img1.gif

 

 

        

 Index>Urlaubsländer> 
 England

 

 

 

                   

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Großbritannien / England
Hauptstadt: London
 
 

England ist das "Land der Angeln", das Stammland des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland im nicht schottischen und nicht walisischen Südteil der britischen Hauptinsel (ausgenommen Insel Man).
Umgangssprachlich wird "England" aber häufig im Sinne von Großbritannien verwendet, das
130439 qkm groß ist.

Großbritannien besteht aus der H
auptinsel (Großbritannien) des Britischen Archipels (Britische Inseln) mit dem eigentlichen Kernland England im Süden, den Landesteilen Wales im Westen und Schottland im Norden einschließlich der Küsteninseln, aus den schottischen Hebriden, Orkney-Inseln und Shetlandinseln und aus dem Nordteil von Irland.
Die unter selbstständiger Verwaltung (durch die Krone) stehenden Kanalinseln und die Insel Man sind kein Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und
Nordirland; Man und auch ganz Irland gehören jedoch zu den Britischen Inseln, die Kanalinseln dagegen nicht.


 
In allen landschaftlichen Zügen ist Großbritannien ein Teil des europäischen Kontinents, von dem es erst in der Nacheiszeit durch Landsenkung und Meeresspiegelerhöhung getrennt wurde. Die Küsten sind besonders im Westen stark gegliedert und meist steil, mit 40–60 km tiefen Buchten, im Osten vielfach unterbrochen von flachen Anschwemmungsküsten. Hochgebirge fehlen; in Cornwall und Devon, in Wales, Mittelengland und Schottland überwiegen abgerundete Mittelgebirge, die im Ben Nevis der schottischen Grampian Mountains gipfeln (1343 m) und eine ausgelaugte, dürftige Bodenkrume tragen. Östlich der Linie Severn–Tyne-Mündung liegt ein fruchtbares, teilweise sandiges Stufenland mit Senken.
Von den kurzen, meist nur im Unterlauf schiffbaren Flüssen ist die
Themse der wichtigste Fluss.     
           


Das Klima ist ozeanisch, vom Golfstrom begünstigt, mit milden Wintern und kühlen Sommern, heftigen Stürmen, starker Bewölkung, häufigem Regen und starker Nebelbildung. Großbritannien trägt heute durch Raubbau und Beweidung nur noch 8% Wald. Die Gebirge sind von weiten Mooren und Heiden bedeckt.
Im Osten überwiegt die typische Parklandschaft mit Wiesen, Weiden und Ackerflächen, die durch Baumreihen voneinander getrennt sind. An den warmen Südküsten gedeihen maritim-subtropische Pflanzen.



 
Die größte Bevölkerun
gsgruppe bilden die Engländer (etwa 80%), gefolgt von den Schotten (10%), Nordiren und Walisern. Neben den Briten leben etwa 2,4 Mio. Ausländer, größtenteils Einwanderer aus dem Commonwealth, im Vereinigten Königreich. In einigen Gebieten haben sich keltische Sprachen als Umgangssprachen erhalten (sehr viele Waliser sprechen heute noch Kyrrisch, Schotten Gälisch).
Etwa drei Viertel der Bevölkerung ist protestantisch, in Nordirland sind etwa ein Drittel katholisch.

In Großbritannien und Nordirland gibt es derzeit 46 Universitäten, davon 8 in Schottland und 2 in Nordirland. Die ältesten Universitäten sind Oxford (gegründet um 1170) und Cambridge (gegründet um 1209).
Die Handelsflotte zählte früher zu den größten der Welt. Das Land besitzt das dichteste Straßennetz der Welt (371 600 km, davon 3300 km Autobahnen) und ein dichtes Eisenbahnnetz, das durch den 1994 eröffneten Eurotunnel an das europäische Festland angeschlossen ist. London Heathrow ist der verkehrsreichste Flughafen Europas.


London
D
ie Hauptstadt des Vereinigten Königreichs breitet sich inmitten des Londoner Beckens beiderseits der Themse weit ins Umland aus. London gehört mit fast 7 Millionen - einschließlich etwa einer Million Immigranten - zu den größten Städten Europas. Als Residenz der Königin, Sitz der Regierung und des Parlaments sowie zahlreicher Bildungs- und Kultureinrichtungen von internationalem Rang ist London das unumstrittene Zentrum Großbritanniens.
London wurde im Jahr 43 als Londinium von den Römern gegründet. Alfred der Große erkor 827 diesen Platz zur englischen Residenz. Durch die Entwicklung Englands zu einer Weltmacht erlebte London als blühende Handelsstadt ein rasantes Bevölkerungswachstum. Schon im 17. Jh. beherbergte es über eine halbe Million Menschen, bis die Pest 1665 und das "Große Feuer" 1666 zahlreiche Menschen das Leben kostete. Doch schon zu Beginn des 19. Jh. überschritt die Stadt erstmals die Millionengrenze.
Die City of London, die heute den Bereich der ursprünglichen römischen Siedlung einnimmt, hat nur eine Ausdehnung von 2,7 qkm mit rund 4000 Einwohnern, ist jedoch als Zentrum im internationalen Handel, Banken- und Versicherungswesen für die britische Wirtschaft von großer Bedeutung. Die große Feuersbrunst von 1666 zerstörte nahezu das gesamte Zentrum Londons. Aber aus der Asche erhob sich eine neue Stadt, gekrönt von der St.-Paul's-Kathedrale Sir Christopher Wrens. St.-Paul's überstand die Bombenabwürfe des Zweiten Weltkrieges unbeschadet. Zahlreiche historische Gebäude im Zentrum Londons, prächtige Zeremonien und eine Fülle von kulturellen Aktivitäten machen die britische Hauptstadt zur größten Touristenattraktion des Landes. Im Tower of London, der schon auf Wilhelm den Eroberer zurückgeht und einst königliche Residenz, später aber berüchtigtes Staatsgefängnis und Richtstätte war, werden heute die Kronjuwelen verwahrt.


In Westminster, dem Regierungsviertel der Stadt, stehen die Parlamentsgebäude mit dem Glockenturm (Big Ben), die sich am linken Themse-Ufer hinziehen. Die im 13. Jh. auf alten Grundmauern errichtete Westminster Abbey ist die Krönungs- und Begräbniskirche der englischen Könige. Inmitten der Grünanlagen von St. James' Park und Green Park erhebt sich der 1705 erbaute Buckingham Palace, die Residenz der englischen Könige seit 1837.

London verfügt über 40 bedeutende Theater, fünf Symphonieorchester, das Königliche Opernhaus und eine Vielzahl großer Kunstgalerien und Museen. Die South Bank am Ufer der Themse ist ein riesiger kultureller Komplex mit Konzerthallen, Kunstgalerien und dem Nationaltheater.
Das dichte Siedlungsbild der Stadt wird aufgelockert durch große Grünanlagen, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen. Der Hyde Park westlich der City ist bekannt durch die öffentlichen Vorträge von Rednern aller Art. Unmittelbar daran schließen sich die Kensington Gardens mit dem Kensington Palace an. Weiter nördlich liegt der Regent's Park mit Zoologischem Garten und Queen Mary's Gardens.
London ist reich an traditionellen Zeremonien, wie zum Beispiel dem Festzug des Oberbürgermeisters und der Eröffnung des Parlaments. Die "Horse Guards Parade" bildet den Rahmen für eine der spektakulärsten Zeremonien Londons, für das "Trooping the Colour" - eine große Fahnenparade, die zu Ehren von Königin Elisabeth II. an ihrem Geburtstag stattfindet.


Kunst
Es gab bereits
bedeutende künstlerische Leistungen in vorgeschichtlicher Zeit, z.B. Cromlech von Stonehenge (das ist eine Megalithformation aus der Jungstein- oder Bronzezeit, die aus oval, kreis- oder halbkreisförmig angeordneten Megalithen besteht) um 2000 v. Chr. und in der keltischen Periode (Metallkunst, Buchmalerei, Steinkreuze). Nach reger Bautätigkeit (Holz- und Steinbau) im frühen Mittelalter schloss sich die englische Kunst seit der normannischen Eroberung stilistisch der romanischen Kunst der Normandie an.

Architektur
Im 11. Jh. begannen sich spezifisch englische Formen auszubilden, die der englischen Kirchenbaukunst über Jahrhunderte hinweg ihr eigenes, mit der Baukunst auf dem Kontinent wenig vergleichbares Gepräge gaben. So gibt es hier z.B. eine ungewöhnliche Längenausdehnung im Grundriss und die breiten Proportionen des Aufrisses, auch eine Verwendung architektonischer Formen in dekorativem Sinne.
Mit dem Umbau des Chors der Kathedrale von Canterbury durch Wilhelm von Sens im 12.Jh. vollzog sich der Übergang zur Gotik. Den Höhepunkt dieser Periode bildet die Kathedrale von Salisbury. Das gilt auch für die Kathedralen von Wells und Beverley, die Chöre von Lincoln und Worchester u.a. Die englische Spätgotik (14.-16-Jh.) brachte besonders im Kapellenbau (z.B. Schlosskapelle in Windsor) auch das Fächergewölbe.
Im Tudorstil (15.,16Jh.) vermischten sich Formen der Spätgotik und der italienischen Renaissance, bis zu Anfang des 17. Jh. eine barock-klassizistische Entwicklung einsetzte. Das 19. Jh. war z.T. beherrscht von der Tudorgotik ( Londoner Parlamentsgebäude, neugotische Kirchen). Außerdem setzte sich ein neuer Stil bei der Ausstattung von Innenräumen durch.. Als Kunstschriftsteller und Sozialreformer hatte J. Ruskin großen Einfluss; er förderte bes. die Erneuerung des Kunsthandwerks, die Anlage von Gartenstädten und die Gründung von Arbeiteruniversitäten. Die Wende zum 20. Jh. brachte besonders im Wohnhausbau den Jugendstil.

Plastik

Die Bildhauerkunst Englands erlangte erst in der Zeit der Gotik als Kathedral- und Grabmalplastik größere Bedeutung. Der Mangel an eigenen schöpferischen Kräften und die Abhängigkeit von kontinentalen Leistungen bestimmten die Entwicklung der Bildhauerkunst. G. Gibbons, J. Bacon der Ältere und J. Flaxman vertraten im 18. Jh. den Klassizismus; internationalen Rang erreichte die englische Plastik jedoch erst im 20. Jh. mit den Werken von H. Moore und B. Hepworth

Malerei
Ihre erste Blütezeit erlebte die englische Malerei im 10. und 11. Jh. mit der Miniaturmalerei der Schule von Winchester. In der Gotik, bei zunehmender Bedeutung der Glas- und Wandmalerei, geriet im 14.Jh. die englische Malerei unter französische Einflüsse. Die kontinentalen Strömungen, die nach dem Beginn des 15. Jh. für etwa 300 Jahre die englische Malerei beherrschten, gingen überwiegend auf die Tätigkeit ausländischer Künstler in England zurück: Von der Zeit Heinrichs VIII. bis zur Thronbesteigung der Königin Anna waren bis auf einige Porträtmaler alle führenden Maler Fremde (Holbein der Jüngere, Rubens, A. van Dyck). Hogarth, der eigentliche Begründer einer nationalenglischen Malerei, hielt sich abseits von den Konventionen der Porträtkunst und entwickelte in zeit- und gesellschaftskritischen Genrebildern einen kraftvollen, oft sogar derben Realismus. Einen neuen Höhepunkt erreichte die Bildnismalerei im 18. Jh. mit der Weiterentwicklung der Porträttradition. Anfang des 19. Jh. machten Bonington und Constable mit der Landschaftsmalerei von sich reden, mit dem Werk J. Turners als Höhepunkte. Internationale Geltung gewannen Beardsley als bedeutendster englischer Maler des Jugendstils und im 20. Jh. besonders F. Bacon, P. Blake, B. Nicholson, V. Pasmore und G. Sutherland.

Kunsthandwerk
Das englische Kunsthandwerk wurde seit dem 18. Jh. für ganz Europa bedeutungsvoll. Wedgwood stellte im 18.Jh. die Jasperware her, bei der die Scherben durch Metalloxide durch und durch gefärbt sind. Chippendale wurde zum Schöpfer eines eigenen Möbelstils. Im 19. Jh. kam es in England zur Erneuerung des Kunstgewerbes auf allen Gebieten, einschließlich des Buchdrucks und Buchschmucks.                            
                                                                                                                   
  Bilder: ©  Sigrid Beckmann