Australien
Hauptstadt:
Canberra
Daten und Fakten
| Offizieller Name |
Australischer Bund |
| KFZ-Kennzeichen |
AUS |
| Fläche |
7 692 024 km² |
| Einwohner |
ca. 20 Mio. |
| Zeitzone |
Mitteleurop. Zeit +7 bis +9 Std. |
| Amtssprache |
Englisch |
| Staatsform |
parlamentar. bundesstaatliche Monarchie im Commonwealth |
| Währung |
1 Austral. Dollar = 100 Cents |
Australien
ist ein ca. 7,7 Mio. qkm großer Kontinent auf der Südhalbkugel zwischen Indischem Ozean im Westen und dem
Pazifischen Ozean im Osten. Es ist der
einzige Erdteil, der von einem einheitlichen Staatswesen
eingenommen wird.
Australien ist der kleinste, trockenste und flachste Kontinent der Erde.
Im sogenannten „roten Herz“ findet man dünn besiedelte oder
unbewohnte riesige Wüsten und die roten Schwemmebenen. Es ist
das Land der Schaf- und Viehzuchtfarmen.
Besondere Wahrzeichen sind der Ayers Rock, der größte Monolith (ein isoliert aufgestellter Steinblock)
der
Welt, den die Ureinwohner, die Aborigines, Uluru nennen, und das Große Barriereriff, das größte
Korallenriff der Welt. Auch wenn das australische „Buschland“ das Bild des
Landes ausmachtt, so handelt es sich tatsächlich jedoch um eine urbane,
technologisch weit fortgeschrittene und entwickelte Gesellschaft. Durch den
modernen Flugverkehr und neue Telekommunikationssysteme hat Australien - einst
ein ferner Kontinent - den Anschluss an die Welt gefunden.
Australien hat drei Zeitzonen. Sommerzeitumstellung: Letzter
Sonntag im Oktober bis letzter Sonntag im März.
Natur und Klima
Der australische Kontinent ein gewaltiges Tafelland, meist von Gebirgszügen umrahmt. Davor liegen
größtenteils nur schmale
Küstenebenen. Im Norden dringt der Carpentariagolf tief ins Land hinein. Im Süden dringen von der sanft gebogenen
Großen Australischen Bucht der Spencer- und St.-Vincent-Golf ins Landesinnere
vor. Der Nordostküste ist das 2000 km lange Große Barriereriff
vorgelagert, es ist das größte Korallenriff der Erde.
Entlang der Pazifikküste im Osten erstrecken sich die Gebirgsketten der
3000 km langen Great Dividing Range mit der New
England Range, den Blue Mountains. Im Süden liegen die Snowy Mountains, die Australischen Alpen. Hier findet
man die höchste Erhebung des Landes, den
Mount Kosciusko (2228 m). Nach Norden verlieren die Gebirgszüge deutlich an
Höhe. Während die Gebirgsketten zur Küste hin steil abfallen, gehen sie nach
Westen hin allmählich in Hügelland und große Tiefebenen über. Die südliche
Fortsetzung der Ostaustralischen Kordillere bildet die Insel Tasmanien, sie
ist
durch die 200 km breite Bass-Straße vom Festland getrennt.
Vom südöstlichen Rand der Inneren Ebene nach
Südwesten fließt der Darling, Australiens
längster Fluss. Er trifft auf das
größte Flusssystem des Kontinents, den Murray mit seinen Nebenflüssen Lachlan
und Murrumbidgee. Während des Winters sind große Teile des Darling meist trocken,
der Murray und seine Nebenflüsse aber führen das ganze Jahr über Wasser. Lange Abschnitte der Flüsse Diamantina und
Coope sind oft trocken. Südlich der Simpsonwüste liegt
der Salzsee, er ist der tiefste Punkt des Kontinents.
Etwa die gesamte westliche Hälfte des Kontinents nimmt der Westaustralische
Schild ein, das ist der älteste Kern des Kontinents. In den Randgebieten findet
man Gebirgsmassive und Plateaus, die im äußersten Nordwesten auf etwa
1227 m ansteigen.
Im Norden dagegen erreicht das Kimberleyplateau nur 786 m. Die Macdonnell Ranges (1510 m) und Musgrave Ranges (1440 m)
im Osten sind
sehr eindrucksvoll, denn hier erheben sich die Inselberge Ayers Rock (Uluru) und Mount Olga
(Katatjuta) - beides sind Heiligtümer der Aborigines, der Ureinwohner Australiens. Im Zentrum des Schilds
erstrecken sich die z. T. abflusslosen und wasserarmen Sand- und Steinflächen
der Großen Sandwüste, der Gibsonwüste und der Großen Victoriawüste.
Geschichte
Bereits vor etwa 50 000 Jahren, während der
letzten Kaltzeit, setzte die Besiedelung des Kontinents ein. Der Meeresspiegel lag deutlich tiefer als heute, sodass
die Menschen über den indonesischen Inselbogen und Neuguinea bis nach Australien
vorstoßen konnten. Die Ureinwohner, die
Aborigines, wanderten von Indonesien her in Australien ein, evtl. sogar
schon um 70 000 v. Chr. Die Aborigines wählten ihre Siedlungsräume an
den Ost- und Südwestküsten des Kontinents. Ein Schwerpunkt lag im Gebiet des
heutigen Sydney. Längs der Wasserläufe drangen einzelne Gruppen später auch
weiter in das Landesinnere vor. Das Siedlungsgebiet Tasmanien wurde vor rund 10 000
Jahren durch die Bass-Straße vom übrigen Australien getrennt und nahm eine
isolierte Entwicklung.
Erforschung und Kolonialisierung
Es
ist sehr wahrscheinlich, dass es erste Entdeckungen australischer Küsten durch portugiesische Seefahrer um die
Mitte des 16. Jh.gab. So betrat der Holländer Willem Janszoon 1606 australischen Boden. In den folgenden Jahrzehnten
unternahmen die Holländer wiederholt Entdeckungsfahrten zur Westküste des
Kontinents. So umsegelte im 17. Jh. Abel Tasman
Australien und entdeckte
das heutige Tasmanien. Aber das
holländische Interesse an Australien bald wieder, da der wirtschaftliche Nutzen gering erschien. 1770 landete der Engländer
James Cook
an der Ostküste und nahm sie als Neusüdwales für Großbritannien in
Besitz. 18 Jahre später gründeten die Briten die erste Sträflingskolonie in der Nähe von
Sydney und legten damit den Grundstein zur Besiedlung des Erdteils.
Bis zur Einstellung der Deportationen 1868 wurden zahlreiche weitere
Strafkolonien entlang der Küste errichtet. Die insgesamt mehr als 160000
Häftlinge waren billige Zwangsarbeiter für die Siedler, die Ende des 18.Jh. freiwillig nach Australien kamen. 1798 entdeckte George Bass die
nach ihm benannte Meeresstraße.
Wenig später begann die Erschließung des Landesinneren, zuerst entlang
der Flussläufe. Mitte de 19.Jh. gelang deutschen und britischen
Expeditionen die Durchquerung des Kontinents. Es folgten Siedler und Farmer. Damit begann aber auch der
Kampf gegen die Aborigines. Sie wurden
vertrieben und in das unwirtliche Landesinnere zurückgedrängt.
Großbritannien gründete in der Folgezeit mehrere Kolonien. Große Goldfunde lockten seit
der Mitte des 19. Jh. einen Strom freiwilliger Siedler in das Land.
Ab 1850 genossen die Kolonien beschränkte Selbstverwaltungsrechte, in deren
Folge sie eigene Verwaltungen aufbauten. Ende des 19. Jh. wurde der
Wunsch nach einem föderativen Zusammenschluss immer lauter.Bevölkerung
Australien ist ein äußerst dünn besiedelter Kontinent. Weite Teile des
Landes, vor allem im Nordterritorium und im so genannten Outback, sind nahezu
menschenleer. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den küstennahen Gebieten im
Osten, Südosten und Südwesten, die meisten davon in den fünf Millionenstädten
Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide.
Entscheidend für die Bevölkerungsentwicklung war die
Einwanderung, die in mehreren großen - teils von staatlicher Seite geförderten -
Wellen bis Mitte der 1960er Jahre erfolgte. Aber der Großteil der Australier heute
ist im Land
geboren, die meisten haben britische oder irische Vorfahren. Etwa ein Fünftel stammen
vom europäischen Festland, darunter viele Deutsche, Italiener, Griechen und
Polen. Inzwischen kommen die Einwanderer überwiegend aus Ost- und
Südostasien.
Etwa 2% der Australier sind Aborigines. Einst durch die weißen Siedler von ihrem Land vertrieben, leben
sie heut als deutlich
benachteiligte Minderheit meist in Reservaten, z. T. auch in den
Slums der Großstädte. Ihrer alten Kultur entfremdet, versuchen heut viele von
ihnen ihre Identität durch Rückgriff auf traditionelle Lebensweisen zu finden.
Erst 1967 erhielten sie Bürgerrechte, doch viele von ihnen erwartet
Arbeitslosigkeit und eine erheblich niedrigere Lebenserwartung.
Amtssprache ist Englisch. Unter den Einwanderern gibt es
Minderheiten, die ihre Muttersprache beibehalten haben; von den australischen Ureinwohnern werden
verschiedene Sprachen gesprochen.
Unter den Einwohnern
findet man 26 % Katholiken, eben so viele Protestanten, Minderheiten aller
anderen Weltreligionen sowie Anhänger von Naturreligionen.
Bildung
Es besteht eine
allgemeine Schulpflicht zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr. Der
obligatorische Schulbesuch ist an staatlichen Schulen kostenlos. Etwa ein
Drittel aller Kinder geht jedoch auf konfessionelle Privatschulen, die Schulgeld
erheben. In weiter abgelegenen Gebieten findet der Unterricht per Funk statt.
Der 6-jährigen Grundschule folgt der Besuch
entweder einer allgemein bildenden, einer berufsbildenden oder einer Fachschule.
Die allgemein bildenden Schulen können nach drei Jahren
mit einer Prüfung beendet werden. Wer nach weiteren zwei oder drei Jahren eine
neuerliche Prüfung ablegt, darf eine Hochschule besuchen. Berufsbildende und
Fachschulen können bereits nach drei Jahren mit einem Examen beendet werden. Das
nach weiteren zwei Jahren abgelegte Examen berechtigt zum Studium an einer der
insgesamt 43 Hochschulen. Verantwortlich für die Ausgestaltung des Schulwesens sind
die
Bundesstaaten.
Klima
In
Australien findet man die unterschiedlichsten klimatischen
Bedingungen.
Es ist ein überwiegend trockenes Land.Der äußerste Norden und Nordosten liegt im Bereich der
Tropen mit ganzjährig hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und einer
ausgeprägten Regenzeit während des Südsommers. Der äußerste Südosten und
Tasmanien reichen schon in die kühlgemäßigte Klimazone mit trockenem warmem
Sommer und kühle regenreiche Winter. Dazwischen liegt der große Bereich der
Subtropen. Die höchsten Niederschläge fallen
in der östlichen Gebirgskette. Die Berge des Südostens
werden sogar von einer winterlichen Schneedecke überzogen. Mit der Entfernung
von der Küste nehmen die Regenmengen ab, in manchen Regionen fällt jahrelang überhaupt kein Niederschlag.
Die sommerlichen Tagestemperaturen erreichen im Landesinneren häufig mehr als
40 °C, im Winter kommt es dagegen zu Nachtfrösten.
Flora
und Fauna
Entsprechend diesen klimatischen Gegebenheiten breiten sich im Norden tropische
Baum- und Grassavannen aus, Regen- und Mangrovenwälder säumen lange
Küstenstriche. Von der Ostküste südwärts entwickelt sich artenärmerer
subtropischer Regenwald, der allmählich in Hartlaubwälder übergeht. Zum
Landesinneren hin schließen sich Trockenwälder an.
Durch die isolierte Lage hat sich in Australien eine eigenständige Flora
entwickelt. Die charakteristischste Pflanze ist der Eukalyptus. Mit über
500 Arten, - von buschförmigen Pflanzen bis hin zu 80 m hohen Bäumen,
wird die
Vielfalt nur noch von den Akazien übertroffen, die in großen
Teile Australiens vorherrschen. Weit verbreitet sind die Spinifex- oder
Igelgräser mit ihren spitzen Blättern. Zu den Besonderheiten gehören auch der
Grasbaum mit seiner zweiglosen Krone, die Wüstenkasuarine mit den hängenden
Zweigen oder der Flaschenbaum, der in seinem stark verdickten Stamm Wasser
speichern kann.
Wenn man an die Tierwelt
Australiens denkt, findet man dafür auf anderen
Kontinenten nur wenig Verwandtschaft. Hierzu zählen die Beuteltiere, wie
das Känguru und der Koala. Außerordentlich artenreich sind die Reptilien
vertreten. Neben zahlreichen, teils sehr giftigen Schlangenarten fallen vor
allem die oft eigentümlich gestalteten Tiere wie der Moloch oder die Kragenechse auf.
Zu der reichen Vogelwelt gehören viele Papageienarten, der flugunfähige Emu,
der
neben dem Känguru ein Wappentier Australiens ist. Interessant ist auch
der Kookaburra mit seinem
gelächterartigen Ruf.
Durch menschliches Eingreifen hat sich die heimische Tierwelt stark verändert.
Einige eingeschleppte Tierarten wurden zu regelrechten Landplagen, insbesondere
die Kaninchen. Dingos, verwilderte Katzen und Füchse haben einige
Beuteltierarten vollständig verdrängt.
Staat und Politik
Gemäß der 1901 in Kraft getretenen Verfassung ist Australien eine
parlamentarisch-demokratische Monarchie innerhalb des Commonwealth.
Staatsoberhaupt ist die britische Königin, vertreten durch einen
Generalgouverneur. Australien hat ein Parlament, das aus zwei Kammern besteht:
dem Repräsentantenhaus mit 150 Mitgliedern, die für eine Legislaturperiode von
drei Jahren gewählt werden, und dem Senat als Länderkammer mit 76 Abgeordneten,
je zwölf aus den sechs Bundesstaaten und je zwei Abgesandte aus den drei
Territorien. Es besteht Wahlpflicht. Der Senat muss den Gesetzen des
Repräsentantenhaus zustimmen. Die vom Premierminister geführte Regierung ist dem
Parlament verantwortlich. Die konservativen Liberalen und
die Nationalpartei, die vor allem agrarpolitische
Interessen vertritt, bilden die Regierungskoalition. Stärkste Kraft der
Opposition ist die sozialdemokratische Arbeiterpartei. Daneben
gibt es noch einige kleinere Parteien. Höchste juristische
Instanz ist das Oberste Bundesgericht.
Wirtschaft und Verkehr
Australien hat eine leistungsfähige Landwirtschaft und reichliche
Bodenschätze, doch nimmt der Anteil von Rohstoffen und Agrarprodukten am
Gesamtexport seit Mitte der 1980er Jahre ständig ab. Den größten Beitrag zum
Bruttoinlandsprodukt erbringt heute der Dienstleistungssektor, insbesondere die
Finanzwirtschaft, die Unternehmensdienstleistungen (Beratung, Buchhaltung,
Marketing), die Medienwirtschaft und die Informationstechnologie. Von zunehmender Bedeutung ist auch der
Tourismussektor. Sydney, das Große Barriereriff und Ayers Rock (Uluru) sind die
Hauptreiseziele für über 4 Mio. ausländische Gäste im Jahr. Insgesamt weist die
australische Wirtschaft seit eineinhalb Jahrzehnten deutliche Wachstumsraten
auf. Wegen des verhältnismäßig kleinen Binnenmarktes ist die Wirtschaft stark
exportorientiert.
Etwa zwei Drittel des Territoriums dienen als Agrarfläche, wobei
allerdings nur knapp 10% für den Ackerbau geeignet sind. Im Nordosten werden
hauptsächlich Zuckerrohr, Baumwolle, tropische Früchte und Tabak angebaut, im
Südosten und Südwesten vor allem
Weizen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Weinbau.
Der größte Teil der agrarischen Nutzfläche dient als Weideland für Schafe und
Rinder. Australien ist der weltweit größte Erzeuger von Wolle und ein wichtiger
Fleischlieferant. Die großen Farmen liegen vor allem im Großen Artesischen Becken.
Erze, Metalle und Steine,
Kohle und Erdöl
Zu den wichtigsten Rohstofflagerstätten gehören die Eisenerzvorkommen im Westen. Weitere
bedeutende Vorkommen werden im Kimberleyplateau und in Südaustralien abgebaut.
Das Land ist mit Abstand größter Exporteur von Bauxit. Von
Bedeutung sind ferner Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Mangan und Wolfram, aber
auch Silber, Gold und Edelsteine. Mehr als 90% aller Opale kommen aus
Australien.
Australien verfügt auch über bedeutende Energieträger: In
Victoria gibt es riesige Braunkohlenlagerstätten, an der Küste
von Neusüdwales gibt es große Steinkohlenvorkommen. Australien ist der
weltgrößte Exporteur von Steinkohle und zweitgrößter Produzent von Uranerz.
Bedeutung haben auch die Erdöl- und Erdgasreserven.
Leistungsfähige Industrie
Traditionell großes Gewicht hat die Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit
Mühlen, Fleisch- und Zuckerfabriken. Auf Basis der Bodenschätze entstand eine
bedeutende Metallindustrie mit Eisen- und Stahlwerken, Aluminiumhütten und
Kupferschmelzen. Daneben existieren bedeutende Unternehmen im Maschinen- und
Fahrzeugbau, in der Elektro- und Elektronikindustrie sowie der chemischen
Industrie. Hohe Wachstumsraten erzielen die Medizintechnik und die
Biotechnologie.
Verkehrsverbindungen
Das Eisenbahn- und Straßennetz ist in den dicht besiedelten Regionen im Osten
und Süden gut ausgebaut. Wichtigste Bahnlinien sind die Oststrecken und die
transkontinentale Verbindung von Sydney über Melbourne und Adelaide nach Perth.
Die Strecke von Adelaide nach Alice Spring wurde bis Darwin ausgebaut.
Wegen der großen Entfernungen ist der Luftverkehr von besonderer Bedeutung.
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geändert: 21.03.2010