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 Belgien

 

 

 

                   

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Belgien
Hauptstadt: Brüssel


Offizieller Name

Königreich Belgien

Lage

Westeuropa

Grenzen

Im N und NO Niederlande,
im O Deutschland,
im SO Luxemburg,
im S Frankreich,
im W Nordsee

Fläche

30 518 qkm (21 % Wald,
24 % Ackerland,
21 % Wiesen und Weiden)

Zeitzone

Mitteleuropäische Zeit

Das Königreich Belgien gehört zu den kleinsten europäischen Staaten, ist aber zu den am dichtesten besiedelten und wohlhabendsten Ländern.
Mit der europäischen Einigung übernahm Belgien eine führende Rolle als Sitz zahlreicher EU-Behörden und der Zentrale der NATO.

Belgien liegt - wie die Niederlande und Luxemburg - im Herzen der Europäischen Union. Mitten durch dieses Land verläuft aber die markanteste Sprachgrenze Europas. Sprache und Kultur des einen Landesteils wurden von germanischen Stämmen beeinflusst, die sich im 5. Jh. in Europa ausbreiteten, die Muttersprache der Bevölkerung im anderen Teil ist Französisch, eine romanische Sprache, die vom Lateinischen abstammt. Diese Sprachgrenze istin Belgien bereits seit langem eine Quelle grundlegender Differenzen.
Während in den Industriezonen und Ballungsräumen
Brüssel, Antwerpen, Gent, Lüttich und Mons die Bevölkerungsdichte z. T. 1000 Einwohner pro qkm überschreitet, sind es in den Ardennen weniger als 50 Einwohner pro qkm. Nahezu jeder zehnte Einwohner ist Ausländer, davon kommen fast zwei Drittel aus EU-Staaten.
Belgien ist ein bedeutendes Industrie- und Handelszentrum. Die zentrale Lage ist dabei sicher von Vorteil, aber das führte auch dazu, dass das Land, insbesondere im 20. Jh., zum Schlachtfeld verschiedener Krieg führender Nationen wurde.
Das relativ kleine Belgien weist die verschiedenartigsten Landschaftsformen auf - von den Dünen und Stränden der Küstenregion im Norden über fruchtbares Hügelland in der Mitte bis zu den waldbedeckten Bergen der Ardennen.

Das Land lässt sich von Nordwesten nach Südosten in drei Landschaftsräume gliedern. Hinter einem bis 30 m hohen Dünenstreifen entlang der 65 km langen, von Deichen geschützten Nordseeküste folgt landeinwärts das Tiefland Niederbelgiens
. Das fruchtbare Marschland geht östlich der Schelde in weite, sandige Geestflächen über. Mittelbelgien (Hennegau und Brabant) ist ein flaches, bis auf 200 m ansteigendes Hügelland, dessen oberste Schicht im Südteil von fruchtbarem Lössboden gebildet wird. Hochbelgien beginnt südlich von Maas und Sambre. Den größten Teil nehmen die Ardennen und ihr Vorland ein. Das bewaldete und durch Flüsse tief zerschnittene Mittelgebirge erreicht im Hohen Venn seine größte Höhe (694 m). Im äußersten Süden hat Belgien Anteil am erzreichen Lothringer Stufenland.
Wenn man die Ruhe der Natur sucht, ist der Zonienwald, der schönste Buchenwald Belgiens, geeignet. Dieser dichte Wald war ein auserlesenes Jagdgelände für Herzöge und Könige, Mönche und Nonnen fanden hier die Ruhe fanden, die sie suchten. Heut können Wanderer im Zonienwald die Natur und Ruhe genießen, Fahrradtouren unternehmen u.a.

Der fruchtbare Boden ermöglicht eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, während die Entwicklung neuer Industrien im Norden den Niedergang von Kohle und Stahl im französischsprachigen Süden ausgleichen kann. Mit zahlreichen Wasserstraßen und einem ausgezeichneten Verkehrsnetz ist Belgien für Touristen ein angenehmes und bequemes Reiseland. Ein beliebtes Reiseziel ist seit über 40 Jahren das zur Weltausstellung von 1958 in Brüssel errichtete Atomium.

Das Klima wird durch den Einfluss des Atlantischen Ozeans geprägt. Mit zunehmender Entfernung zum Meer wird das Klima rauer und die Zahl der Frosttage nimmt zu. Die vorherrschenden Westwinde bringen gleichmäßig über das Jahr verteilt Niederschläge von 750-1000 mm, in den Ardennen bis 1500 mm.

Brüssel
Die Gründung des mehr als tausendjährigen Brüssel im flachwelligen Hügelland Zentralbelgiens ist eng mit dem Flüsschen Senne verbunden. Wenige Jahre vor der Wende zum 10. Jh. errichteten französischsprachige Siedler auf einer Flussinsel eine Befestigungsanlage, die der Verteidigung ihres Territoriums gegen die flämischen Rivalen dienen sollte. Begünstigt durch die Lage an der Senne, die Teil des Wasserstraßensystems ist, das vom Westen Deutschlands bis Nordfrankreich reicht, hatte sich Bruoscella um 1000 bereits zur Residenz der Herzöge von Brabant, im 11. Jh. bereits zu einem blühenden Handelszentrum entwickelt.
Im 13. Jh. war Brüssel als Handelsplatz und als Zentrum der Wollverarbeitung in ganz Europa bekannt. Die Geschicklichkeit der Handwerker bei der Herstellung von Teppichen, Tapisserien, Spitzen und anderen Textilien begründete den Reichtum der Brüsseler Kaufleute. Dieser Reichtum hat aber im Laufe der Jahrhunderte das Interesse zahlreicher Eroberer erregt. So fiel Brüssel unter burgundische, spanische, habsburgische, französische und niederländische Herrschaft. Die Revolution 1830 brachte die Loslösung vom Königreich der Vereinigten Niederlande.
1831 wurde Brüssel zur Hauptstadt des unabhängigen Belgien ernannt.

Seither sind Ausdehnung, Bedeutung und Reichtum der Stadt erheblich gestiegen. Brüssel ist mit rund einer Million Einwohnern die größte belgische Stadt.
Heute ist sie Hauptstadt in mehrfacher Hinsicht: als Sitz der Kommission der Europäischen Union (EU) und als Hauptquartier des Ständigen Rates des Nordatlantikpaktes (NATO). Gewaltige Bürohäuser, Luxushotels, verlockende Einkaufspassagen und breite Autostraßen bestimmen auch dadurch das Bild in großen Teilen der Stadt. Aber es gibt auch ausgedehnte Industrieanlagen, wo Keramikwaren, Arzneimittel, Papier und Textilien produziert sowie Nahrungsmittel verarbeitet werden.

Der Grand' Place
Der eindrucksvolle Grand' Place im Herzen Brüssels erinnert an das historische Erbe der Stadt. Die malerischen Gebäude, die den Marktplatz umschließen, die Zunfthäuser der Brüsseler Kaufleute und Handwerker, stammen aus den späten 90er Jahren des 16. Jh. Das Standbild des heiligen Michael, des Schutzpatrons von Brüssel, krönt auch heute noch den zierlichen Turm des Gebäudekomplexes.

Die französische und die niederländische Kultur sind in Brüssels architektonischem und künstlerischem Erbe miteinander verschmolzen.
Georges Simenon erlangte mit seinen berühmten Maigret-Romanen, die inzwischen in über 55 Sprachen übersetzt worden sind, einen der erstaunlichsten Erfolge der Literaturgeschichte. Als Architekt und Kunstdesigner um die Jahrhundertwende noch dem Jugendstil zugewandt, beeinflusste Henry van de Velde in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich die Ideen des Bauhauses.
Touristen fällt auf, dass in Lüttich eine andere Sprache gesprochen wird als etwa im Seebad Knokke, dass selbst in den Stadtgebieten Brüssels verschieden gesprochen wird. Eine belgische Sprache gibt es nicht. Etwa 40 % der Bevölkerung stellen die Französisch sprechenden Wallonen im Süden des Landes, während die im Norden wohnenden, Niederländisch sprechenden Flamen über die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Im Bereich der Ardennen gibt es außerdem eine deutschsprachige Minderheit, die seit 1984 eine eigene politische Vertretung hat. Alle drei Sprachen sind als Staatssprachen anerkannt. Südlich von Brüssel verläuft in ost-westlicher Richtung eine Sprachgrenze, die das niederländische und das französische Sprachgebiet voneinander trennt. Das zweisprachige Brüssel liegt inmitten des flämischen Sprachgebiets. Während im Stadtgebiet das Französische überwiegt, wird in den umliegenden Gemeinden vorwiegend flämisch gesprochen. Zweisprachige Straßenschilder und Briefkästen sind stumme Zeugen dieses Kulturkampfes.


Sete geändert: 22.03.2010