Frankreich
Hauptstadt:
Paris
| Offiz. |
Französische Republik |
| KFZ-Kennz. |
F |
| Fläche |
543 965 qkm |
| Einwohner |
60,5 Mio. |
| Zeitzone |
Mitteleuropäische Zeit |
| Amtssprache |
Französisch |
Frankreich ist der größte westeuropäische Staat und geht nach Nordosten ohne
deutliche Grenze in das Tief- und Mittelgebirgsland Mitteleuropas über. Im
Norden, Westen, Süden und Südosten bilden Meere (Atlantischer Ozean, Mittelmeer)
und Gebirge (Pyrenäen, Alpen) natürliche Grenzen. Das Land gliedert sich in
große Becken, alte Gebirgsmassive und junge Faltengebirge.
Landschaft
Jahrtausendelange Besiedlung haben die Landschaft geprägt.
In der Bretagne hat eine atlantische, mit Ginster durchsetzte
Heidevegetation die ursprünglichen Wälder ersetzt, auf den abgeholzten Flächen
im Norden erstrecken sich heute weite Ackerflächen. Im Süden sind die
Hartlaubwälder der Gebüsch- und Zwergstrauchvegetation von Macchie und Garrigue
gewichen. Die verbliebenen Waldflächen bedecken heute etwa ein Viertel der
Staatsfläche und konzentrieren sich vor allem auf die Gebirgsregionen.Das Pariser Becken im Zentrum des Landes wird von mächtigen Sedimentpaketen
bedeckt. An seinem Rand bilden die aufgefalteten Sedimente weite
Schichtstufenlandschaften, die im Westen vom Ärmelkanal gekappt werden. Das
zweite, ebenfalls von Schichtstufen begrenzte Sedimentationsbecken im Südwesten,
das Aquitanische Becken, ist mit dem Pariser Becken
verbunden.
Über den
größten Teil Südostfrankreichs erhebt sich das durchschnittlich 700 m hohe
Zentralmassiv. Nach Osten fällt es steil zur Saône-Rhône-Senke ab, die sich über
die Burgundische Pforte bis in den Oberrheingraben fortsetzt. Ein altes
Gebirgsmassiv ist auch die Bretagne im Nordwesten, seine höchsten
Erhebungen liegen unterhalb von 400 m. Ebenfalls eine Fortsetzung des
Zentralmassivs sind die Ardennen. Die Vogesen wurden beim Einbruch des
Oberrheingrabens herausgehoben.
Im Südosten und im äußersten Süden hat Frankreich Anteil an den
Faltengebirgen der Alpen und der Pyrenäen. In den französischen Alpen erhebt
sich mit dem Mont-Blanc-Massiv (4807 m) der höchste Berg Europas. Die
französischen Pyrenäen erreichen im Pic de Vignemale 3298 m. An der Grenze zur
Schweiz verläuft das Faltengebirge des Jura.Abwechslungsreiche Küste
Die Küste im südwestlich gelegenen Golf von Biscaya setzt sich über
die buchtenreiche Felsenküste der Bretagne bis zur Ärmelkanalküste mit ihren
Kreidefelsen fort. Dabei greift das Meer in mehreren großen Flussmündungen
(Seine, Loire, Garonne) weit ins Land hinein. Im Südosten grenzt Frankreich an
das Mittelmeer, in das die Rhône mit einem markanten Mündungsdelta mündet.
Weiter südöstlich ist die gebirgige Mittelmeerinsel Korsika vorgelagert.
Ausgeglichenes Klima
Vom Altantik kommen feuchte Luftmassen in das Land herein und bestimmen das
maritime Klima des Nordwestens mit ganzjährigen Niederschlägen, geringem
Temperaturwechsel im Tages- und Jahresverlauf und häufig auftretenden Winden.
Im Süden sind die Sommer warm und
relativ trocken, das Niederschlagsmaximum liegt hier im Herbst. Das Pariser
Becken und der Nordosten zeigen kontinentalere Klimazüge mit größeren jährlichen
Temperaturunterschieden und geringeren Niederschlägen. In den Gebirgen fallen
die winterlichen Niederschläge meist als Schnee.
Bevölkerung
Drei Viertel der Franzosen leben in den über 30 Großstädten des Landes; ein
Fünftel der Bevölkerung konzentriert sich allein auf den Großraum Paris. Auch
das nördliche Industriegebiet und Elsass-Lothringen sind noch dicht besiedelt. Die
südfranzösische Küste weist seit dem Zweiten Weltkrieg einen Bevölkerungszuwachs
auf. Er ist auf den starken Zustrom von Rentnern zurückzuführen, die hier ihren
Alterswohnsitz nehmen.
Zu den ethnischen Minderheiten gehören die Provençalen in Südfrankreich, die
Flamen in Französisch-Flandern und die Katalanen im Roussillon. Sie verständigen
sich in eigenen, romanischen Sprachen. Dagegen sprechen die Bretonen eine
keltische Sprache und die Basken die einzige westeuropäische Sprache
nichtindogermanischen Ursprungs. Im Elsass und Ostlothringen haben etwa 1 Mio.
Einwohner Deutsch als Muttersprache, eine weitere Million verständigt sich auf
Korsika und um Nizza auf Italienisch.
Der größte Teil der Ausländer stammt aus den ehemaligen französischen
Kolonien Marokko und Algerien. Viele Immigranten wohnen in großen, ab den 1970er
Jahren entstandenen Neubausiedlungen am Rand der Großstädte.
Mit
etwa 5 Mio. Muslimen stellt Frankreich die größte islamische Gemeinde Europas.
Dichtes Verkehrsnetz:
Das französische Verkehrsnetz ist auf die Hauptstadt Paris ausgerichtet, doch
auch die Peripherie ist gut erschlossen. Gebührenpflichtige Privatautobahnen
ergänzen das weit verzweigte Fernstraßennetz. Frankreich hat das weltweit
längste Schienennetz für Hochgeschwindigkeitszüge. Ferner durchzieht das
Land ein enges Netz an Binnenwasserstraßen, das über den Midi-Kanal bereits seit
dem 17. Jh. den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet.
Mit jährlich 75 Mio. ausländischen Touristen ist Frankreich das
Fremdenverkehrsziel Nummer eins in der Welt. Klassische Reiseziele sind neben
Paris (mit Versailles) und der Côte d’Azur
die Atlantikküste, die Seebäder der Bretagne und der Normandie sowie das
Loiretal und die Provence. Zu den 30 Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes gehören
Schlösser, Kathedralen, Paläste und mittelalterliche Stadtkerne.
Paris
Die
Hauptstadt liegt
inmitten des Pariser Beckens, beiderseits der Seine. Hier leben etwa 2 Mio.
Einwohner. In Paris ist neben den obersten staatlichen und kirchlichen Behörden, der führenden
Bildungseinrichtungen, auch der Sitz großer Wirtschafts- und Handelsorganisationen sowie
internationaler Organisationen wie UNESCO, OECD u. a.
Das Stadtgebiet
umfasst eine Gesamtfläche von nur 105 qkm, was die Stadt zu der am
dichtesten bevölkerten unter den Hauptstädten
der Welt macht. Die Anziehungskraft der Hauptstadt ließen die
Vorstädte entstehen. Der Ballungsraum von Paris
bildet die Region Île-de-France und umfasst mit der
Innenstadt und den dazugehörigen rund 280 Gemeinden, fast ein Fünftel der Bevölkerung Frankreichs
Der Kern der
Stadt wird von breiten Boulevards eingefasst, die anstelle des ehemaligen
Befestigungsrings angelegt wurden, andere durchziehen das Innere (z. B. die Champs-Elysées)
und vereinen sich in Sternplätzen. Berühmte
Plätze sind der Place de la Concorde mit dem Obelisk von Luxor, Place de la
République, Place Vendôme, Place de la Bastille, Place Charles de Gaulle mit dem Arc de Triomphe
usw. Parkanlagen beleben das Bild der
Stadt.Links der Seine liegen die Universität Sarbonne und dem Panthéon, der
Montparnasse (Künstlerviertel)
und das Adelsviertel der Vorstadt Saint-Germain, rechts der Seine der
Montmartre mit der Kirche
Sacré-Coeur. Neben der berühmten Universität Sorbonne besitzt Paris noch 12 weitere Universitäten
sowie zahlreiche Akademien und Forschungsinstitute; außerdem gibt es viele
bedeutende Bibliotheken und
Museen, viele Theater und Opern.
Bedeutende architektonische
Sehenswürdigkeiten sind z.B. die romanische Kirche Saint-Germain des Prés (9. und 12.
Jh.), Kathedrale Notre-Dame als früh- und hochgotisches Hauptwerk,
Sainte-Chapelle (13.Jh.), der Renaissancebau des Louvre und das Palais de
Luxembourg, Hotel des Invalides, Palais Bourbon und die Kirche La Madeleine.
1991 erklärte die UNESCO das gesamte Seineufer zwischen Pont de Sully und Pont
d'Iéna zum Weltkulturerbe.