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Familientreffen am 19.September 2004

Manchmal passieren schon eigenartige Dinge: Vor einem Jahr erhielt ich einen Anruf - und wie es sich herausstellte, war am anderen Ende der Leitung meine Cousine, von der mir meine Eltern erzählt hatten, aber durch die Kriegswirren und die Folgen hatte wir Geschwister nie etwas von ihr gehört, wussten auch gar nicht, wohin es diese Familie verschlagen hatte.

Und nun sollte das erste Treffen bei uns stattfinden - und das wollten wir natürlich auch nutzen, ihr etwas von unserem  schönen Görlitz und seiner Umgebung zu zeigen.
 
Zuerst fuhren wir in Richtung Zittau zum Kloster Marienthal,
das etwa 20 Minuten Autofahrt von Görlitz entfernt liegt. Es liegt wunderschön in einem Tal in unmittelbarer Nähe der Neiße.
Königin Kunigunde, die Gemahlin König Wenzels des Einäugigen und Tochter des 1208 ermordeten deutschen Königs Philipp IV. von Schwaben, gründete 1234 diese Zisterzienserinnenabtei St. Marienthal. Anlass dieser Stiftung soll jener Mord gewesen sein. Kunigunde wollte, dass für sie und ihrer Elternheil für ewige Zeiten in Marienthal gebetet wird. So jedenfalls steht es in der ältesten noch vorhandenen Schenkungsurkunde von 1234.
Zuerst aßen wir in der Gaststätte direkt vor dem Eingang zum Kloster zu Mittag - dort schmeckt es nicht immer nur sehr gut, sondern erfreulich sind auch die volkstümlichen Preise. Dann ging es in das Klostergelände, und selbst für die, die das bereits kennen, sind die Bauten, die Kirche und der Bibelpflanzengarten immer wieder ansehenswert.

  
Vom Kloster aus fuhren wir erst einmal in die Görlitzer Altstadt, und unser Besuch staunte nicht schlecht, was sich hier in den vergangenen Jahren getan hat! Nicht umsonst wird gesagt, dass Görlitz -auch dank seiner wunderschönen und wirklich ansehenswerten Altstadt- zu den schönsten Städten Deutschlands zählt. 

   
Nun meldete sich nicht nicht nur der Kaffeedurst, sondern langsam wurden wir auch fußlahm. Also auf zu meinen Kindern - die waren inzwischen fleißig. Und als wir bei ihnen ankamen, standen der Kaffee und Kuchen auf dem Tisch.

Wir saßen noch einige Zeit beisammen, unterhielten uns angeregt - aber langsam wollten meine Schwestern mit meiner Cousine wieder nach Hause, nach Dresden, fahren.
Wir Görlitzer aber gingen noch einer unserer Lieblingsbeschäftigungen nach: Grillen und Dartspielen.
                                                                                                                     
Bilder: ©  Monika Frunzke