Bulgarien
Hauptstadt:
Sofial

Südlich der Donau erstreckt sich eine von Flüssen
zerschnittene, lößbedeckte Kreidetafel mit Gras- und Getreidefluren.
Jenseits der Klimascheide des steil nach Süden abfallenden plateauförmigen,
bis
2376 m hohen
Balkan liegt das warme, fruchtbare Ostrumelische Becken. Westlich davon liegt
das ca. 550 m ü. M. hohe Becken von Sofia. Die Südgrenze
umfasst den größten Teil der dicht bewaldeten, hochgebirgsartigen Rhodopen, die
Bulgarien vom Ägäischen Meer trennen. Am Schwarzen Meer findet man Steilküsten und Sandstrände.
Nördlich des Balkan herrschen warme Sommer und
kalte Winter. Im Süden ist es wärmer, hier hält das Gebirge die kalten
Nordostwinde ab.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung besteht aus
südslawischen Bulgaren; außerdem leben Türken (ca 10%), Roma (5%) u. a.
Minderheiten in Bulgarien. 86% der Bevölkerung gehören der bulgarisch-orthodoxen
Kirche an, 13% sind Muslime. 67% der Bevölkerung leben in Städten.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft (die
knappe Hälfte Landesfläche ist Ackerland, 15% Wiesen
und Weiden) beschäftigt knapp 30% der Erwerbstätigen. Sie liefert Tabak
(Gebirgstäler), Obst, Wein (an Donau, Maritza, Struma und Mesta), Gemüse und
Rosenöl für den Export. Ferner werden angebaut: Weizen, Mais,
Zuckerrüben, Reis Sonnenblumen, Baumwolle u. a. Sonderkulturen sind die
Rosenfelder und die Seidenraupenzucht. Viehhaltung wird besonders in den
Gebirgen betrieben.
Wertvolle Braunkohlenlager finden sich am Oberlauf der Struma
und bei Dimitrowgrad, Eisenerze bei Sofia und an der Tundža; von Bedeutung sind
auch die Bauxit- und Steinsalzlager. Schwer-,
Metall-, Textil-, Lebensmittel-, Tabak- und chemische Industrie sind gut
entwickelt. Etwa die Hälfte der Elektrizität stammt aus Kernkraftwerken.
Kultur
Architektur und Plastik
In der altbulgarischen Architektur und Plastik treffen sich
byzantinische und persische Einflüsse mit Gestaltungsprinzipien der
hellenistischen Kunst. Der sog. Reiter von Madara, ein Felsrelief des Königs Krum aus der Zeit um 800, geht auf sassanidische
Einflüsse
(also auf die iranische Kunst vom 3.Jh. - 7. Jh.)
zurück,
während die Kirchenbauten des Mittelalters byzantinischen Vorbildern folgten und
als Rundbauten oder dreischiffige gewölbte Basiliken erscheinen. Im 12. und 13.
Jh. überwogen die Kreuzkuppel- und die einschiffige, tonnengewölbte
Saalkirche.
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Malerei
Hauptdenkmäler der altbulgarischen Malerei sind der
byzantinischen Stiltraditionen folgende Schmuck des Evangelienbuchs des Zaren
Iwan Alexander (London, Britisches Museum) und die Fresken in Backowo, Ohrid,
Bojana und Zemen. Am ehesten entwickelte sich im Volkskunstschaffen eine
nationale Eigenart. In der neueren bulgarischen Kunst gibt es neben einem
gemäßigten Realismus auch Tendenzen des Neoexpressionismus und des Fotorealismus.
Literatur
Dank der Initiative des Zaren Simeon entwickelte sich im 9. Jh. ein reichhaltiges
Schrifttum mit religiöser und weltlicher Thematik, das sich besonders im
literarischen Schaffens der orthodoxen Slawen fortsetzte.
Das erste gedruckte, in Anlehnung an die Umgangssprache
verfasste bulgarische Buch erschien 1804. Die in den Dienst des nationalen
Freiheitskampfs gestellte Literatur des späteren 19.Jh. stützte sich
teils auf die Volksdichtung, teils auf russische Vorlagen. 1876 begann I. Wasow, der vielseitige und wirkungsvollste Klassiker
der Bulgaren, seine literarische Tätigkeit. Nach der Befreiung Bulgariens von
der Türkenherrschaft kam es zu einer Verfeinerung von Sprache und Stil durch den
Symbolismus.
Die realistische, vorwiegend überlieferungsgebundene Literatur
des 20. Jh. zeigte mit starkem Heimatgefühl, aber auch mit
Sozialkritik eindringliche Bilder aus dem Alltag des bulgarischen Landlebens. Zurzeit
etabliert sich langsam ein
demokratisch orientierter Literaturbetrieb.
Musik
Bulgarien besitzt ein reiches Volksmusikrepertoire, entwickelte
aber eine nationale Kunstmusik erst seit dem Ende des 19. Jh. In der
Tradition der europäischen Moderne stehen die Werke von S. Dragostinow,
E. Tabakow, B. Spasow, A. Kandow. - Die liturgische Musik
geht auf die durch Kyrillos und Methodios ins Slawische
übersetzten und durch ihre Schüler nach Bulgarien gebrachten byzantinischen
Kirchengesänge zurück.
Urlaubsland
Bulgarien
Das Schwarze Meer ist ganz und gar nicht schwarz, sondern
zumeist glasklar und von sehr guter Wasserqualität. Dank des geringen
Salzgehalts kann man auch einmal einen großen Schluck nehmen. Das Schwarze Meer
unterscheidet sich vom benachbarten Mittelmeer aber nicht nur durch den
Salzgehalt, sondern auch durch die hier nur sehr schwach ausgeprägten Gezeiten.
Das Meer an der bulgarischen Ostküste ist ein hervorragendes Terrain für
Wassersportler - ob Windsurfer, Segler oder Taucher.
Bis zu 11 Stunden Sonne pro Tag gibt es hier im Sommer,
dazu angenehme 24° Wassertemperatur.

Hundert Meter breit und fast sechs Kilometer lang: Der
Sonnenstrand der bulgarischen Schwarzmeerküste ist ein Urlaubsparadies - ganz
besonders für Kinder. Feinsandige Strände fallen flach ins Wasser ab, selbst
mehr als hundert Meter vom Ufer entfernt kann man noch bequem stehen. Ideale
Bedingungen zum Spielen und Sandburgen bauen, zum Umhertollen und Plantschen.
Und zwar mit großer Ausdauer, denn der Sonnenstrand trägt seinen Namen zu Recht.
Bis zu elf sonnige Stunden pro Tag gibt's hier im Sommer, dazu wohlige 24 Grad
Wassertemperatur.
Nördlich des Sonnenstrands liegt der nach seinem Hauptort
benannte Goldstrand. Mit "nur" vier Kilometern weniger ausladend, aber nicht
weniger attraktiv. Lang gestreckte Promenaden laden auch hier zum
Schlendern ein. Nach Jahren erblühen wieder
die traditionsreichen Seebäder - etwa das Heilbad Albena oder Bulgariens
ältestes Seebad, Sveti Konstantin i Elena. Auf den Terrassen heller
Kalksteinfelsen liegt Baltschik, die "weiße Stadt", eines der malerischsten
Seebäder Bulgariens. Durch romantische Gassen führt der Weg hinunter zum kleinen
Stadthafen. Sehenswert: Der ehemalige Sommersitz von Maria, Königin von
Rumänien; im heutigen Botanischen Garten, das Sommertheater und die Kirche Sweti
Nikolaj, in der bemerkenswerte Kunstausstellungen stattfinden.
Erlebnisreich
ist ganz sicher auch ein Ausflug ins Rila-Gebirge - hier
wartet das Rila-Kloster auf unseren Besuch.
Bilder: © Monika Frunzke
