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 Finnland

 

 

 

 

                   

         

 

 

 

 
Finnland
Hauptstadt: Helsinki

 

Land der Inseln und Wälder

Das „Land der Tausend Seen" erstreckt sich von der Ostsee im Süden bis hin zur Barentssee im Norden, weit oberhalb des Polarkreises. Fast drei Viertel der Landfläche sind von Wald bedeckt, nur im äußersten Norden prägt die baumlose Steppenlandschaft der Tundra das Bild.

Grenzen Im Süden und Westen Ostsee, im Nordwesten Schweden, im Norden Norwegen, im Osten Russlands
Zeitzone MEZ + 1 Stunde
Fläche 304530 qkm (69 % Wald und Buschland, 7 % Ackerland)
Höchster Punkt Haltiatunturi 1324 m
Gewässer Kemijoki; Saimaa-Seengruppe, Inari-See

Zwischen Ostsee und arktischer Tundra
Finnland ist mit der skandinavischen Halbinsel verbunden. Vergletscherungen der Eiszeit haben im waldreichsten Land Europas Zehntausende von Seen entstehen lassen.
Finnland grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee. Es ist zwar ein Teil Skandinaviens, aber nur im Norden mit der skandinavischen Halbinsel verbunden. Im Westen ist es durch den Bottnischen Meerbusen von Schweden getrennt, im Süden durch den Finnischen Meerbusen von Estland.
Das Land besteht überwiegend aus felsigem und hügeligem Flachland. Die Gletscher, die sich während der Eiszeit über das Land bewegten, formten zahlreiche Becken, die dann zu Seen wurden. Mit Sümpfen und Mooren bedecken sie gemeinsam etwa zehn Prozent des Landes, sie sind fünf Monate im Jahr zugefroren. Abgelagerte Felstrümmer bilden Hügel und kleine Berge. Im Nordwesten befindet sich die höchste Erhebung des Landes, der Haltiatunturi.
Finnland ist das waldreichste Land Europas. Im Norden geht die wichtigste natürliche Ressource des Landes, der boreale (am nördlichsten gelegene
Vegetationszone) Wald mit Kiefern, Fichten und Birken in die Steppenlandschaft der Tundra mit Moosen und Flechten über.
Das Küstengebiet ist stark zerklüftet, vor den Küsten liegen unzählige Schären (kleine felsige Inseln, in den Eiszeiten entstanden) und Inseln.

Bevölkerung ca.5,2 Millionen Einwohner (Finnen, Finnlandschweden, Lappen)
Religion Evangelisch-lutherische Kirche
Sprache Finnisch, Schwedisch
Wichtige Städte Tampere, Turku, Espoo, Vantaa, Oulu, Lahti, Pori, Kuopio, Jyväskylä, Kotka, Vaasa

Der Näsi-See
Der Näsi-See ist der größte der vielen Seen rund um die Stadt Tampere. Generell gilt das Wasser der finnischen Seen als extrem sauber: Man kann es oft sogar trinken! Die Finnen angeln das ganze Jahr über, auch im Winter, dazu bohren sie Löcher ins Eis. Viele besitzen eine Hütte am Ufer oder auf einer der Inseln in den Seen. Im Sommer kommen Boote zum Einsatz, im Winter bewegt man sich auf Skiern fort.

Ein langer Weg bis zur Unabhängigkeit
Erst seit 1917 ist Finnland unabhängig. Zuvor stand es lange Zeit unter schwedischer, dann unter russischer Herrschaft. Heute - nach dem Zerfall der UdSSR - profitiert es von seiner geografischen Lage.
Die Lappen oder Samen waren vermutlich die ersten Bewohner Finnlands. In der Zeit der Völkerwanderung bis etwa Ende des 8. Jh. besiedelten finnische Stämme aus dem Baltikum das Land.
Um 1150 besetzte der schwedische König Erik IV. den Südwesten Finnlands. Doch auch Russland hatte Interesse an dem Land. Das führte 1323 zum Vertrag von Nöteborg, der die finnische Ostgrenze festlegte. 1581 wurde Finnland zum Großfürstentum erhoben, aber weiterhin als schwedische Provinz verwaltet. Nach dem russisch-schwedischen Krieg 1808/09 trat Schweden Finnland an Russland ab. Das Land wurde russisches Großherzogtum, besaß aber weitgehende Autonomie. Das finnische Nationalbewusstsein verstärkte sich, wahrscheinlich mit ausgelöst durch Elias Lönnrots Epos „Kalevala" von 1835.
Doch erst 1917, nach der russischen Revolution, konnte Finnland seine Unabhängigkeit erklären. 1918 wurde ein bolschewistischer Aufstand mit deutscher Unterstützung niedergeworfen, im Sommer 1919 entschied sich Finnland für die Staatsform der Republik. In den folgenden Jahren erlebte das Land eine wirtschaftliche Blütezeit. 1939 überfiel jedoch die Rote Armee das Land und annektierte Karelien. 1941 beteiligte sich Finnland am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion, der Frieden von Paris 1947 bestätigte jedoch die Einverleibung Kareliens durch die UdSSR. Seit Ende der 1940er-Jahre bemühte sich Finnland um internationale Anerkennung. 1952 fanden in Helsinki die Olympischen Sommerspiele statt, 1955 wurde es Mitglied der UNO und des Nordischen Rates. Seit 1995 gehört Finnland zur EU.


Geschichte
1157 Schweden erobert Südwestfinnland
1249 Der Folkunger Birger Jarl erobert Zentralfinnland
1284 Schwedisches Herzogtum
1523 König Gustav I. Wasa führt die Reformation ein
1581 Großherzogtum mit innerer Autonomie
1700-1721 Nordischer Krieg; Russland hält große Teile Finnlands besetzt
1809 Finnland wird als Großfürstentum des Zaren von Russland annektiert, behält aber seine innere Selbständigkeit
1889 Zar Nikolaus II. betreibt eine starke Russifizierungspolitik; Russisch wird offizielle Landessprache
1905 Ein finnischer Nationalstreik erzwingt eine Verfassung mit allgemeinem Wahlrecht
1917 Der Landtag erklärt Finnland für unabhängig
1919 Finnland wird Republik mit K. J. Ståhlberg als erstem Präsidenten
1995 Finnland wird Mitglied der Europäischen Union
2000 Tarja Halonen übernimmt als erste Frau in der Geschichte Finnlands das Amt des Staatspräsidenten; neue Verfassung tritt in Kraft
2003 Anneli Jäätteenmäki wird Ministerpräsidentin, nach ihrem Rücktritt übernimmt Matti Vanhanen das Amt des Regierungschefs

Klima
• subpolares Kontinentalklima im Süden, polares Klima im Norden; lange, kalte und schneereiche Winter,   milde Sommer
• Durchschnittstemperatur:
  • -16 °C bis -4 °C im Januar, 13 °C bis 17 °C im Juli
  kälteste gemessene Temperatur in Finnland: −51,5 °C in Pokka
• jährliche Niederschlagsmenge: 700 mm

Sehenswertes
• Helsinki (Athenäum, Nationalmuseum, Uspenski Kathedrale, Felsenkirche, Festung Suomentinna)
• Turku (älteste Stadt Finnlands; Schloss und Kathedrale)
• Aland (Provinz aus 6 400 Inseln)
• Rauma (Hafenstadt)
• Burg Olavinlinna