img1.gif

 

 

           

 Index>Urlaubsländer> 
 Griechenland

 

 

 

 

                   

         

 

 

 

 
Griechenland
Hauptstadt: Athen
 

Griechenland liegt in Südosteuropa. Im Norden grenzt es an Albanien, Makedonien und Bulgarien, im Nordosten an die Türkei, im Osten ist das Ägäische Meer, im Süden und Westen das Mittelmeer.
Spricht man von Griechenland, denkt man an die sonnige weiß-blaue Inselwelt der Ägäis, den einzigartigen landschaftlichen Reiz, an das Land der Sagen und Mythen, der Tempel, der Kunst und Wissenschaft und an den Ursprung der völkerversöhnenden olympischen Idee.
Die Lage im östlichen Mittelmeer, dem Zentrum der Antiken Welt, machte Griechenland zur Brücke zwischen Europa, Asien und Afrika, zum Mittler der Kulturströme zwischen Orient und Okzident. Der Geist und die Kultur des antiken Griechenland haben das Weltbild des Abendlandes nachhaltig geprägt. 
Griechenland unfasst 31626 qkm Land (20 % Wald und Buschland, 22 % Ackerland, 40 % Wiesen und Weiden), es ist vorwiegend gebirgig, im Westen durchzogen von junggefalteten, oft verkarsteten, küstenparallelen Ketten der Hochgebirge des Pindos-Systems (Smolikas 2637 m); im Osten ein durch Quergebirge und Bruchschollen gekammertes Land (im Olymp 2911 m) mit zahlreichen Becken. Heute noch anhaltende, über ganz Griechenland ausgedehnte tektonische Bewegungen, die zu häufigen Erdbeben führen, ließen den Ostteil im Ägäischen Meer versinken, wobei zahlreiche Inseln (Reste einst zusammenhängender Gebirgszüge) und tiefe Meeresbuchten entstanden. Von den über 3000 Inseln ist Kreta mit 8259 qkm die größte Insel. Auf Santorin, Nisyros und Kos zeugen Solfataren von vulkanischer Tätigkeit.
Im Inneren der meist entwaldeten Gebirge herrscht mitteleuropäisches Klima, sonst Mittelmeerklima mit heißen Sommern und milden, regenreichen Wintern.
Hartlaubgewächse, Ölbäume, Pinien, Aleppokiefern und Zypressen bestimmen das Bild
.

Über 10,6 Millionen Menschen leben heute in Griechenland. Abgesehen von kleinen nationalen Minderheiten, wie Makedonier,Türken, Albaner und Bulgaren, besteht die Bevölkerung des Landes zu rund 99 % aus Griechen. Wenn sich die heutigen Griechen auch als Nachfahren der antiken hellenischen Stämme sehen, so hinterließen doch im Laufe der Jahrhunderte slawische, albanische und auch italienische Einflüsse ihre Spuren. Doch trotz historisch bedingter regionaler Unterschiede und starker geographischer Zersplitterung haben die Griechen ihre kulturelle Identität bewahrt.
Nahezu alle Griechen sprechen Neugriechisch, das sich aus dem  Altgriechischen entwickelt hat. Sie gehören fast ausnahmslos der orthodoxen christlichen Kirche an, die als Staatskirche eine herausragende Stellung einnimmt. In der Religion ist auch die Besonderheit des griechischen Osterfestes begründet. Dieses Fest der Liebe und des Frühlings ist der höchste Feiertag der Griechen. Gefeiert wird mit Gottesdiensten und festlichen Prozessionen, mit traditionellen Tänzen, ausgelassener Musik und mit reichlich gutem Essen. .

Griechenland, einst Weltreich, ist heute im Tourismus und Auslandsgeschäft zu Ansehen gekommen. Es ist die viel besuchte Stätte anspruchsvoller und kulturbeflissener Touristen, die auf der Suche nach antiken Säulen häufig nur wenig Interesse für die Lebensbedingungen und Probleme der heutigen, überaus gastfreundlichen Griechen entwickeln. Widersprüchlich ist auch die Mentalität und politische Kultur im modernen Griechenland. Seine Bewohner neigen zu einem starken Individualismus, zeigen aber Geschlossenheit nach außen. Kurzum: Es ist ein Land und ein Volk mit unverwechselbarem Kolorit, liebenswürdig allemal.
Ein wesentliches Merkmal der griechischen Gesellschaft ist die starke Dominanz der Familie. Traditionell begreifen sich die Griechen in erster Linie als Mitglied eines Familienverbandes, der Schutz bietet, Ansehen wahrt, aber auch gleichzeitig das Eintreten für die übrigen Mitglieder abverlangt. Der Mann kümmert sich um die öffentlichen Angelegenheiten, die Frau indes hat ihren Aufgabenbereich innerhalb der Familie. Selten sieht man eine Frau in der Öffentlichkeit allein, sogar der Zutritt in das "Kafeneion" (Kaffeehaus) ist ihr verwehrt. Das ist die klassische Domäne der Männer. Hier gehen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, hier wird sinniert, wild gestikuliert und diskutiert - besonders gerne über Politik. Für die Frauen ist Beruf und Bildung weit weniger wichtig als Mutterschaft und Heirat. Deshalb kümmert sich die ganze Familie um die Verheiratung einer Tochter. Der Vater und die Brüder arbeiten für die Mitgift, damit die Tochter standesgemäß verheiratet werden kann. In den Städten jedoch hat die Familie ihre zentrale Bedeutung verloren, und die Entwicklung zur Kleinfamilie ist unübersehbar. Hier ist auch die Rolle der Frau weniger traditionsbestimm. Die Frauen besuchen Universitäten oder üben einen Beruf aus.

Athen
In der Stadt Athen ist die Verflechtung von Gegenwart und Vergangenheit einmalig. Hektischer Verkehr ist typisch - dabeidarf die Hupe nicht fehlen. Moderne Fabrikgebäude und Wohnblocks beherrschen große Teile des Stadtbildes. Die Geschichte vieler Viertel reicht nicht weiter als bis in die 1830er Jahre zurück, als nach dem Unabhängigkeitskrieg Athens Wahl zur Hauptstadt des neuen griechischen Königreichs zu weit reichenden Um- und Neubaumaßnahmen führte. Diese moderne Stadt ist jedoch stolz auf ihren Marktplatz, wo Sokrates vor fast 2500 Jahren Philosophie lehrte, und das Freilufttheater im frühen 5. Jh. v. Z. ersonnen wurden. Von überall sieht man den Parthenon, den Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos auf der Athener Akropolis, den größten Stolz des antiken Athen.

Athens Geschichte lässt sich etwa 5000 Jahre zurückverfolgen, als die alten Griechen auf dem großen ebenen Berg, der als Akropolis bekannt wurde, die "Hohe Stadt" gründeten. Über die Jahrhunderte hinweg breitete sich diese Stadt am Fuße des Berges aus und wählte ihren Namen Athen als Ableitung von der Schutzgöttin Athene. Während des 5. Jh. v. Chr. wurde die Stadt das kulturelle Zentrum Griechenlands und zog viele Philosophen, Dramatiker, Poeten, Historiker, Staatsmänner und Architekten an, deren Werke die restliche Welt bis heute beeinflussen.

Der Berg der Götter
Wenn man die Akropolis besucht, wo die Ruinen der imposanten Tempel und öffentlichen Gebäude den Unbilden der Zeit standgehalten haben, denkt man an das goldene Zeitalter Athens. In der frühen Geschichte der Stadt wurde die Siedlungen am Berg aufgelöst, er wurde ausschließlich dem Ruhme der Götter gewidmet. 480 v. Chr. plünderte die persische Armee die Stadt und zerstörte die Tempel der Akropolis. Aber unter der Herrschaft von Perikles begannen die Athener mit dem Wiederaufbau. Aus dieser Zeit stammen die großartigen Bauwerke, die das Bild der Akropolis heute beherrschen, einschließlich der monumentalen Tor- und Festungswerke der Propyläen, des Tempels der Athena Nike und des riesigen Theaters des Dionysos, der Geburtsstätte des europäischen Schauspiels. Wie auch andere Gebäude auf der Akropolis wurde der Parthenon während der Besetzung durch die osmanischen Türken stark beschädigt. 1801 kaufte der britische Staatsmann Lord T. Elgin einige der schönsten bildhauerischen Verzierungen und brachte sie nach London. Trotz der griechischen Forderung nach Rückgabe werden die "Elgin Marbles" auch weiterhin im Britischen Museum ausgestellt.

Ursprünglich waren die Bauwerke der Akropolis farbenprächtig bemalt und vergoldet. Das ist allerdings in den vielen Jahren verblasst, .in den letzten  Jahren hat die chemische Verwitterung durch Luftverschmutzung noch viel mehr mehr Schäden verursacht. In einem Versuch, die Ruinen zu retten, hat man den Zugang zu den Bauwerken verboten und viele Statuen zu ihrem Schutz im Akropolis-Museum aufgestellt, um sie dann durch Repliken (Kopien) zu ersetzen.

Kunst

Altgriechische Kunst
Seit man erkannt hat, dass die Träger der mykenischen Kultur Griechen waren, gilt die mykenische Kunst (16.-12. Jh. v. Z.) als erste Phase der griechischen Kunst. Dazu gehören nur jene Werke, die im 1. Jahrtausend v. Z. und in den ersten drei Jahrhunderten entstanden.
Form- und wesensbestimmend war für die griechische Kunst der Götterglaube. Die Kunst war sichtbarer Teil der Religion und trat erst im Hellenismus in den Dienst der z. T. gottähnlich verehrten Herrscher.
Die protogeometrische und geometrische Kunst erhielt ihre Bezeichnung nach der Art der Schmuckmuster der
Vasenmalerei. Die Keramik war der wichtigste künstlerische Ausdrucksträger dieser Zeit. Mit abstrakten Zierformen wurden die Gefäßkörper teppichartig überzogen. Darstellungen von Figuren fanden erst im 8. Jh. v. Z. statt, sie ordneten sich den geometrischen Formprinzipien unter.
Gegen Ende der geometrischen Zeit begegnete die griechische Welt der Kunst des Orients. Dabei löste sich die strenge Formensyntax auf: Orientalische Sagenmotive, besonders Greife und andere Fabelwesen, wurden übernommen.
In der archaischen Kunst wurden Statue, Relief und Tempel erprobt und die Grundlagen zur späteren Klassik geschaffen. Mit der Großplastik begann der monumentale Tempelbau.
Die erste Phase der klassischen Kunst (480-460 v. Z.), die Zeit des sog. Strengen Stils, ist geprägt von der großen Auseinandersetzung mit Persien. Das bedeutete neue Besinnung auf den Daseinsgehalt und ein stärkeres Schicksalsbewusstsein.Die Plastiken erhielten ihre klassische Form (Poseidon vom Kap Artemision u.a.) Den Höhepunkt der Frühklassik kennzeichnen die Skulpturen des Zeustempels von Olympia. Das Menschenbild wurde für die gesamte Antike vorbildhaft gestaltet. In der vom Parthenon beeinflussten attischen Kunst steht hingegen die schicksalsbestimmte Menschlichkeit im Vordergrund.
Die hellinistische Kunst setzte gegen Ende des 4. Jh. v. Z. ein und entwickelte sich mit besonderen Stilmerkmalen bis zum Ausgang des 1. Jh. v. Z. Dazu gehörten die Psychologisierung des Porträts, die Ausstrahlung der Plastik in den Raum und Auflösung des klassischen Formenkanons.
Mit dem Übergreifen der hellenistischen Kunst auf Rom und Italien wirkte die griechische Kunst befruchtend auf die römische Kunst ein und brachte auch auf dem Gebiet der Malerei und Mosaikkunst bedeutende Leistungen hervor.

Altgriechische Literatur
In der hellenischen Zeit (etwa 800 - 480 v. Z.) stand zu Anfang das Epos, das an den Fürstenhöfen im Männersaal von Rhapsoden vorgetragen wurde. Es erreichte seinen Höhepunkt mit Homers Epos
Ilias und mit der Odyssee. Die Lyrik breitete sich von den kleinasiatischen Ioniern aus, z.B. die zu Flötenbegleitung gesungene Elegie. Die eigentliche Lyrik ging von Lesbos aus. In der Prosa ist der Fabeldichter Äsop zu nennen.
In der attischen Zeit (480-320 v. Z.) wurde seit den Perserkriegen Athen der geistige Mittelpunkt Griechenlands. Die Tragödie von
Äschylus, Sophokles und Euripides entwickelte sich zur höchsten Blüte. Etwa gleichzeitig entwickelte sich die Komödie. In der Lyrik trat die Chorlyrik besonders hervor. In der Prosa begründete Herodot die Geschichtsschreibung, Hippokrates die medizinische Literatur.
In der hellenistischen Zeit (320-30 v. Z.) wurde die griechische Literatur aufgrund der Ausdehnung des Alexanderreichs zu einer "Weltliteratur". Am Anfang stand eine Blüte der neuen Komödie in Athen mit ihrer lebensvollen Darstellung des Bürgertums. Größere Bedeutung kam der Elegie und dem Epigramm zu. Das Großstadtleben weckte die Sehnsucht nach dem schlichten ländlichen Dasein und begründete die bukolische Dichtung (
Theokrit); auch die Szenen aus dem Altagsleben wurde beliebt (Herondas). In der Prosadichtung kam die Novelle auf.
In der römischen Zeit (30 v. Z.-600 u.Z.) war das griechische Sprachgebiet vollständig in das Römerreich einbezogen, immer mehr griechische Schriftsteller wirkten auch in Rom. Die Prosadichtung bildete den Roman aus. Bedeutendere Werke liegen auf dem Gebiet der Geschichtsschreibung und der Biografie. Daneben entwickelte sich in zunehmendem Maß eine christliche Literatur.

Altgriechische Musik
Die Musik des alten Griechenland war eine vorwiegend einstimmige Kunst, ob es sich um Solo- oder Chorgesang (in der Tragödie), um Instrumentalmusik oder um Tanz- und Gesangsbegleitung handelte. Die verschiedenen Tonarten waren mit dem ethischen Wertsystem verbunden, was zu bedeutungsvollen Musiktheorien führte (
Platon, Aristoxenos). Darüber hinaus begründeten die Griechen die physikalische Theorie der Musik (Pythagoras). Ihre Notenschrift, aus Buchstaben bestehend, verzeichnete lediglich Tonhöhe und -länge. Neben Lyra und Aulos kannten die Griechen Laute, Harfe, Panflöte, Trompete, Rahmentrommel, Becken, Krotala (Handklapper) und Sistrum (ein Rasselinstrument). Nur wenige Bruchstücke altgriechischer Musik sind überliefert. Das Tonsystem der griechischen Musik beruhte auf dem Fünfstufensystem, das keine Halbtonschritte kennt.

Neugriechische Kunst
Anfang des 19. Jh. kam es zu einem Aufschwung der Künste. Athen wurde von deutschen und dänischen Architekten im neoklassizistischen Stil erbaut. Die Renaissance der Malerei geht auf die beiden Maler Lytras und Gysis zurück.
Die Kunst im heutigen Griechenland ist weitgehend durch westeuropäische Einflüsse geprägt. Zu den bedeutenden Künstlern des 20. Jh. zählen der Bildhauer Capralos, der Maler Ghika und der Objektkünstler Kounellis.

Altgriechische Literatur
Die in griechischer Sprache geschriebene Literatur wird zeitlich in 3 Abschnitte eingeteilt: 1. die altgriechische Literatur (bis ins 6. Jh), 2. die byzantinische Literatur, das Schrifttum des Byzantinischen Reiches (Zeit Justinians I. bis1453), 3. die neugriechische Literatur (ab13. Jh.)

Neugriechische Literatur
Sie reicht vom Ende des Byzantinischen Reichs bis zur Gegenwart. Man unterscheidet drei Perioden:
1. Volksdichtung mit Liebes-, Lehr- und historischen Gedichten während der türkischen Besetzung (1453-1820) mit lokalen Zentren auf den Inseln Rhodos, Chios, Zypern, den Ionischen Inseln und besonders auf Kreta; hier erlebte im 17. Jh. auch das Drama und die Komödie eine Renaissance.
2. Aufschwung der nationalen Literatur nach der Befreiung (1820-1920), eingeleitet durch Dionysios Solomos und Andreas Kalvos. Im Zuge nationaler Bestrebungen war man Ende des 19. Jh. bestrebt, die Volkssprache zur Literatursprache zu erheben.
3. Die Periode seit 1920 ist gekennzeichnet durch den Anschluss an die moderne Weltliteratur; seit 1945 zeichnet sich die Lyrik durch ein starkes politisches und soziales Engagement aus. Ihre herausragenden Vertreter sind M. Anagnostákis, A. Alexándru und T. Patríkios. Surrealistische Tendenzen finden sich in der Lyrik der Nobelpreisträger Giorgos Seferis (1963) und Odysseas Elytis (1979). Die zeitgenössische Prosa, vertreten u.a. durch D. Chatzís, A. Samarákis, V. Vassilikós oder E. Sotiropoulos, zeichnet sich durch eine realistisch-nüchterne Sprache aus, sie stellt den heutigen Menschen in den Mittelpunkt.

Neugriechische Musik
Eine neugriechische nationale Musik gibt es erst seit der Befreiung von der türkischen Herrschaft (1829). Wichtige Komponisten sind u. a. Nikolaos Mantzaros, D. Lavrangas, G. Lambelet, M. Kalomiris. Als Folkloristen gelten M. Varvoglis (1885-1967) und E. Riadis (1885-1935).
Den neuen Generationen gehören u. a. P. Petridis, G. Poniridis, D.
Mitropoulos, N. Skalkottas, S. Michaelidis, Y. Papajoannou, A. Logothetis, Mikis Theodorakis an.Das folkloristische Melodiengut setzt sich aus altgriechischen und orientalischen Elementen zusammen. Volkstümliche Instrumente sind Fidel (Lyra), Laute, Hackbrett, Oboe, Klarinette, Dudelsack, Flöten, große und kleine Trommeln, Glöckchen und Gegenschlagidiophone.