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DänemarkInsel Bornholm
Bornholm ist eine 40km lange dänische Ostsee-Insel südöstlich von Schonen (Provinz im Süden Schwedens) und eine der 14 dänischen Amtskommunen. Sie ist die östlichste Insel und Gemeinde Dänemarks, knapp 600 qkm groß. Hier leben ca. 45000 Einwohner, die überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Fischerei leben oder in der Porzellanindustrie, in Granitsteinbrüchen und Kaolingruben arbeiten. Außerdem herrscht hier ein reger Fremdenverkehr. Die Insel ist eine nach Südwesten geneigte Granitplatte mit einer Steilküste im Nordwesten und Nordosten, im Süden ist sie von Jura- und Kreideschichten mit Ton- und Kohlenlagern überdeckt. Verwaltungssitz und größter Ort ist Rönne. Durch die Insel geht - wie auch in unserem Görlitz - der 15. Längengrad.Bornholm war bereits früh besiedelt, die Entstehung erster menschlicher Spuren wird auf 10000 v. Z. datiert. Von der Wikingerzeit zeugen auf der ganzen Insel Runensteine und Dolmen. Bei den Dolmen ruhen auf den aufgerichteten Tragsteinen große Steinplatten, die dem Bauwerk das Aussehen eines Tisches verleihen können. Ihrer tischähnlichen Form wegen wurden Dolmen auch als Opfertische, Altarsteine oder Druidenaltäre bezeichnet. (Schau auch hier) Mehr als 1200 Jahre alt sind die sogenannten Bautasteine, die zur Erinnerung an Verstorbene gesetzt wurden. Jahrhundertelang war die Insel wegen seiner strategischen Lage von Wikingern, Piraten, Schweden und Dänen begehrt, und auch die Hanse versuchte, hier dauerhaft Fuß zu fassen. Vier Wehrkirchen und die Burgruine von Hammershus ganz im Norden sind Zeugen dieser bewegten Vergangenheit.
Ronne ist das Tor zu Bornholm, hier befinden sich sowohl der Fährhafen der Insel als auch der Lufthafen, der von Kopenhagen und im Sommer auch von Deutschland aus regelmäßig angeflogen wird. Bereits seit dem Mittelalter ist dieser Ort als geschäftiger Warenumschlagplatz bekannt. Heute ist die Inselhauptstadt mit ihren 15000 Einwohnern Verwaltungszentrum und Verkehrsknotenpunkt der Insel. Man findet hier Geschäfte, Galerien, Cafés und Restaurants. Im Museum wird anhand archäologischer Exponate die Seefahrer-, Fischer- und Bauerntradition der Insel dokumentiert. Anders als im restlichen Dänemark gab es auf Bornholm keine adligen Großgrundbesitzer, das Land wurde ausschließlich von freien Bauern bestellt. Die Sammlung zeigt auch einige Hundert Goldgubber, hauchdünne, geprägte Goldplättchen aus der Bronzezeit, die man im Osten der Insel gefunden hat und die wahrscheinlich als Opfer- und Grabbeigaben verwendet wurden. Am Hafen findet man einen schlanken, hell gestrichenen, achteckigen Leuchtturm. Dahinter überragt der spitze Kupferturm der im 14. Jh. erbauten Sankt Nicolai Kirke (Sankt Nicolaikirche) die roten Dächer der Häuser. Das aus dem 13. Jh. stammende Gotteshaus gilt als Wahrzeichen von Ronne, wurde jedoch 1918 durch einen Umbau stark verändert. Im Inneren des kreuzförmigen Kirchenschiffs erinnern Reste von Freskomalereien, ein gotländischer Taufstein von 1350 und ein gotisches Taufbecken noch an den ursprünglichen Bau. Südlich vom Hafen beeindruckt die Befestigung Kastellet aus dem 17. Jh. mit einem mächtigen Rundturm. Daneben sind in gut erhaltenen ehem. Magazinräumen im Forvarsmuseet alte Waffen und Modelle von Verteidigungsanlagen zu sehen. Historische Dokumente berichten von der wechselvollen Geschichte Bornholms, dänischen, schwedischen und hansischen Machthabern und den folgenden deutschen und sowjetischen Besatzern.
In dem Ort Nyker, etwa 8 km nordöstlich von Ronne, steht die mit zwei Stockwerken kleinste der wehrhaften Bornholmer Rundkirchen. Diese Ny Kirke entstand wahrscheinlich Ende des 12. Jh. Eine massive steinerne Mittelsäule von 3 m Durchmesser ist umlaufend mit einem gotischen Fresko verziert, das die Passion Christi, seine Grablegung und Auferstehung zeigt. Die Säule trägt das weiß gekalkte und von außen mit dunklen Schindeln gedeckte Tonnengewölbe, das das etwa 18 m durchmessende runde Schiff überdacht. Von diesem Hauptraum gehen lediglich ein Vorraum sowie eine kleine Kapelle ab.Weiter nördlich, an der Straße kurz vor Hasle, findet man den mit 2,70 m größten aller Bornholmer Runensteine. Gemäß seiner Inschrift ließ ihn um das Jahr 1100 ein gewisser Svenger für seinen Vater Toste, den Bruder Alvlak, seine Mutter und Schwestern errichten.