit Anbau von Weizen, Mais, Reis, Oliven, Gemüse, Obst, Wein und Südfrüchten, Seidenraupenzucht (Poebene) und Viehzucht (Rinder im Norden, Schafe im Süden) ist stark exportorientiert. Italien ist weltweit der größte Weintraubenproduzent und Weinerzeuger. Der Fischfang beschränkt sich auf die küstennahen Gewässer des Mittelmeers (Thunfische, Tintenfische, Krebse, Muscheln).

Italien ist nach der Zahl der einreisenden Touristen eines der bedeutendsten Fremdenverkehrsländer der Welt. Der Badetourismus konzentriert sich auf die nördliche Adriaküste, die Rivieren und die toskanische Küste.


Gardasee, auch ein beliebtes Urlaubsziel

Verkehr:
Das Straßen- und Bahnnetz ist in Norditalien am dichtesten; von hier verlaufen die Hauptverkehrsachsen entlang der Küste nach Süden, während das Landesinnere weniger erschlossen ist. Das Autobahnnetz (6957 km) wird ständig weiter ausgebaut. Italien verfügt über 25 internationale Flughäfen (insbesondere Rom, Mailand und Venedig). Die wichtigsten Seehäfen sind Genua, Triest, Venedig und Tarent.

                            
                                                                     
  Venedig

Kunst:

Architektur
Vom 4. Jh. bis zum Untergang des Römischen Reichs (553) war die Basilika der bevorzugte Bautyp, im Allgemeinen dreischiffig, in den kaiserlichen Prachtbasiliken fünfschiffig. Zentren der Architektur waren Rom, Mailand und Ravenna. Die Taufkirchen waren zentral angelegt, ebenso die Grabkirchen. Diese Grundform findet sich auch am Grabmal des Theoderich in Ravenna (um 526), in Anknüpfung an die römischen Mausoleen der Kaiserzeit.
Die in der altchristlichen Kunst wurzelnde romanische Baukunst entwickelte sich in wenigen Zentren. Die Kirchen der Lombardei und der Emilia (Verona, Mòdena, Parma, Mailand u.a.), meist ohne Querschiff, mit Stützenwechsel, reichem Portalschmuck, figuraler Fassadenornamentik und Zwerggalerie, erinnern an den nordischen Kirchenbau dieser Zeit. Die florentinische Romanik blieb stärker mit der antiken Tradition verbunden. In Pisa bildete sich die Säulenarchitektur am glanzvollsten aus.
Die Baugedanken der Gotik wurden erstmals in den Abteien von Fossanova und Casamari aufgenommen. Bedeutende Bauten errichteten die Bettelorden in Assisi und Florenz, die dann von den Domen in Siena, Orvieto und Florenz an Größe, Schmuck und Ausstattung übertroffen wurden. Am weitesten ging der nordische Einfluss in Bologna und Mailand. Immer stärker traten jetzt auch Profanbauten neben die Sakralarchitektur. In der florentinischen Frührenaissance wurde der Typus des italienischen Palasts ausgebildet: ein breiter, rechteckiger, regelmäßiger Baukörper, im Innern ein säulengetragener Hof. Als eine Bauform kam zum Palast die Villa hinzu, ein aus dem antiken Landhaus entwickeltes Landschlösschen.
Die Frührenaissance ging vor allem auf die Bauideen F.
Brunelleschis zurück. Ihm ging es in seinen Bauten um eine "Wiedergeburt" der antiken Formenwelt. Mit den Bauten D. Bramantes kam die entscheidende Wende zur Hochrenaissance. Er brachte mit seinen Entwürfen die Zentralbau-Idee auch in die Planung der Peterskirche in Rom ein. In Michelangelos Schaffen begegneten sich Hochrenaissance, Manierismus und Barock. (Manierismus: Interesse am Absonderlichen und Überwirklichen, Neigung zu Stilisierung und deformierender Abstraktion, Freude am Selbstgenuss, Esoterischen, Monströsen und Grotesken.) A. Palladio entwickelte auf der Grundlage der Antike und der Hochrenaissance einen Klassizismus.
Giuseppe Valadier gestaltete 1784 -1816 die Piazza del Popolo in Rom. Der Faschismus verschrieb sich einer bombastischen neuklassischen und neubarocken Bauweise. Nach dem Krieg mischten sich moderne Tendenzen in vielfältiger Weise, ein Beispiel für den plastischen Stil ist der schon 1950 vollendete Hauptbahnhof in Rom. Zu den berühmtesten italienischen Architekten des 20. Jh. gehört A. Rossi, der mit dem Welt-Theater in Venedig oder der Stadthalle von Borgorico/Padua seinen internationalen Ruf festigte.

Plastik
In altchristlicher Zeit entstanden vor allem Sarkophage (Ende 4. Jh.) mit Holztüren. Erst rund 500 Jahre später gelang ein neuer Anfang mit den Bronzetüren (nachweisbar bis 1233). Bedeutende Werke des Bronzegusses sind die Türen der Dome von Trani, Benevent, Pisa und Monreale.

Donatello führte das Standbild, die freistehende Statue, einer neuen Blüte entgegen (Reiterdenkmal des Gattamelata in Padua) und gab der Bildnisbüste eine Bedeutung zurück, wie sie sie seit dem Ausgang der Antike nicht mehr besessen hatte. Mit seinem bronzenen David brachte er die Aktfigur zu neuer Geltung. Neben und nach ihm wirkten N. di Banco, L. della Robbia, Desiderio da Settignano, A. Rosselino, Mino da Fiesole, B. da Maiano, in Siena J. della Quercia. Im Schaffen von A. del Verrocchio (Reiterdenkmal des Colleoni in Venedig) und A. del Pollaiuolo, die beide in erster Linie Bronzeplastiker waren, wurde die Darstellung persönlicher. Im plastischen Werk Michelangelos verlor die Darstellung die Züge des Menschlich-Vergleichbaren; sie löste sich aus der Zeitgebundenheit und führte in eine Welt des Sinnbildhaft-Allgemeingültigen. G. L. Bernini fasste in seinem reichen Werk alle Möglichkeiten des Hochbarocks zusammen: Pathos und Dramatik, eine ausgreifende Räumlichkeit und die gestalterischen Kräfte von Farbe und Licht. Am Ende des Jahrhunderts steht A. Canova mit seinem weich modellierenden Klassizismus. Im 19. Jh. brachte Italien keine Plastik von europäischem Rang hervor, erreichte aber im Denkmal für Viktor Emanuel II. in Rom 1885 einen sonst nirgendwo erreichten Gipfel des Bombasts. Um so bedeutender ist die Plastik der Gegenwart mit P. Consagra, E. de Fiori, G. Manzù, M. Marini, Arnoldo Pomodoro, Gio Pomodoro, A. Viani, M. Merz oder G. Zorio vertreten.

Malerei
Die Malerei in den Katakomben Roms begann im 3. Jh. Über schlichte Handwerklichkeit gehen nur wenige ausdrucksstarke Köpfe im Stil der Spätantike hinaus. Häufig ist Christus als der Gute Hirte dargestellt.
Im 4. Jh. entstand eine Monumentalmalerei, die übersinnlich leuchtende Mosaiken in den Kuppeln von Zentralbauten, an Triumphbögen sowie an den Wänden der Langhäuser von Basiliken zeigen. Zentren dieser Kunst waren Rom und später auch Ravenna.
Zur romanischen Epoche gehören die Szenen der Clemens- und Alexiuslegende in der Unterkirche von S. Clemente in Rom, das bedeutendste Werk der europäischen Monumentalmalerei des 11.Jh., auch ie der Bilderzyklus in Sant'Angelo in Formis (Ende 11. Jh.), das vollständigste erhaltene Beispiel für die Ausmalung einer christlichen Basilika.
Eigene Wege ging die Schule von Siena: S. Martini leitete die westlich-gotische Richtung in Italien ein. A. Lorenzetti schuf mit den Fresken im Rathaus von Siena einen Mittelpunkt der politischen Besinnung und zugleich eine die Weite des Raumes umfassende Landschaftsmalerei.
In Florenz war eine Fülle überragender Meister tätig, u. a. Masaccio, P. Uccello, A. del Castagno, Veneziano. Die menschliche Gestalt wurde statuarisch vor einen perspektivisch gebildeten Raum gestellt und mit ihm verbunden. Körperlichkeit, Bildfläche und Farbkraft bekam eine wuchtige Wirkung. In dieser Zeit traten nach Thema und Form neuartige Bildgattungen auf. Man ließ Bilder in Wandvertäfelungen oder in Möbelstücke ein. In zunehmendem Maß wurden antike Göttersagen oder geschichtliche Ereignisse dargestellt.
Leonardo da Vinci und Raffael waren mit ihrer Menschendarstellung und den Madonnen und Fresken die großen Meister der Hochrenaissance. Die oberitalienischen Künstler, Giorgione u. Tizian, suchten eine größere Naturnähe.
Die Malerei des Barocks zeigte eine naturalistische und eine klassizistische Richtung. Caravàggio, Hauptvertreter, verband in seinen Werken krasse, realistische Sachlichkeit mit einer effektvollen Hell-Dunkel-Technik, die auf Rembrandt, Rubens und Velázquez wirkte.
Im 18. Jh. verlagerte sich der Schwerpunkt des Kunstlebens nach Oberitalien, wo G. B.
Tiepolo und seine Söhne die Tradition der italienischen dekorativen Malerei zum letzten Mal glänzend zusammenfassten und bis nach Deutschland und Spanien trugen.
Die Gegenwartsszene bietet ein breites Spektrum heterogener Bestrebungen.

Literatur
Die italienische Literatur begann später als die Literatur der anderen romanischen Länder. Am Beginn stehen der Sonnengesang des Franz von Assisi im 13.Jh. und die geistlichen Lobgesänge des J. da Todi. Ins gleiche Jahrhundert fällt die sog. Sizilianische Dichterschule, die von einem Dichterkreis am Hof Friedrichs II. in Palermo begründet wurde. Als neue Form entstand das Sonett. Auch im 13.Jh. formte G. Guinizelli in Bologna aus dem Minnesang den "Dolce Stil Nuovo" (Süßen Neuen Stil), der besonders in der Toskana angesiedelt war.
Das 14. Jhr. führte die italienische Literatur mit dem klassischen Dreigestirn Dante, F. Petrarca, G. Boccaccio auf den ersten Höhepunkt, dem größte Bedeutung zukommt. Dantes "Göttliche Komödie" zeigt das mittelalterlich-abendländische Denken. G. Boccaccios "Decamerone" begründete die italienische Kunstprosa. A. Poliziano schrieb mit seinem "Orpheus" das erste weltliche Schauspiel. Im 16. Jh. setzte sich die Vulgärsprache entgültig gegen das Lateinische durch. Abseits des Formalismus stehen die aussagekräftigen Gedichte Michelangelos. Das Ritterepos gelangte in L. Ariostos "Der rasende Roland" höchste Vollendung. T. Tassos und G. B. Guarinis Werke brachten die Schäferdichtung und das Schäferspiel zur Geltung. Die Novellistik ist durch viele glänzende Namen vertreten, vor allem durch M. Bandello. Schließlich reifte das Drama von der Komödie der Antike bis zu der von Berufsschauspielern geprägten Commedia heran.
In der Barockzeit verlor das Epos an Bedeutung, aber es entwickelte sich eine rege wissenschaftliche Prosa (G. Galilei, G. Bruno, T. Campanella). Im 18. Jh. fand das Drama in C. Goldoni und C. Gozzi neue Meister. A. Manzoni wird u.a. mit seiner Geschichtsnähe in seinen Hymnen und seinem historischen Roman "Die Verlobten" anerkannt.
Die zweite Hälfte des 19. Jh. wurde von der Lyrik G. Carduccis, G. d'Annunzios und G. Pascolis beherrscht, während sich in der Erzählkunst A. Fogazzaro einen Namen machte. Ihn übertrifft an Wirkung noch G. Verga, dem M. Serao und G. Deledda folgten. Welterfolg hatten die Romane G. d'Annunzios, die Jugendschriften E. de Amicis' und C. Collodis.
Zwischen 1900 und 1950 hatten die Werke B. Croces großen Einfluss. Nach dem 1. Weltkrieg gab L. Pirandello besonders dem Schauspiel neue Impulse. Bedeutsam sind nach 1945 die Romane A. Moravias und die sozialkritischen Bücher C. Levis und I. Silones sowie die neorealistischen Romane von C. E. Gadda, P. P. Pasolini, C. Pavese, V. Pratolini und E. Vittorini. Zu internationalen Erfolgsautoren wurden die Schriftsteller C. Malaparte (Kriegsromane), G. Guareschi (mit Schelmenromanen um Don Camillo und Peppone), G. Tomasi di Lampedusa ("Der Leopard"). Seit Anfang der 60er Jahre setzten sich fantasievolle Erzähler gegenüber dem Neorealismus durch. Eco errang mit einem historischen Kriminalroman großen Erfolg; L. Sciascia klagt in seinen Romanen die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Sizilien an. Gegen Ende des Jahrhunderts schilderten N. Ginzburg und D. Maraini die Situation der Frau in der modernen Gesellschaft. Der Dramatiker D. Fo schreibt gesellschaftskritische Agitationsstücke. Als Lyriker traten G. Ungaretti, E. Montale, U. Saba und S. Quasimodo hervor.

Musik
Im Gegensatz zur Musik der Römer hat die italienische Musik entscheidenden Anteil an der Entstehung und Fortentwicklung der abendländischen Musik gehabt. Dies hängt vor allem mit der frühen Christianisierung Italiens zusammen, woraus einmal die Übernahme östlicher, vor allem griechischer und später alexandrinischer und byzantinischer Musikübung, dann die Förderung der Musik durch die Kirche, schließlich die Verbreitung der in Italien sich herausbildenden musikalischen Formen über das christliche Abendland hinaus.
Die erste eigene Musikschöpfung Italiens war der gregorianische Choral, der über Europa hinaus wirkte und die Grundlage aller späteren nationalen Musikarten wurde.
Mehrstimmige Musik ist für den kirchlichen Bereich schon im 10. Jh. in Mailand belegt. Einen ersten Höhepunkt hatte die italienische Musik im 14. Jh.: F. Landino, G. da Cascia u. a. entwickelten die neue vielstimmige Vokalmusik (mit weltlichen Texten). Zu einer abermaligen Erneuerung kam es gegen Ende des 15. Jh. durch die Übernahme volksmusikalischer Elemente, sie gab der Kunstmusik neues Leben. Auch das Madrigal erlebte einen neuen Aufschwung; eine neue Harmonik. Daneben stand die reine Instrumentalmusik, die sich später zur Fuge weiterentwickelt)e und schließlich zur Sonate.
Beide, die mehrstimmige Vokalmusik wie die Instrumentalmusik, wirkten bereichernd auf die Kirchenmusik zurück, die in der neuen Vielstimmigkeit und Mehrchörigkeit eines Giovanni Gabrieli höchste Farbenpracht erreichte.
Um 1600 begannen mit der Entstehung der Oper ganz neue Impulse die italienische Musik zu beleben. Noch im Zusammenhang mit den Bestrebungen der Renaissance versuchte in Florenz ein Kreis von Gelehrten, Dichtern und Musikern die Erneuerung der antiken Tragödie, was zur Schaffung eines ganz neuen, andersartigen musikalischen Stils führte. Es entstand der Sologesang mit einer einfachen harmonischen Begleitung, d. h. Arie und Rezitativ mit Generalbass, woraus sich wenig später die ersten Opern, u. a. Monteverdis "Orfeo" entwickelten.
Die Motette entwickelte sich im 17. Jh. zur Kantate; als Gegenstück zur Oper entstand das Oratorium (Cavalieri, G.
Carissimi), die Kammerkantate löste das Madrigal ab.
Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts sah die italienische Musik in der Vollendung dieser Barockmusik auf einem unvergleichlichen Höhepunkt. In Neapel erlebte die Oper, die die Schönheit der Melodie und die Virtuosität des Gesangs pflegte, eine neue Blüte.
Ab Ende des 18. Jh. behielt nur die italienische Oper weiterhin Weltgeltung, und Namen wie G.
Rossini, V. Bellini, G. Donizetti, G. Spontini beherrschten die Opernbühnen. In G. Verdi entstand der italienischen Musik schließlich das größte dramatische Genie. Um ihn gruppierten sich z.B. G. Puccini und F. Busoni.
Die neue italienische Musik nach 1945 ist verbunden mit den entsprechenden Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Ihre wichtigsten Vertreter sind L.
Berio, S. Bussotti, F. Donatoni, F. Evangelisti, B. Maderna, G. Manzoni, G. Petrassi und vor allem der auch politisch engagierte L. Nono.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

  Seite erstellt: 2003                                                                                                    Bilder: ©  Monika Frunzke
  
Seite geändert: 24.02.2010